Eine Mutter, die ganz offen zugibt nicht stillen zu wollen, das ist in Deutschland ein Tabubruch. Um so erstaunlicher, dass ausgerechnet andere Mütter auf diese Einstellung sehr tolerant und verständnisvolle reagieren. Das zeigt zumindest unsere Umfrage, an der sich über 2000 Userinnen beteiligten. Das überraschende Ergebnis: Gut 70 Prozent sind der Meinung, dass jede Frau für sich selbst bestimmten sollte, ob sie stillen will oder nicht. Knapp 30 Prozent halten diese Einstellung für egoistisch, angesichts der vielen Vorteile, die das Stillen für Babys hat. Einige interessante Meinungen haben wir aus der Fülle an Kommentaren hier zusammengefasst.
Miriam am 18. Juli 2008
Insgeheim erwische ich mich dabei, wie ich Mütter, die nicht stillen wollen, verurteilen möchte. Denn manchmal wundere ich mich, dass nicht alle Mamis das Stillen so super finden wie ich. … Aber es bringt nichts, schweren Herzens ein Baby zu stillen. Und diese Mami wird ihr Kind bestimmt genauso lieben wie ich meines. Muttermilch hat sicherlich nichts mit Mutterliebe zu tun.
Karla am 18. Juli 2008
Oh je, so eine Diskussion kann es nur in Deutschland geben. Ich wohne seit fast 12 Jahren hauptsächlich in Italien. Diese Grabenkämpfe gibt es hier überhaupt nicht. … Stillen ist eine sehr intensive und intime Sache, die nicht jede Frau mögen muss. Es ist natürlich in Deutschland ein absoluter Tabubruch, eine persönliche Abneigung gegen Brust-Ernährung auszusprechen. Eine Frau muss stillen wollen, ansonsten ist sie ein Fall für den Psychiater... Deutschland, deine Missionare!
Petra am 21. Juli 2008
Ich habe schon nach zwei Wochen abgestillt und bin total genervt, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen. … Nach sehr schwerer Schwangerschaft und Geburtstrauma bin ich sehr dankbar, dass ich nachts durchschlafen kann. Ich bin keine "Rabenmutter" aber so ein Baby kostet sehr viel Kraft, da sollte man sich gut überlegen ob man wirklich stillen muss.
Nadine am 22. Juli 2008
„…Irgendwie mag ich es nicht, wenn man sich schon vor der Geburt gegen das Stillen entscheidet. Wenn wirkliche Gründe vorliegen, weshalb man sein Kind nicht stillen kann, dann ist das sehr schade, aber eben nicht zu ändern.…Versuchen kann man es doch wenigstens und wenn man dann kein "Gefallen" daran findet, so hat man es doch zumindest probiert und das Kind bekommt die wichtige Vormilch mit.“
Kathleen am 19. Juli 2008
Typisch deutsch: Stillen Mütter keine 6 Monate sind die Leute fassungslos. Stillt eine Mutter ihr Kind länger als sechs Monate bekommt man verstohlene Blicke und Kopfschütteln. … Egal, für welchen Part man sich entscheidet: stillen oder nicht stillen - ein schlechtes Gewissen wird jedem gemacht.
Petra W. am 21. Juli 2008
… Da liest und hört man überall, wie wichtig das Stillen ist und wie schlecht es einem Baby doch geht, wenn es NICHT gestillt wird, wobei meist außer Acht gelassen wird, ob man nicht stillen will oder kann. Ich hätte gern gestillt… wegen des ganzen Still-Drucks von außerhalb habe ich mich als Frühchenmutter noch minderwertiger gefühlt, als ohnehin schon. Daher meine Bitte: Hört endlich auf, alle Mütter zu verteufeln, die ihren Kindern die Flasche geben.
