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Schlafbarometer

Lösungen für Babys Schlafprobleme

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Schlafbarometer: Lösungen für Babys Schlafprobleme

In unserem Schlaf-Barometer finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Kinderschlaf, zugeschnitten auf das Alter des Kindes. Klicken Sie zuerst auf die Altersgruppe, in der sich Ihr Baby befindet und dann auf die Frage, die Sie interessiert.

Sechs bis zwölf Monate
>Hilft ein extra sättigender Gute-Nacht-Brei, dass mein Baby endlich durchschläft?
  • Durchschlafen hat mit Reife zu tun, nicht primär mit Hunger. Auch satte Kinder wachen nachts auf und weinen, wenn sie beispielsweise Sehnsucht nach Nähe haben. Also Vorsicht bei Kalorienbomben zum Abendbrot: Zu reichhaltige Breie liegen Babys später schwer im Magen - Erwachsene schlafen nach zu schwerem, fettigen Essen ja oft auch schlecht.
>Trinkt mein Baby nachts jetzt nur noch aus Gewohnheit?
  • Diese Behauptung liest man zwar immer wieder - sie gilt aber nicht für jedes Baby, das älter als sechs Monate ist. Es ist eine gute Idee, ab jetzt nachts genauer hinzuschauen: Will mein Baby wirklich trinken oder vielleicht einfach nur kuscheln? Wenn Ihr Baby richtig trinkt, dann braucht es die nächtliche Mahlzeit auch. 'Und dann sollten Eltern sie ihm auch geben und nicht auf Statistiken pochen, die besagen, dass es dafür jetzt eigentlich zu alt ist', erklärt Schlafexperte Jürgen Zulley. Nuckelt es nur kurz, können Sie ihm auch anders helfen, wieder in den Schlaf zu finden: Streicheln, wiegen, leise singen reicht oft schon. Ebenfalls ein guter Trick: Sich das Baby auf den Bauch legen, so dass es den Herzschlag von Mama und Papa hören kann. Sehr beruhigend. Und sehr einschläfernd.
>Soll ich jetzt ein Schlaflernprogramm durchführen, damit mein Kind und ich endlich gute Nächte haben?
  • Erstmal: Ihrem Baby macht es überhaupt nichts aus, nachts öfter wach zu werden. Es ist morgens trotzdem ausgeschlafen und fit. Aber klar: Den Eltern, insbesondere der Mutter, gehen die seit Monaten unterbrochenen Nächte an die Substanz. Verständlich, dass da ein Schlafprogramm verlockend erscheint, das Ruhe nach wenigen Tagen verspricht. Aber Vorsicht: Schlaflernprogramme, die auf kontrolliertem Weinenlassen beruhen, sind für Babys nicht geeignet. Sie geraten auch grundsätzlich zunehmend in die Kritik. Schlafexperte Jürgen Zulley spricht im Zusammenhang mit dem Schlaflernprogramm des Ratgebers ”Jedes Kind kann schlafen lernen“ von einem ”unangemessen harten Training“. Sein Haupt-Kritikpunkt: Ignoriert und immer wieder verlassen zu werden gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein kleines Kind machen kann. ”Und gerade, weil Babys von der Zuwendung ihrer Eltern so abhängig sind, erleben sie die Zurückweisung, die mit solchen Programmen verbunden ist, als sehr bedrohlich“, erklärt Schlafexperte Jürgen Zulley. Man sollte auch nicht unterschätzen, was solche Schlaflernprogramme den Eltern abverlangen: Viele stehen selbst weinend vor der Kinderzimmertür, wenn ihr Kind drinnen verzweifelt schreit.
>Was soll ich tun, wenn ich nachts am Ende meiner Kräfte bin?
  • Schlafexperte Jürgen Zulley rät: „Nicht am gesunden Schlafverhalten des Babys herumdoktern, sondern sich selbst das Leben leichter machen.” Und wie konkret?
    - Tagsüber schlafen, wann immer es geht.
    - Ruhezeiten im Tagesablauf einführen. Zum Beispiel: Das Rasseltrapez ins Ehebett stellen, Baby drunter, selbst danebenlegen und ein bisschen lesen.
    Oder: Baby ins Tragetuch, spazieren gehen und, sobald es eingeschlafen ist, sich auf der Bank am Spielplatz in die Sonne setzen und ein bisschen die Augen zumachen und wegträumen.
    - Entlastung organisieren: Eine Stunde Putzhilfe plus zwei Stunden Babysitter die Woche kosten nicht die Welt - und bringen trotzdem eine Verschnaufpause zum Kraft tanken.
