KOMPAKT-THEMA:

Blutschwämmchen
Ein Makel auf zarter Babyhaut

Manche Babys kommen mit einem Blutschwämmchen auf die Welt. Die roten Male - häufig im Gesicht - sehen nicht schön aus und bereiten den Eltern natürlich Sorgen. Dabei ist ein Blutschwämmchen in der Regel gar nicht gefährlich. Woher ein Blutschwämmchen kommt und warum Sie keine Angst um die Gesundheit Ihres Babys haben müssen, erklären wir Ihnen hier.

Was ist eigentlich ein Blutschwämmchen?

Der medizinische Fachausdruck für die roten Flächen auf Babys Haut ist Hämangiom. Ärzte sprechen auch von Tumoren, was Eltern natürlich einen großen Schrecken einjagen kann. Aber kein Grund zur Sorge: Blutschwämmchen sind gutartige Tumore, die durch eine harmlose Wucherung der Blutgefäße entstehen und nicht genetisch bedingt sind. Manche Neugeborene kommen schon mit einem Blutschwämmchen zur Welt, in anderen Fällen entwickelt sich die Veränderung der Haut in den ersten vier Lebenswochen. Blutschwämmchen erkennt man an flächig roten Stellen auf der Haut, wobei die betroffenen Bereiche leicht erhaben sein können. Oft ist das Blutschwämmchen erst stecknadelgroß und breitet sich dann rasch aus - bei vielen Babys leider im Gesicht. Die gute Nachricht ist: Blutschwämmchen bilden sich meist von alleine wieder zurück. Das kann allerdings etwas dauern. So schnell es wächst, so lange braucht es für den Rückzug: Bis zu zehn Jahre kann ein Blutschwämmchen für die Rückbildung brauchen und hinterlässt manchmal bleibende Spuren. Wenn das Blutschwämmchen an einer sichtbaren Stelle ist, kann ständiges Nachfragen wie "Was hast du denn da?" gerade kleinere Kinder schnell nerven oder kränken.

Blutschwämmchen: Ist eine OP nötig?

Eltern fragen sich natürlich, was sie gegen ein Blutschwämmchen unternehmen können und vor allem müssen. Da Blutschwämmchen auch in den Körper wachsen oder durch starkes Wachstum an Augen, Nasen, Lippen oder im Genitalbereich zu Fehlbildungen führen können, sollten Sie mit Ihrem Baby in jedem Fall einen Hautarzt aufsuchen, der die Wucherung genau untersucht und mögliche Behandlungsmethoden vorschlägt. Früher wurde eher abgewartet, heute ist man dazu übergegangen, bei Blutschwämmchen schneller zu handeln - vor allem aus kosmetischen Gründen und um eventuelle Komplikationen zu verhindern. Ziel der Behandlung muss dabei nicht eine Entfernung sein, sondern vielmehr ein Wachstumsstopp. Lasertherapien und Kälteanwendungen (Kryotherapien) haben den klassisch chirurgischen Eingriff dabei fast verdrängt - mit dem Vorteil, dass bei diesen Formen der Therapie keine Narbenbildung entsteht. Große Sorgen sollten Sie sich aber nicht machen: In der Regel sind Blutschwämmchen wirklich harmlos. Beobachten Sie die rote Stelle genau und lassen Sie einen Facharzt entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist. Und denken Sie daran, dass ein normales Blutschwämmchen Ihrem Baby keine Schmerzen bereitet - und das ist doch das Wichtigste.

Zerknautscht und ein geschwollenes Augen: Warum Babys oft mit kleinen Blessuren auf die Welt kommen, können Sie hier lesen.

Von:Annika Jürgens