Abtreibung
Schwangerschaftsabbruch: Methoden, Kosten, Risiken

Nicht jede Frau freut sich über einen positiven Schwangerschaftstest. Manche sehen sich gezwungen, die Schwangerschaft abzubrechen. ELTERN online beantwortet Ihnen alle wichtigen Fragen zum Thema Abtreibung.

Frau hält Schwangerschaftstest
© Thinkstock, HyperionPixels
Inhalt: 
Ungewollt schwanger! Was nun?Ich bin ungewollt schwanger. Kann ich nicht auch die „Pille danach“ nehmen?Ich bin ungewollt schwanger. An wen kann ich mich nun wenden? Wo kann ich mich beraten lassen?Abtreibung: Das sagt das Gesetz in DeutschlandWie häufig werden Abtreibungen in Deutschland durchgeführt?Wie wird ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt?Welche Risiken gibt es?Wann kann ich eine Abtreibung durchführen lassen?Wo kann ich eine Abtreibung durchführen lassen?Welche Kosten entstehen bei einer Abtreibung und wer übernimmt sie?Was müssen Frauen wissen, die noch nicht volljährig sind?Worauf muss ich nach einem Schwangerschaftsabbruch achten?Wie wird es mir nach einer Abtreibung psychisch gehen?Kann ich nach einer Abtreibung erneut schwanger werden?Forum: Hier können Sie sich austauschen

Ungewollt schwanger! Was nun?

Porträt einer Frau
© Thinkstock, MariaDubova

Der Schwangerschaftstest ist positiv. Nicht jede Frau freut sich darüber, vielleicht, weil ein Baby nicht in den Lebensplan passt, die Beziehung zum Vater des Kindes nicht stabil genug ist oder medizinische Gründe gegen eine Schwangerschaft sprechen. Doch was tun, wenn Sie ungewollt schwanger sind? Oft hilft ein Gespräch mit einer vertrauten Person, einer guten Freundin oder einem Familienmitglied. Vielleicht erhalten Sie ungeahnt mehr Unterstützung, als Sie gedacht hätten. Wenn Sie über Ihre Situation lieber anonym sprechen möchten, können Sie eine der zahlreichen Schwangerschaftsberatungsstellen in Anspruch nehmen. Hier werden Sie von fachkundigem Personal entscheidungsoffen beraten und begleitet. Und keine Sorge, die Beratung ist für kostenlos. Außer Ihnen muss niemand erfahren, dass Sie sich beraten lassen. Unter www.familienplanung.de können Sie sich über Beratungsstellen in Ihrer Nähe informieren.

Ich bin ungewollt schwanger. Kann ich nicht auch die „Pille danach“ nehmen?

Die „Pille danach“ ist ein rezeptfreies Medikament, das Sie in der Apotheke erhalten, wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr rund um den Termin Ihres Eisprungs hatten. Männliche Samenzellen können bis zu 5 Tage in der Gebärmutter der Frau überleben. Das heißt, dass auch bei Geschlechtsverkehr ein paar Tage vor dem eigentlichen Eisprung die Möglichkeit besteht, schwanger zu werden. Die in der „Pille danach“ enthaltenen Wirkstoffe verzögern den Eisprung der Frau solange, bis keine Befruchtung mehr stattfinden kann. Damit das Medikament sicher wirkt, sollte es möglichst innerhalb der ersten 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je länger Sie warten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Eisprung stattfindet und Spermien den Weg zur Eizelle finden. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, kann die „Pille danach“ leider nicht mehr wirken. Wenn Sie durch einen Schwangerschaftstest festgestellt haben, dass Sie schwanger sind, ist es für die „Pille danach“ bereits zu spät, denn das Medikament kann keinen Schwangerschaftsabbruch herbeiführen, es ist also keine Abtreibungspille.

Ich bin ungewollt schwanger. An wen kann ich mich nun wenden? Wo kann ich mich beraten lassen?

