Baby stillen

Stillen: Eine Mutter erzählt

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Die natürlichste Sache der Welt?


 © Corbsi

Wovor ich in der Schwangerschaft Angst hatte? Wehen, Baby-Blues, Dehnungsstreifen auf dem Bauch. Wovor ich keine Angst hatte: Stillen. Warum auch? Ist doch die natürlichste Sache der Welt.

Außerdem bin ich bestens vorbereitet: Seit Tagen keinen BH mehr getragen, zur sanften Abhärtung der Brüste. Gelesen, dass in Sachen Muttermilch die Nachfrage das Angebot regelt und dass ich deswegen keinerlei Bedenken haben muss, mein Baby nicht satt zu kriegen. Stillfreundliche Hebamme im Rücken, mit der schon abgesprochen ist: Gleich nach der Geburt soll die Kleine an die Brust. Und: Ich habe viel Geld in ein Stillkissen investiert, das absoluten Still-Komfort für Mutter und Kind verspricht. Was kann da noch schief gehen?

Eine Menge. Denn obwohl meine Hebamme mir genau zeigt, wie ich die Kleine anlegen muss, und Linnea brav mit Fischmündchen trinkt, ist es erst mal – ziemlich scheußlich. Der "leichte Ansaugschmerz", von dem ich gelesen habe, fühlt sich in etwa so an, als würde jemand meine Brustwarzen tackern. Mehr als einmal kontrolliere ich: Hat Linnea vielleicht doch schon Zähne, mit denen sie mich heimlich beißt?

Stillen wird zur Kissenschlacht

Irgendwie hatte ich mir das zu leicht vorgestellt. Kind zur Brust nehmen, und los. Von wegen: Das Anlegen allein ist eine hochkomplizierte Kunst. Erst mal die Reihenfolge: rechts, links, links, rechts, rechts, links. Und: Ich soll in möglichst unterschiedlichen Positionen stillen, sagt die Hebamme. Um zu verhindern, dass ich eine Brustentzündung kriege.

Ich gebe mein Bestes. Stille Linnea von der Seite, von vorn und von hinten im sogenannten Fußballergriff. Und immer mit Stillkissen! Ich komme mir so blöd vor: fuchtelndes Baby in der einen Hand, riesige Stoffwurst in der anderen. Wurst in Position ruckeln, Kind drauf, Kind fixieren, Wurst fixieren, und woher nehme ich nun die Hand, um ihm vorsichtig die Brustwarze in den Mund zu legen?

So spielen sich nachts abenteuerliche Szenen in unserem Bett ab: Linnea wacht auf und hat Hunger. Ich beginne mit der komplizierten Stillkissen-Konstruktion – Malte ist dafür zuständig, mir Linnea millimetergenau passend anzureichen. Die ist mittlerweile so hungrig, dass sie wild mit den Ärmchen fuchtelt und verzweifelt alles ansaugt, was ihr vor den Mund kommt. Autsch! Wirklich wie ein kleiner Vampir. Schnell sind die Brustwarzen wund. Jedes Mal, wenn Linnea zu trinken anfängt, zerquetsche ich Maltes Hand. „Fühlt sich fast wie Wehen an“, meint er. Ja, verdammt!

 

Beliebte Stillpositionen

 

 

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