    - Abends ein, zwei Stunden früher ins Bett gehen - die längste Durchschlafphase haben die meisten Babys in der ersten Hälfte der Nacht.
    - Und, ganz pragmatisch: „Das Kind zu sich ins Bett holen und weiterschlafen”, meint Jürgen Zulley.
>Wie gewöhne ich meinem Kind ein lieb gewonnenes Einschlafritual ab?
  • Ihr Baby schläft wunderbar an der Brust ein, aber Sie möchten gerne abstillen? Ihr Kind liebt es, in den Schlaf getragen zu werden, sprengt aber bald die 10-Kilo-Grenze? Ganz klar: Es ist Ihr gutes Recht, Ihrem Kind ein lieb gewonnenes Einschlafritual abzugewöhnen. Aber machen Sie es nicht zu radikal: Ersatzlos streichen ist unfair. Wie wäre es mit diesem fairen Deal: schönes altes Ritual gegen schönes neues Ritual. Auf dem Pezziball wippen statt Tragen. Kuscheln und leise Geschichten ins Ohr flüstern statt Stillen.
    Es kann sein, dass der Wechsel nicht ohne Tränen funktioniert. Deshalb müssen Sie kein schlechtes Gewissen haben: Es ist okay, wenn ein Baby auch mal weinen muss. Nur: Es ist nicht okay, wenn es dabei alleine ist. Also: Trösten Sie Ihr Kind, bleiben Sie bei ihm, wenn es geht, und helfen Sie ihm dabei, einen neuen Weg in den Schlaf zu finden.
>Muss mein Kind nun alleine einschlafen, um durchschlafen zu können?
  • Das liest man immer wieder. Die Theorie: Das Kind wacht nachts auf und checkt, ob alles in Ordnung ist, das heißt: wie beim Einschlafen. Ist es also mit Teddy eingeschlafen, und der ist noch da, heißt das: Alles okay. Ist es aber beim Stillen eingeschlafen und nachts ist weder Milch noch Mama da, geht das Gebrüll los!
    ”Das einzige, was daran bewiesen ist: Kinder wachen nachts auf“, erklärt Schlafforscher Jürgen Zulley. ”Meist genügt es ihnen jedoch schon, die Eltern im Schlaf atmen zu hören, um wieder einzuschlafen. Es muss keinesfalls alles wie beim Einschlafen sein - die Situation ist ja auch eine völlig andere. Einmal müssen die Kinder von der Aufregung des Tages runterkommen - das ist richtig schwer. Nachts hingegen geht es nur um eine kurze Rückversicherung: Mama und Papa sind noch da.“
>Wie können die Oma oder unser Babysitter unser Kind ins Bett bringen, wenn wir mal abends weg sind?
  • Ideal ist es, in der Vorbereitung denjenigen, der das Kind später allein ins Bett bringen können soll, mal beim ganz normalen Abendritual dabei sein zu lassen. Erstens, weil das Kind die Person dann schon mal mit Ins-Bett-Gehen verbinden kann. Und zweitens weil die Oma oder der Babysitter hautnah mitbekommt: So fühlt sich Ins-Bett-Bringen hier an.
    Dann schreiben die Eltern die Details des Abendrituals am besten auf. Ganz genaue Reihenfolge, und auch Kleinigkeiten sind wichtig. Denn: Gerade, wenn eine Situation ungewohnt ist, weil statt der Eltern jemand anders da ist, geben vertraute Abläufe Sicherheit und Geborgenheit.
    Bei älteren Kindern ist es wichtig, die Betreuungsperson zu informieren, wie lange das Gute-Nacht-Ritual in etwa dauert: Sonst verlangen Einjährige manchmal zwei Stunden Dauersingen mit dem Argument „Mama macht das auch immer so.”
    Und: Machen Sie der Betreuungsperson klar, dass sie ausdrücklich nicht wollen, dass Ihr Ins-Bett-Geh-Ritual in irgendeiner Weise „optimiert” wird.
    Gerade Großeltern haben oft andere Erziehungsvorstellungen als junge Eltern und berichten dann stolz, das Enkelkind habe bei ihnen nun endlich gelernt, dass es allein einschlafen müsse. Beugen Sie solchen Missverständnissen vor und erklären Sie jedem, ob Großmutter oder Babysitter: Für Ihr Kind ist die Situation ohne Eltern ohnehin schon fremd und vielleicht beängstigend, deshalb ist es besonders auf Trost angewiesen.
    Deshalb soll es nicht alleine schreiend oder weinend im Bett gelassen werden und bei Bedarf immer wieder getröstet und dazu ausdrücklich auch aus dem Bett genommen werden, wenn es nicht anders geht. Denn: Ausnahmen machen eine gewohnte Routine nicht kaputt.

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