Breites Netz an Beratungsstellen in Deutschland

Sie sind ungewollt schwanger? Sie stehen vor einer schweren Entscheidung und brauchen Hilfe? Oder Sie benötigen einen Beratungsschein, um eine Abtreibung durchführen zu lassen? Zu den Themen Schwangerschaft und Familienplanung können Sie sich bei vielen verschiedenen Stellen beraten lassen, je nachdem wo Sie sich mit Ihrer Weltanschauung oder Religion am besten aufgehoben fühlen. Neben öffentlichen Beratungsstellen, zum Beispiel durch das Jugendamt, gibt es auch eine Reihe freier Angebote (z.B. pro familia). Hierzu zählen Wohlfahrtsverbände oder kirchliche Träger. Nicht alle der Träger stellen auch einen Beratungsschein nach § 5 und 6 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SCHKG) aus, etwa weil ein möglicher Schwangerschaftsabbruch nicht mit ihrem Selbstverständnis übereinstimmt. Dies kann vor allem bei religiösen Trägern, wie der Caritas oder dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF)  der Fall sein. Daher ist es wichtig, sich vorab gut über die einzelnen Beratungsstellen und ihre Leistungen zu informieren.
 
Die Internetseite Familienplanung.de ist ein Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), auf dem Sie nach einer für Sie passenden Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen können.
 
Weitre Informationen zu den einzelnen Beratungsangeboren erhalten Sie hier:
 
pro familia
www.profamilia.de
Arbeiterwohlfahrt  (AWO)
www.awo-schwanger.de
Caritas
www.caritas.de
Deutsches Rotes Kreuz
www.drk.de
Diakonie
www.diakonie.de

Abtreibung: Das sagt das Gesetz in Deutschland

Paragraphen
© Thinkstock, FikMik

Laut § 218 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB) ist ein Schwangerschaftsabbruch rechtswidrig. Frauen, die ungewollt schwanger wurden, können sich dennoch dafür entscheiden, denn unter folgenden Bedingungen bleibt eine Abtreibung straffrei:

  •  Die Schwangere selbst muss die Abtreibung wünschen.
  • Die Schwangere muss sich vorab in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle beraten lassen, und zwar mindestens drei Tage vor dem geplanten Eingriff.
  • Der Schwangerschaftsabbruch muss von einer Ärztin oder einem Arzt, der nicht an dem Beratungsgespräch teilgenommen hat, bis zum Ende der 12. Woche nach der Empfängnis durchgeführt werden.

 Eine Abtreibung kann unter gewissen Umständen aber auch rechtmäßig sein. Hierfür gibt es zwei Indikationen, die durch einen Arzt festgestellt werden müssen:

  1.  Medizinische Indikation: Stellt ein Arzt fest, dass die Fortführung der Schwangerschaft eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter bedeuten, besteht keine Frist, bis wann der Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden muss. Allerdings müssen zwischen der Mitteilung der Diagnose und der schriftlichen Indikationsstellung drei volle Tage liegen, es sei denn es besteht unmittelbare Lebensgefahr für die Schwangere. Eine medizinische Indikation kann auch dann vorliegen, wenn Ärzte erhebliche gesundheitliche Schädigungen des Kindes feststellen und diese Diagnose Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter haben kann. Seit 2010 sind Ärzte, die eine medizinische Indikation bescheinigen, verpflichtet, ihre Patientinnen über die körperlichen und psychischen Aspekte eines Schwangerschaftsabbruches zu informieren und ggf. Kontakte zu Beratungsstellen herzustellen. Die Abtreibung darf nicht durch den Arzt durchgeführt werden, der die medizinische Indikation festgestellt hat.
  2. Kriminologische Indikation: Für Frauen, die durch eine Straftat (z.B. durch eine Vergewaltigung) schwanger wurden, besteht keine Pflicht zur Beratung. Sie können sich aber selbstverständlich freiwillig beraten lassen. Der Schwangerschaftsabbruch muss bis zum Ende der 12. Woche nach Empfängnis durchgeführt werden, und zwar nicht von dem Arzt, der die Indikation festgestellt hat.

Wie häufig werden Abtreibungen in Deutschland durchgeführt?

Laut statistischem Bundesamt sind die Zahlen für Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland rückläufig. Im Jahr 2000 wurden 134.609 Abtreibungen durchgeführt. 2014 waren es nur noch 99.715.
 
Aktuelle Daten über das dritte Quartal 2015 zeigen, dass 73% der Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, zwischen 18 und 34 Jahre alt waren, 17% zwischen 35 und 39 Jahre. Rund 7% der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3%.

Wie wird ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt?

Wartezimmer
© Thinkstock, KatarzynaBialasiewicz

Welche Methode für den Eingriff in Frage kommt, richtet sich in erster Linie nach Ihrem Alter, der Indikation und eventuellen Vorerkrankungen. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin wird die Möglichkeiten mit Ihnen genau besprechen und abwägen, was für Sie das Beste ist.
 
