Frühchen-Station

"Es ist ja noch so klein"

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Kein Start nach Plan


Es ist Mittagspause auf der Frühchen-Station der Münchner Frauenklinik in der Maistraße. Alle Babys schlafen mehr oder weniger ruhig in ihren Bettchen. Die Schwestern bewegen sich mit leisen Schritten durch die zwei Räume, kontrollieren hier und da die vielen Maschinen, die die Kleinen beim frühen Start ins Leben unterstützen. Gerade einen Tag zuvor wurden Zwillinge geboren, einer von ihnen muss wegen Gelbsucht mit Ultraviolett-Licht behandelt werden. Damit seine Netzhaut nicht beschädigt wird, trägt das winzige Wesen eine Schutzbrille.
Am Nachmittag werden auf den Stühlen neben den Bettchen die Eltern Platz nehmen und mit ihren Kleinen kuscheln oder sie im Brutkasten streicheln. Manche von ihnen sind schon seit Monaten da und routiniert im Umgang mit den Geräten, sie wissen mit den Sonden und Kabeln umzugehen und blättern interessiert in den Untersuchungsberichten ihrer Kinder.

Ärzte, Schwestern und Eltern helfen gemeinsam

Die Neugeborenen-Abteilung der Frauenklinik Maistraße ist ein Perinatalzentrum Level 1. Das heißt, es ist auf Geburten mit dem höchsten Risikograd eingestellt. Hier können auch Frühchen behandelt werden, die bereits in der 24. Schwangerschaftswoche oder sogar früher geboren wurden. Neben der hochspezialisierten medizinischen Versorgung durch die Ärzte und Schwestern wird hier aber auch viel Wert auf die Betreuung der Eltern gelegt. Warum diese so wichtig ist, haben uns zwei Frühchen-Mütter erzählt.

Emilie-Fee und Finn-Lasse: 13 Wochen zu früh auf der Welt

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Eine lange Zeit im Krankenhaus liegt hinter Mama Nicole Runge und ihrer kleinen Tochter

"Ich darf bald heim" steht auf dem kleinen Zettel, der am Kopfende von Emilie-Fees Bettchen hängt. Das süße Baby mit den feinen blonden Härchen nuckelt an seinem großen Schnuller und schlummert ganz zufrieden in seinem Wärmebettchen. In ein paar Tagen wird es entlassen. Zwei Monate ist es jetzt her, dass Mutter Nicole Runge (34) zum ersten Mal fassungslos an den Brutkästen von Emilie-Fee und Zwillingsbruder Finn-Lasse stand. "Die ganzen Kabel und Schläuche, furchtbar." 13 Wochen zu früh waren die beiden auf die Welt gekommen, wogen jeweils nur 990 Gramm.

Zwei kleine Kämpfernaturen








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Quälende Gedanken: Was habe ich falsch gemacht?

Nichts war so, wie es Nicole Runge von ihren drei vorherigen Schwangerschaften kannte. Anfangs durften die Kleinen nicht aus dem Brutkasten genommen werden, die Eltern konnten sie nur durch die Öffnung des Inkubators hindurch streicheln. "Das war schon hart, die anderen Mütter mit ihren Babys känguruhen zu sehen und bei einem selbst geht das nicht." Außerdem plagte sie sich mit Selbstvorwürfen. Was hatte sie bloß falsch gemacht? "Ich war kurz vorher noch im Urlaub", erzählt Nicole Runge. "Das habe ich bei den anderen Schwangerschaften nicht gemacht. Und dann fragt man sich, warum man das Risiko eingegangen ist."

Der Schock in der 19. Schwangerschaftswoche: ein Riss in der Fruchtblase

In der 19. Schwangerschaftswoche entdeckten die Ärzte an der Fruchtblase von Finn-Lasse einen Riss, durch den Fruchtwasser sickern konnte. Die Fruchtblase von Schwesterchen Emilie-Fee hingegen war intakt. "Wenn es dem kranken Kind nicht zu schlecht geht, wird versucht, die Schwangerschaft erst einmal fortzusetzen, damit das gesunde Kind davon profitiert", erklärt Dr. Martina von Poblotzki. Von Tag zu Tag müssen die Ärzte dann neu entscheiden. Ende der 27. Woche wurden die beiden Kinder per Kaiserschnitt geholt.

Die Mutter notiert sich jeden kleinen Fortschritt

Nicole Runge erinnert sich noch genau an den Tag, an dem sie mit Emilie-Fee das erste Mal känguruhen durfte. Jeden Fortschritt ihrer beiden Kleinen hat sie sich notiert. Damit nicht nur die schlechten Erinnerungen bleiben, sondern auch die schönen Bilder. Die schlechten Erinnerungen, das sind vor allem die Sorgen um den kranken Finn-Lasse. Während Emilie-Fee sich gut entwickelte, gab es bei dem kleinen Jungen immer wieder Rückschläge: mal musste er Antibiotika bekommen, dann wieder beatmet werden.

Hier sollen sich die Eltern aussprechen können

Nicole Runge, die jeden Tag rund 90 Kilometer nach München fährt, ist dankbar für die Unterstützung, die sie auf der Station erfahren hat. Hier konnte sie frei reden, weinen, von ihren Sorgen berichten. "Damit belastet man nicht die Familie, die haben es auch schon schwer genug ohne mich." Dass sich die Eltern ihre Ängste von der Seele reden können, darauf wird auf der Frühchen-Station in der Maistraße besonders geachtet. Sozialpädagogin Petra Rüde hat ein offenes Ohr für die Mütter und Väter. Die Casemanagerin hilft den Eltern aber auch bei sozialrechtlichen Fragen und bereitet sie auf die Entlassung ihres Kindes vor.