Yvonne am 17. Juli 2008
Wie kommen Frauen und Männer nur dazu zu behaupten, dass es "zu wenig Milch" nicht gibt und es als eine Ausrede zum Abstillen benutzt wird? Ich finde das unverschämt. Ich hatte tatsächlich zu wenig Milch. Mein Baby hat keine Nacht geschlafen und nur geschrien. Erst als es mit der Flasche gefüttert wurde, wurde alles besser.
tily am 17. Juli 2008
Das Muttermilch das Beste ist, ist ja bekannt, aber die Selbstverständlichkeit, mit der "Stillen gut - alles gut" vorausgesetzt wird, nervt. Ich habe 4 Monate voll gestillt - mein Kind war schmal, schlapp und "mies gelaunt". Vom Kinderarzt wurden wir zum Ostheopathen geschickt. Auch weder Hebamme noch Pekip Leiterin kamen auf den Gedanken, dass die Maus schlicht nicht satt wurde - Mutter stillt ja schließlich, kann ja dann nur okay sein. … Erst mit dem Beginn des Zufütterns hatte ich ein zufriedenes, aufgewecktes und fröhliches Kind. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich vor lauter "moralischem Stilldruck" das Thema nicht vorher offensiver angegangen bin.
Elke am 16. Juli 2008
…Ich bin für mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Stillen. Jede Mutter hat das Recht selbst zu entscheiden ob Stillen: ja/nein. Das Baby nimmt keinen Schaden, wenn es nicht gestillt wird, alle andere Argumente fallen für mich allenfalls in die Kategorie "Rabenmutter" und diesen Stempel braucht heute sich keine Mutter mehr aufdrücken lassen!
Sandra am 16. Juli 2008
Ich finde es gut, dass sie es überhaupt erstmal mit dem Stillen probiert hat. Weil ich mir denke, das man nur herausfinden kann, ob man gerne Stillen möchte oder nicht, wenn man es auch versucht hat. … Allerdings sollte sich jeder für den Weg entscheiden können, der für das Baby und für einen selber am Besten ist. Ohne dafür verurteilt zu werden.
Marion am 16. Juli 2008
Ich finde es eine Frechheit, hier öffentlich Tipps zum Abstillen zu geben. Dafür erhält die Redaktion eine 6-. Das Ergebnis finde ich bedenklich. Über 70 % finden Abstillen völlig in Ordnung. Es gibt wenige Ausnahmen, wann man Abstillen sollte, aber nur weil man keine Lust mehr hat - kein Verständnis meinerseits ..!!
Mummy05 am 16. Juli 2008
Ich selbst hätte niemals aus "Egoismus" so früh mit dem Stillen aufgehört. Aber ich denke bei diesem Thema wie auch bei vielen anderen zum Thema Erziehung sind wir einfach zu engstirnig.
Steffi am 16. Juli 2008
Ich kenne diese leidige Diskussion...Ich habe meine Söhne (25 und 6 Monate) beide nicht gestillt, da ich 1. meinen Freiraum haben wollte und keine Lust auf Brustentzündungen habe und weil ich 2. aufgrund einer chronischen Erkrankung Medikamente nehmen muss. Ich bin bereit, mein letztes Hemd für meine Kinder zu geben, aber warum soll ich mich und meine Bedürfnisse aufgeben, WENN ES EINE VERNÜNFTIGE ALTERNATIVE gibt? Die Milchnahrungen heute sind alle einwandfrei, und bei beiden Kindern ist bis heute keine Allergie aufgetreten, auch ist mein Großer kaum krank. Außerdem hat mein Mann auf diese Weise das gleiche innige Verhältnis zu unseren Kindern wie ich. Wir sind der Meinung, bis jetzt alles richtig gemacht zu haben, da wir alle zufrieden sind!








So werden Sie Super-Mama!

@Sabine@fuenfer-family
Ich hatte zu wenig Milch. Ich habe trotz Zufütterns immer noch ca 12 Mal am Tag gestillt. Diese LaLecheLiga spinnt doch total!!!!!!! Ständig nur das eine sappeln, sappeln, sappeln.....
Ich hab so die Nase voll von diesen tollen Stillberatern!!!!!!
Ich wurde im Internet beraten, daraufhin wollte und wollte ich eine Stillberaterin. Die haben aber nie auf meine Anrufe, Emails, Bitten reagiert. NIE
Ich war auf mich allein gestellt. Ich will immernoch stillen, aber er will nicht mehr.
Er hatte bei der Geburt Gelbsucht. Er hatte sehr viel abgenommen und wachte nicht auf Tag und Nacht. Die Schwestern haben mir das Schlafen vollkommen verboten. Ich sollte ihn aufwecken und stillen. Eine Schwester nach der anderen konnte ihn nicht aufwecken.
