Zwillinge
15 Fragen, die Eltern haben

10. Kann ich Zwillinge stillen?

Auf jeden Fall. Angst, dass die Milch nicht reicht, ist genauso unbegründet wie bei Müttern mit nur einem Baby: Die Nachfrage regelt das Angebot! Es gibt sogar Mütter, die Drillinge voll gestillt haben... Doch wie geht’s ganz praktisch?
1. Möglichkeit: Die Babys nach Bedarf und einzeln stillen. Der Vorteil: Das Anlegen fällt gerade Still-Anfängerinnen leichter. Und: Die Mutter kann sich ganz auf ein Kind konzentrieren. Außerdem kann das kräftigere Baby durch sein Saugen den Milchspendereflex für sein Geschwisterchen auslösen. Der Nachteil: Bei zwei Säuglingen im Wachstumsschub ist Dauerstillen angesagt. Und: Was, wenn beide gleichzeitig Hunger haben?
2. Möglichkeit: Den Rhythmus möglichst synchronisieren - und dann beide gleichzeitig stillen. Lohnende Investition dafür: ein spezielles Stillkissen für Zwillinge. Die Vorteile: Zeitersparnis und bessere Planbarkeit. Die großen Nachteile: Ein Still- Rhythmus, der beiden gerecht wird, ist gar nicht so leicht zu finden. Extra zum Trinken aufgeweckte Babys saugen schlechter, hungrige Babys, die warten müssen, werden nörgelig. Und: Gerade für Still-Anfängerinnen ist es ganz schön schwer, beide Babys korrekt anzulegen.

11. Wie kann ich mit Zwillingen Geld sparen?

  • Bei der Anmeldung zu Kursen wie Babymassage oder PEKiP auf die besondere Situation hinweisen: Oft kann man einen Geschwisterpreis aushandeln.
  • Richtige Schnäppchen gibt's oft auf sogenannten Baby-Basaren. Auch eine gute Idee: Auf der Wöchnerinnen-Station mancher Krankenhäuser gibt's Pinnwände, an denen Eltern die nicht mehr benötigten Babysachen ihrer Kinder anbieten können. Extra Zwillingsbedarf ist vor allem im Internet gut zu kriegen: Große Zwillings- Homepages, die auch Online-Flohmärkte und eine Tauschbörsen haben, sind zum Beispiel www.twins.de.
  • Manche Zwillingseltern können sich vor Produktproben kaum retten. Der Grund: Sie haben fleißig Briefe mit ein paar süßen Zwillings-Fotos an die einschlägigen Windelhersteller, Gläschenfabrikanten und Co geschickt. Dort reagieren die Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit oft großzügig. Eine gute Adressliste geeigneter Unternehmen gibt’s bei www.zwillingsecke.de unter dem Link "Hilfe von Firmen".
  • Manche Spielzeug- und Kinderbekleidungsläden gewähren Zwillingseltern bei jedem Einkauf Rabatt. Bei Baby Walz gibt’s gegen Vorlage der Geburtsurkunden zehn Prozent Rabatt auf alle Einkäufe bis zum zweiten Lebensjahr der Zwillinge, bei Jako-o immerhin fünf Prozent.

12. Auf welche finanziellen Hilfen haben Zwillingseltern Anspruch?

Leider auf wenige. Unterstützungsprogramme vom Bund gibt es nicht. Es gibt zweimal Kindergeld und gegebenenfalls Kindergeldzuschlag. Familien, die durch eine Zwillingsgeburt in drastische finanzielle Schwierigkeiten kommen, erhalten bei entsprechenden Stiftungen (zum Beispiel "Mutter und Kind") einmalig Unterstützung. Der Haken: Der Antrag dazu muss meist schon in der Schwangerschaft gestellt werden. Tipp: Das Recht auf Beratung so früh wie möglich nutzen! Ob Schwangerschaftsberatungsstelle, Jugendamt oder Wohlfahrtsverband: Hier gibt’s alle Informationen zu Fördermöglichkeiten und, wenn nötig, Hilfe beim Ausfüllen der Anträge.

13. Meine Zwillinge können lange noch nicht so gut sprechen wie das gleichaltrige Nachbarskind - dafür verstehen sie sich perfekt in ihrer "Zwillingssprache". Ist das schlimm?

Nein. Es ist völlig normal, dass Zwillinge ein bisschen langsamer sprechen lernen - durchschnittlich hinken sie Einlingen um etwa ein halbes Jahr hinterher. Warum? Erstens sind Zwillinge häufig auch Frühchen - und die haben eben eine Menge aufzuholen. Und zweitens haben Forschungen gezeigt, dass in Zwillingsfamilien oft so großer Zeitmangel herrscht, dass weniger mit dem einzelnen Kind gesprochen wird. Tipp: Kinderreime, Fingerspiele und Vorlesezeiten in den Tagesablauf einbauen - durch die ständige Wiederholung fällt den Kleinen das Lernen leichter. Bis zum Schulbeginn hat sich der Sprach-Rückstand meist ausgeglichen. Und das Geheimnis der Zwillingssprache? Ein paar Gesten, einige genuschelte Worte - und die Kinder verstehen sich blind. Der Grund: Zwillinge sind miteinander so vertraut, dass sie blitzschnell die Körpersprache "lesen" und verstehen können - Worte sind da oft überflüssig. Meist verliert sich die Zwillingssprache spätestens im dritten Lebensjahr von selbst. Wenn Sie allerdings den Eindruck haben, Ihre Zwillinge schotten sich durch die Geheimsprache in ihrer Zwillingswelt ab und kommen in der "normalen" Sprachentwicklung nicht weiter: sicherheitshalber den Kinderarzt fragen, ob logopädische Förderung sinnvoll ist.

ELTERN Abo