Tagesrhythmus

Alles im Takt

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Tagesrhythmus: Alles im Takt

mauritius images/ Bananastock

Marias Tag hat trotz Mutterschutz eine ziemlich klare Struktur: aufstehen, duschen, Morgenrunde mit dem Hund. Drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischensnacks. Abends "Verbotene Liebe" und die Nachrichten gucken, gegen halb elf geht’s ins Bett. Auch Tom ist an einen festen Rhythmus gewöhnt: 20 Minuten schlafen, 20 Minuten spielen und turnen, dann wieder 20 Minuten schlafen. Rund um die Uhr. Tom kennt weder den Unterschied zwischen Tag und Nacht noch das Prinzip von Mahlzeiten, die es nur in einem bestimmten Abstand gibt. Denn Tom wohnt in Marias Bauch.

Das Baby gibt den Rhythmus vor

Drei Wochen später stehen beide, Maria und Tom, vor einer riesigen Herausforderung: ihre beiden so völlig unterschiedlichen Rhythmen unter einen Hut zu bekommen. Denn Tom behält nach der Geburt seinen vertrauten 20-Minuten-Rhythmus erst mal bei. Und Maria? Richtet sich natürlich erst mal ganz nach Tom.

Stillt ihn, wann immer er mag – und das ist eigentlich jede Stunde. Versucht zu schlafen, wenn das Baby schläft. Und isst irgendwann dazwischen hastig ein paar Bissen, von denen sie nicht sagen könnte, ob sie ein sehr verspätetes Frühstück oder ein enorm verfrühtes Mittagessen sind. "Verbotene Liebe"? Um halb elf ins Bett und schlafen bis zum nächsten Morgen? Vergiss es!

Für dich mach ich das gern!

Jeder Entwicklungspsychologe würde Maria applaudieren. Schließlich haben viele Studien gezeigt: Babys entwickeln sich am besten, wenn sie nach Bedarf gestillt werden und die Eltern auch sonst alle Bedürfnisse gleich befriedigen. Die eigenen Wünsche erst mal hinten anzustellen, ist bei Neu-Müttern und -Vätern ein ganz normales und natürliches Verhalten: Für ein Baby, das so bedingungslos von einem abhängig ist, verzichtet man leichten Herzens auf die vertraute Tagesroutine. Auch wenn die unberechenbaren Tage und die ständig unterbrochenen, anstrengenden Nächte natürlich schlauchen. Aber jetzt wird’s tricky: So richtig der Impuls ist, einfach alles für dieses Kind tun zu wollen – er birgt auch eine Gefahr: die Aufopferungs-Falle.

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