Endlich vollkommen Mutter sein

Nicole Runge sehnt ihn herbei, den Moment, ab dem sie ihre Kinder rund um die Uhr bei sich haben kann, sie füttern, wickeln, baden und anziehen wird, ohne sich vorher absprechen zu müssen. Erst dann werde sie vollkommen das Gefühl haben, ihre Mutter zu sein. Emilies Bruder Finn-Lasse darf noch nicht nach Hause, er muss noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben. Aber er kann in ein Krankenhaus verlegt werden, das näher am Wohnort seiner Familie liegt.

Eindrücke von der Münchner Frühchenstation








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Amelie: In der 33. Schwangerschaftswoche plötzlich da

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Auf der nächsten Seite lesen Sie die Geschichte von Frühchen Amelie

Mehrlingsschwangerschaften dauern oftmals nicht die vollen 40 Wochen. Ein anderer Fall ist der von Annette Michna und ihrer Tochter Amelie, die in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt kam. Völlig überraschend und weit weg von zuhause. Lesen Sie hier ihre Geschichte.

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  • von Marina Lederwasch am 19. Mai 2013, 23:51 Uhr

    unsre Zwillinge wurden in der 28.SSW geboren. Der Bub wog 1160 gram, das Mädchen 920 gram. Nachdem sie zuerst abgenommen hatten , haben sie jetzt , 3 wohen später beide 300 gram an Gewicht zugelegt. Ist das genug oder zu wenig? , keiner kan mir da auskunft geben.


  • von Cindy Dietz am 2. April 2012, 18:46 Uhr

    Hallo unser Leon-Alexander wurde 02/07 per Not KS mit 1700gramm und 41cm in der 34 woche zur welt geholt heute sieht man davon gar nichts mehr und unser Tim-Tino wurde 03/10 per KS mit 515gramm und 27cm in der 24 woche geholt bei beiden hatte ich ein schweres HELLP Timi trat leider nach einer woche die reise zu den Sternen anseine kraft reichte nicht mehr aus um den kampf zu gewinnen und nun bin ich wieder Schwanger (16+2) habe den FA gewechselt und meine schwangerschaft wird mit spritzen und diversen Medis (Ass100, Pentalong, Utrogest) unterstützt


  • von AndreKri am 31. Juli 2011, 20:58 Uhr

    Hallo, unsere kleine Lilli wurde am 10.02.2011 in der 28. Ssw Woche auf die Welt geholt. Zuvor war ich 3 Wochen im Krankenhaus mit 3xtäglich CTG Kontrollen und 1x täglich Kontrolle der Nabelschnur, es war eine sehr schwere Zeit. Lilli wog nur 650 Gramm und war 32 cm klein. Der eigentlich ET war erst der 12.05.2011 gewesen, aber leider hatte ich eine Plazentainsuffizienz und zuwenig Fruchtwasser. Aber sie hat alles sehr gut überstanden, alles was hätte passieren können hat sie super weggesteckt, keine Hirnblutungen o.ä.. Das einzig schwierige waren die Magen- Darmprobleme, da ihr kleiner Körper den Darm als erstes "abgeschaltet" hat, aufgrund der Unterversorgung im Bauch. Aber nach langem hin und her hat unsere kleine Kämpferin das auch geschafft und wurde, nachdem sie auch den Schlaflabortermin überstanden hatte, am 20.05.2011 mit 2420 Gramm entlassen. Seitdem hat sie schön zugenommen, 3840 Gramm hatte sie vor einer Woche und seit 1 Monat stille ich auch voll. Es ist einfach wahnsinn! Wir sind so stolz auf unsere kleine Prinzessin. Ich drücke allen die Daumen die auch so etwas durchmachen müssen, Kopf hoch und immer positiv denken. Viele liebe Grüße AndreKri


  • von Ninajonas am 21. April 2011, 21:32 Uhr

    Meine Zwillinge wurden in der 24+3.Ssw geboren, Nina mit 700g 31cm und Jonas 900g 34cm Jonas hatte einen kleinen bluterguss im gehirn nachträglich eine linsentrübung und eine Darmverschlingung 3 monate und 3 wochen gingen wir jeden tag mit angst und bangen ins krankenhaus bis die beiden endlich nach hause durften von den anfänglichen schwierigkeiten hat Jonas nur noch eine grosse narbe quer über den bauch und einekünstliche linse im rechten auge, die blutung hat zum glück keine gesundtheitlichen schäden hinterlassen heute sind die beiden 2 jahre und 5 monate korrigiertes alter und sind gesund und munter jeden tag bin ich dankbar dass diese schwere zeit ein so gutes ende gefunden hat Ich wünsche jedem der so was durch machen muss viel kraft :-))


  • von Ninajonas am 21. April 2011, 21:32 Uhr

    Meine Zwillinge wurden in der 24+3.Ssw geboren, Nina mit 700g 31cm und Jonas 900g 34cm Jonas hatte einen kleinen bluterguss im gehirn nachträglich eine linsentrübung und eine Darmverschlingung 3 monate und 3 wochen gingen wir jeden tag mit angst und bangen ins krankenhaus bis die beiden endlich nach hause durften von den anfänglichen schwierigkeiten hat Jonas nur noch eine grosse narbe quer über den bauch und einekünstliche linse im rechten auge, die blutung hat zum glück keine gesundtheitlichen schäden hinterlassen heute sind die beiden 2 jahre und 5 monate korrigiertes alter und sind gesund und munter jeden tag bin ich dankbar dass diese schwere zeit ein so gutes ende gefunden hat Ich wünsche jedem der so was durch machen muss viel kraft :-))


(20 Kommentare)

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