Zuhause habe ich es dann weiter versucht und versucht. Ich habe ihn vollgestillt aber er hat nicht zugenommen. Ich wollte auch nicht zufüttern, dann kam meine Hebame und hat das Zufüttern einfach eigeführt. So ist es.
Ich hatte alles versucht. Ich hatte meinen Sohn von Geburt an gestillt und zugefüttert. 12 mal am Tag gestillt und drei Mal zugefüttert. Jetzt mit fast 5 Monaten stillt er ab. Ich kämpfe und kämpfe..... Die ganzen Meinungen, Einmischungen und Kommentare habe ich auch soooooooooooooo satt.
Ich muss immer heulen wenn ich lese, dass jemand sich ärgert dass er zu viel Milch hat.
Das schlimmste an all dem ist, dass er meine Brust ständig anguckt und wenn ich ihn anlege dreht er sich um und schreit
Leider kann ich auch bestätigen, was "Kathleen am 19. Juli 2008" geschrieben hat: ich stille meine Tochter nun schon seit 10 Monaten. Da sie doch recht groß ist für ihr Alter, kommen da schon sehr oft ungläubige, beinahe angewiderte Blicke. Familienintern gibt es da leider auch einige, die fragen, ob ich nicht endlich abstillen will, damit das Kind etwas ordentliches bekommt. Andere fragen immer ganz ungläubig: was? Hast du etwa noch genügend Milch?
Ich lass mich durch all diese Kommentare nicht beirren und höre auf meinen Instinkt und auch auf die Signale meiner Tochter. Sie bekommt vormittags zwei Stillmahlzeiten, mittags ihren Brei, nachmittags leckere Fruchtsnacks oder MuMi (wie sie will) und abends erst lecker Obst-Getreidebrei und noch mal MuMi. Wir kommen super klar damit und machen uns im täglichen Leben keinen Kopf darüber - alles ganz so wie es sein soll.
Das ist unsere Lösung und wir leben gut so!
Wer aus medizinischen Gründen nicht stillen kann, der hat mein Mitgefühl, denn sie verpasst etwas wundervolles.
Wer ohne es zu probieren Stillen verurteilt, erhält von mir nur Unverständnis, denn wie kann man etwas verurteilen und ablehnen, was man gar nicht kennt??
Als allererstes möchte ich mich zum Kommentar von Marrion äussern, die einzige "frechheit" ist liebe Marion öffendlich so eine beschränkte und offensichtlich verwirrte Aussage kundzutun!! Jede Mutter hat das Recht selbt zu Entscheiden wann, ob und wielange sie Stillen will. Daher hat auch jedes Individuum selbstverständlich auch unterschiedlichen Bedarf an Informatonen!!!!Die eltern.de Seite ist kostenfrei und bietet ein breites Spektrum an Informationen vom Kinderwunsch bist zum Kleinkindalter,mich jedenfalls hat es vom Kinderwunsch bis zum Kleinkindalter begleitet und bereichert!!Dafür ein großes Lob und ein fettes DANKE an das ganze Eltern.de Team!!! Traurig zu lesen, dass manche dieses Medium missverstehen und verurteilen.
Liebe Grüße
Also vor der Geburt meiner Tochter war ich sehr unsicher ob ich Stille oder nicht, dann kam sie und wollte keine 10 Minuten später an die Brust. Folge blutige wunde Brustwarzen, aber nach 3 Wochen war alles wieder heile. Nun ist sie 9 Monante alt und ich Stille immer noch. Aber nun kommen immer wieder welche mit:" Du Stillst immer noch, willst du nicht damit auf hören!?!" Also was soll der scheiß, jeder wie er mag. Aber man sollte sich nicht hinter irgent welchen Aussagen verstecken: "Bei mir klappte es nicht!" Stillen ist harte Arbeit, vorallem auf die Dauer. Trotzdem muß es jeder für sich selber entscheiden. Aber billiger ist Stillen auf jeden fall und Nachts super praktisch! Meine Tochter mag bis heute keine Folgemilch, also geht es noch weiter. :-)
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