Grundsätzlich gibt es zwei Methoden für einen Schwangerschaftsabbruch, eine operative und eine medikamentöse. Der operative Eingriff kann unter örtlicher Betäubung oder einer Vollnarkose stattfinden, je nachdem, ob Sie den Abbruch bewusst miterleben möchten oder lieber nicht. Für manche Frauen ist das bewusste Erleben des Eingriffs hilfreich, um den Abbruch später besser verarbeiten zu können. Für andere ist dies zu belastend und eine Vollnarkose die bessere Möglichkeit.
 
Die gängigste Methode ist die Absaugung, auch Saugkürettage genannt. Dabei werden Embryo und Gebärmutterschleimhaut über ein Röhrchen abgesaugt. Insgesamt dauert der Vorgang nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Die meisten operativen Abbrüche werden ambulant vorgenommen. Das heißt, dass Sie nach einer Ruhezeit in Begleitung wieder nach Hause gehen können.
 
Bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche kann ein Abbruch auch medikamentös durchgeführt werden. Für den Körper der Mutter ist diese Methode wesentlich schonender, psychisch dafür aber umso belastender, denn es handelt sich um einen recht langwierigen Vorgang, den die Frau in allen Phasen bewusst miterlebt. Bei einem Abbruch durch Medikamente wird das Präparat Mifegyne verwendet, das Sie lediglich in der Apotheke erhalten und nur unter strenger ärztlicher Aufsicht einnehmen dürfen. Der darin enthaltene Wirkstoff Mifepriston hemmt die Wirkung von Progesteron, das zur Erhaltung einer Schwangerschaft notwendig ist und führt zu einer Öffnung Ihres Gebärmutterhalses. Nach der ersten Einnahme des Medikaments dürfen Sie die Arztpraxis erst einmal wieder verlassen. Bei einigen Frauen setzt bereits einen Tag später eine menstruationsähnliche Blutung ein, die bis zu 14 Tage anhalten kann. Nach 36 bis 48 Stunden erhalten Sie von Ihrem Frauenarzt ein weiteres Medikament in Form von Tabletten oder Zäpfchen, sogenannte Prostaglandine. Diese Hormone sorgen dafür, dass die Gebärmutter sich zusammenzieht und Schleimhaut und Embryo ausgestoßen werden. In den meisten Fällen geschieht dies innerhalb von drei Stunden, deshalb sollten Sie zur Beobachtung auch besser in der Praxis bleiben. Tut sich trotz der Medikamentengabe zunächst nichts, kann Ihnen der Arzt noch einmal Prostaglandine verabreichen. Bei ca. 98% aller Fälle führt diese medikamentöse Methode zu einem vollständigen Schwangerschaftsabbruch. Bei den übrigen 2% muss der Abbruch dann leider doch noch operativ erfolgen.

Welche Risiken gibt es?

Wie bei jeder anderen Operation bestehen auch bei einem operativen Schwangerschaftsabbruch Risiken. In der Praxis kommt dies allerdings sehr selten vor. Möglich sind Infektionen und Nachblutungen, die normalerweise aber gut behandelt werden können, wenn sie frühzeitig entdeckt werden. Ebenso besteht die Gefahr, dass Gewebe, wie etwa die Gebärmutter, verletzt wird oder eine Narkoseunverträglichkeit auftritt.
 
Bei der medikamentösen Methode einer Abtreibung sind durch Prostaglandine Nebenwirkungen wie Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Nachblutungen möglich.

Wann kann ich eine Abtreibung durchführen lassen?

Diese Fristen müssen Sie beachten

Damit ein Schwangerschaftsabbruch straffrei bleibt, müssen in Deutschland gewisse Fristen eingehalten werden. Nach dem Beratungsmodell dürfen seit der Befruchtung der Eizelle nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein. Das entspricht der 14. Schwangerschaftswoche. Diese Regelung gilt auch, wenn eine Straftat Ursache der Schwangerschaft ist (kriminologische Indikation). Bitte beachten: Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch wird von Ärzten in Deutschland nur bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Liegt eine medizinische Indikation für eine Abtreibung vor, wenn also Gesundheit, Psyche und Leben der Mutter durch die Schwangerschaft gefährdet sind, bestehen keine Fristen, die eingehalten werden müssen. Eine Abtreibung ist auch nach der 14. Schwangerschaftswoche noch möglich.

Wo kann ich eine Abtreibung durchführen lassen?

