Fieberkrampf
 
Fieberkrampf - nicht schön, aber meist ungefährlich

Etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder erleiden im Kleinkind- bzw. Vorschulalter einen Fieberkrampf. Das zu erleben ist schockierend, aber je mehr Eltern darüber wissen, desto besser können sie in der Situation reagieren.

Was passiert genau?

Mami tröstet weinendes Baby
I Stock Radist

Das Kind verliert nach einem raschen Anstieg von Fieber auf über 39 Grad (z. B. aufgrund eines Infektes) zunächst das Bewusstsein. Bei den meisten Kindern kommen anschließend blaue Lippen und Muskelkrämpfe hinzu, ganz wie bei einem epileptischen Anfall. Oft übergeben sich die Kinder auch, sie verdrehen die Augen. Alles in allem ein zutiefst verstörender Anblick. Für die Eltern sieht es aus, als könnte das Kind sterben. Zum Glück besteht jedoch keine Lebensgefahr. Und: Die Kinder selbst bekommen vom Fieberkrampf nichts mit. Sie haben also kein beängstigendes Erlebnis zu verarbeiten. In den meisten Fällen geht er nach ein paar Minuten von selbst vorüber. Nur in seltensten Fällen dauert er länger als 15 Minuten und gälte damit als „komplizierter Fieberkrampf“. Erleidet das Kind einen solchen, werden krampflösende Mittel vom Notarzt verabreicht.
 

Was kann ich tun?

Wenn Eltern die Nerven dazu haben: Kurz abwarten, ob es nach ein zwei Minuten von allein vorüber geht - das Kind also bei Bewusstsein und ansprechbar ist und nicht mehr krampft. Wenn nicht, sofort den Notarzt verständigen. Erste Maßnahmen:

  • Die Kleidung lockern.
  • Nichts zu essen und zu trinken geben.
  • Das Kind in die stabile Seitenlage bringen, damit Erbrochenes nicht in die Lunge gelangen kann. 

Und natürlich das Kind danach in jedem Fall in der Kinderklinik bei einem Kinderneurologen vorstellen!

Was sind die Folgen?

Schwer zu glauben, wenn man es erlebt hat, aber: Kinder mit Fieberkrampfneigung entwickeln sich genauso weiter wie andere gesunde Kinder. Sie behalten keinen Hirnschaden zurück. Die Krämpfe haben nach dem heutigen Stand der Forschung also keinerlei gesundheitliche Folgen. Auch das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist nur unwesentlich erhöht. Dennoch sollte das Kind nach einem Fieberkrampf natürlich so zeitnah wie möglich von einem Kinderneurologen in einer Kinderklinik untersucht werden, um Epilepsie auszuschließen.
 

Kann ich einen Folgekrampf aktiv verhindern?

Nicht wirklich. Auch konsequente Fiebersenkung kann einen erneuten Fieberkrampf nicht zu hundert Prozent verhindern. Denn er kommt nicht, weil das Kind Fieber hat, sondern weil es so schnell steigt. Man müsste also genau den Punkt abpassen, an dem das Kind beginnt zu frieren, weil das Fieber wieder steigt. Nicht unmöglich, aber da ist Erfahrung gefragt.  
Hatte das Kind im Babyalter den ersten Krampf, ist die Gefahr erhöht, dass er wiederkommt. Dann macht es Sinn, krampflösende Mittel dazuhaben für den Fall der Fälle. Solche Mittel vorsorglich zu geben ist nicht sinnvoll.  Dazu ist die Wahrscheinlichkeit zu gering, dass sich der Krampf wiederholt.

Warum gerade mein Kind?

So richtig einig und schlussendlich sicher ist die Forschung sich noch nicht, aber im Moment sieht es so aus, als gäbe es eine genetische Veranlagung für Fieberkrämpfe. Dagegen lässt sich vorbeugend nichts tun. Tröstlich ist aber für alle Familien, in denen Fieberkrämpfe vorkommen: Bei den meisten Kindern ist der Schrecken mit dem Eintritt ins Schulalter vorbei.

Hier findet Ihr den Erlebnisbericht einer Mutter, deren Tochter einen Fieberkrampf hatte. https://www.eltern.de/fieberkrampf

 
 

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