Eine Abtreibung kann überall dort durchgeführt werden, wo die entsprechende Nachsorge für Sie gewährleistet ist. Das kann in einer gut ausgestatten Arztpraxis, in einer Tagesklinik oder in einem Krankenhaus sein. Wichtig ist, dass Sie sich bei dem Arzt oder der Ärztin, der oder die den Abbruch durchführt, wohlfühlen und ihm oder ihr vertrauen. Wenn Sie sich noch unsicher sind, wo Sie den Abbruch durchführen lassen wollen, berät Sie jede staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle über Praxen und Kliniken in Ihrer Nähe.

Welche Kosten entstehen bei einer Abtreibung und wer übernimmt sie?

Abtreibung: Schwangerschaftsabbruch: Methoden, Kosten, Risiken
© Maxal Tamor

Bevor ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden kann, müssen Sie sich zunächst in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle, wie z.B. pro familia oder bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO), beraten lassen. Diese Beratung ist für alle Schwangeren und ihre Begleiter kostenlos.
 
Hat ein Arzt bei Ihnen eine medizinische oder eine kriminologische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch festgestellt, übernimmt die Krankenkasse alle Kosten der Behandlung.
 
Haben Sie sich aus anderen Gründen für eine Abtreibung entschieden, werden Sie wahrscheinlich ein paar Kosten privat übernehmen müssen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nur einen Teil der Kosten, nämlich für die ärztliche Beratung vor dem Abbruch, für alle ärztlichen Leistungen und Medikamente vor und nach dem Eingriff, die dem Schutze Ihrer Gesundheit dienen und  - falls nötig – für die Behandlung von Komplikationen. Die Kosten für den eigentlichen Eingriff, die je nach Praxis und Methode zwischen 200€ und 600€ liegen, müssen Sie selbst übernehmen.
 
Geringverdienerinnen, Bezieherinnen von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder einer Ausbildungsförderung wie BAföG können bei Ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten beantragen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie kein kurzfristig verfügbares Vermögen besitzen und weniger als 1.075€ netto monatlich verdienen. Für jedes im Haushalt lebende Kind erhöht sich die Grenze um 254€. Zahlen Sie mehr als 315€ Miete, können Sie maximal 315€ auf die Gehaltsgrenze aufschlagen. Übrigens: Das Gehalt Ihres Partners ist für eine Kostenübernahme nicht wichtig. Sie brauchen in Ihrem Antrag auch keine Gründe für eine Abtreibung angeben. Das ist Ihre Privatsache und geht die Krankenkasse nichts an.

Was müssen Frauen wissen, die noch nicht volljährig sind?

Junge Schwangere
© Thinkstock, diego_cervo

Für junge Frauen unter 18 Jahren ist eine ungewollte Schwangerschaft oft besonders belastend. Zu der großen Sorge über mögliche Folgen und die Zukunft kommt die Angst, der Mutter oder dem Vater von der Schwangerschaft erzählen zu müssen. Egal ob Sie sich für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, ein Besuch in einer Beratungsstelle kann bei einer solch schwierigen Situation helfen. Die Beraterinnen sind gut geschult, können Ihnen bei einem Gespräch mit Ihren Eltern zur Seite stehen und Sie bei allen notwendigen Schritten unterstützen.
 
Grundsätzlich gilt nämlich: Minderjährige können eine Schwangerschaft zunächst ohne Einwilligung ihrer Eltern feststellen lassen. Auch eine Beratung ist kostenlos und ohne Einverständnis der Eltern möglich. Für den Schwangerschaftsabbruch selbst brauchen junge Frauen jedoch die Zustimmung eines Sorgeberechtigten. Bei über 16jährigen können Ärzte auf die Zustimmung der Eltern verzichten, sofern Sie den Eindruck haben, dass die Schwangere sich über die Konsequenzen ihrer Entscheidung bewusst ist und das Für und Wider verantwortungsvoll abwägen kann. Bei Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren wird die Ärztin wahrscheinlich auf eine Zustimmung zum Schwangerschaftsabbruch durch die Sorgeberechtigten bestehen.

Worauf muss ich nach einem Schwangerschaftsabbruch achten?

In den ersten Tagen nach einem Schwangerschaftsabbruch ist für Sie zunächst Ruhe wichtig, egal ob Sie sich für eine operative oder medikamentöse Methode entschieden haben. Ihr behandelnder Frauenarzt kann Sie krankschreiben, sodass Sie sich nach dem Eingriff erst einmal schonen können. Und keine Sorge, den Grund für Ihre Krankschreibung muss Ihr Arbeitgeber nicht erfahren.
 
Nach einer operativen Abtreibung sind Blutungen und Unterleibsschmerzen leider normal. Haben Sie die medikamentöse Methode gewählt, müssen Sie wahrscheinlich sogar mit etwas länger andauernden Blutungen rechnen. Grundsätzlich gilt: Bei Fieber, übelriechendem Ausfluss, starken Blutungen oder Schmerzen lieber einen Arzt aufsuchen.
 
Um die Risiken für eine Infektion möglichst gering zu halten, ist es besser, in den Tagen nach dem Abbruch lieber Binden anstelle von Tampons zu verwenden, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten und nicht schwimmen zu gehen.

Wie wird es mir nach einer Abtreibung psychisch gehen?

Frau geht spazieren
© Thinkstock, Thomas_Zsebok_Images

Dass es Frauen nach einer Abtreibung grundsätzlich erst einmal schlecht geht, bekommen viele Betroffene während ihres Entscheidungsprozesses zu hören. Fakt ist aber: Von Trauer um das verlorene Kind bis hin zu Erleichterung, von Niedergeschlagenheit bis hin zu einem Gefühl der Befreiung, alles ist möglich. Langfristige negative psychische Folgen sind sehr selten und treten meist dann auf, wenn Frauen eine Abtreibung unter äußerem Druck z.B. durch Familienmitglieder oder den Partner durchführen ließen.
 
Wie Sie einen Schwangerschaftsabbruch verkraften, hängt von vielen, sehr individuellen Faktoren ab. Ihre Lebenssituation, die Klarheit Ihrer Entscheidung und auch der Verlauf des Eingriffes haben Einfluss darauf, wie Sie das Erlebte verarbeiten können. Für manche Frauen ist die Zeit der Entscheidungsfindung deutlich belastender als der Eingriff als solcher. Ist die Schwangerschaft dann beendet, sind sie erleichtert. Andere Frauen hingegen sind sich recht schnell darüber im Klaren, dass sie abtreiben lassen möchten. Ist der Eingriff vorüber, bedauern sie, dass sie sich so entscheiden mussten.
 
Was Sie nicht vergessen dürfen: Durch die Schwangerschaft hat sich auch Ihr Hormonhaushalt geändert. Zunächst war Ihr Körper voll auf die Schwangerschaft programmiert. Mit der Abtreibung muss er sich zunächst hormonell neu einstellen. Auch das kann Auswirkungen darauf haben, wie es Ihnen körperlich oder psychisch geht.
 
Wie es Ihnen in Ihrer Situation nach dem Schwangerschaftsabbruch gehen wird, kann niemand genau sagen. Eine Studie des Familienplanungszentrums Hamburg e.V. hat jedoch ergeben, dass es vielen Frauen vor und nach einer Abtreibung geholfen hat, mit anderen Frauen in einer ähnlichen Situation zu sprechen. Das können zum Beispiel Freundinnen oder Familienmitglieder sein, die ebenfalls einen Schwangerschaftsabbruch haben durchführen lassen. Auch die Gespräche in Schwangerenkonfliktberatungsstellen wurden als hilfreich empfunden. War die Beziehung zum Vater des Kindes intakt, wurde der Partner als wichtige Stütze angesehen. Für alle in der Studie befragten Frauen waren Ruhe und Zeit für sich selbst nach dem Eingriff besonders wichtig. Deshalb: Gönnen Sie sich nach einem Schwangerschaftsabbruch viel Ruhe und nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag. Das tut Ihrem Körper, aber auch Ihrer Seele, gut.

Kann ich nach einer Abtreibung erneut schwanger werden?

Ja, Sie können nach einer Abtreibung wieder schwanger werden. Mit Beendigung der Schwangerschaft beginnt Ihr Zyklus erneut. Den nächsten Eisprung haben Sie etwa zwei bis vier Wochen nach dem Eingriff, Ihre nächste Periode nach ungefähr vier bis sechs Wochen. Und keine Sorge, bei einem professionell durgeführten Schwangerschaftsabbruch ist ihre Fruchtbarkeit nicht schlechter als vor dem Eingriff.

Forum: Hier können Sie sich austauschen

Sie sind ungewollt schwanger? In unserem Forum können Sie sich mit anderen Frauen austauschen, die in der selben Situation sin.

Von:Christina Amin07.01.2016