Wenn es um sie selbst geht, ist Mareike Nolte eher wortkarg: 26 Jahre alt, sechs Geschwister, auf die Sonderschule gegangen, oft gehänselt worden. Nach der Schule ist sie in ein Wohnheim gezogen und hat in einem beschützenden Betrieb gearbeitet, einer Bäckerei. Fertig.
"Sie darf jetzt auch schon Karottenbrei"
Aber wenn es um ihre vier Monate alte Tochter Lisa geht, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Heute Nacht ist sie nur einmal aufgewacht, vier Stunden hat sie am Stück geschlafen. Wenn ich nachts an ihr Bett komme, dann grinst sie mich gleich an! Sie kann sich schon fast allein auf den Bauch drehen. Und da unten im Mund, da kann ich fühlen, dass der erste Zahn kommt. Sie darf jetzt auch schon Karottenbrei!“ Dabei strahlen Mareikes Augen, und sie kitzelt ihre Tochter mit dem Zeigefinger unterm Arm, bis die glucksend lacht.
Auf solch eine Idylle war noch vor fünf Monaten kaum zu hoffen. Mareike Nolte hatte nichts von ihrer Schwangerschaft bemerkt. Als auffiel, dass ihre Regel schon einige Zeit ausgeblieben war, war es bis zum Entbindungstermin nicht mehr weit.
"Darf ich sie behalten?"
Aber Mareike Nolte konnte sich nicht vorstellen, ein Kind zu haben. Also sollte das Baby gleich nach der Geburt zu Pflegeeltern kommen. Doch als Mareike Nolte ihre Tochter zum ersten Mal im Arm hielt, wollte sie sie nicht hergeben. Sie erinnert sich: "Aber dann war da die Frage: Darf ich sie behalten?" Darauf wusste zunächst niemand eine Antwort, deshalb wurden Mutter und Tochter erst einmal getrennt: "Lisa kam in die Kinderklinik, sie wollten gucken, ob sie eine Behinderung hat. Ich bin jeden Morgen um sieben Uhr da gewesen. Dann habe ich ihr das erste Fläschchen gegeben und bin den ganzen Tag geblieben. Als Lisa aus dem Krankenhaus durfte, ist sie erst mal zu meiner Mama gekommen."
Währenddessen wurde ein Platz gesucht, wo Mareike Nolte zusammen mit ihrer Tochter würde leben können. Zwar gab es auch in Hildesheim ein Mutter-Kind-Heim, aber dort hätte Mareike Nolte nicht so viel Hilfe bekommen, wie sie braucht: "Da gab es keine Nachtbereitschaft. Darum bin ich jetzt hier."
Jede Mutter bekommt so viel Unterstützung, wie sie benötigt
"Hier", das ist das Familienhaus der Marie-Christian-Heime in Kiel. Neun Mütter und neun Kinder leben dort, jede hat anderthalb Zimmer für sich und ihr Kind. Küche und Bad teilen sie sich mit jeweils zwei anderen Müttern. Tag und Nacht sind immer mindestens zwei Fachkräfte im Einsatz, Sozialpädagoginnen, Heilpädagoginnen, Kinderkrankenschwestern. Auf diese Weise bekommt jede Mutter so viel Unterstützung, wie sie benötigt, sei es in der Babypflege, im Alltag oder beim Umgang mit Behörden.
Manche Mütter kochen am Wochenende auch selbst
Der Tagesablauf ist klar geregelt: Für Frühstück und Abendbrot kaufen die Mütter selbst ein und bereiten die Mahlzeiten auch zu, das warme Mittagessen wird von einer Hauswirtschaftsleiterin gekocht. Manche Mütter kochen am Wochenende auch selbst. Putzen und Aufräumen steht auf dem Wochenplan, der in Mareike Noltes Zimmer hängt, dazu Krankengymnastik für Lisa, aber auch einmal in der Woche ein Beratungsgespräch und eine "Mutter-Kind-Stunde".
Keiner hatte ihr gezeigt, wie sie ein Fläschchen zubereitet
Mareike Nolte erinnert sich an ihre ersten Tage im Familienhaus: "Am Anfang wollte Lisa nur bei mir bleiben und auf keinen anderen Arm." Ein gutes Zeichen für die Betreuer: Mutter und Kind haben schon in den ersten vier Wochen eine intensive Bindung aufgebaut. Dabei konnte Mareike Nolte anfangs ihr Kind nicht selbst wickeln, kein Fläschchen zubereiten. Weder die Schwestern im Krankenhaus noch ihre Mutter zu Hause hatten es ihr zugetraut - und deshalb auch nicht gezeigt. Das wird schnell anders, denn Mareike Nolte ist hoch motiviert.








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Ich finde das ganz toll ich habe selber einen seit 10 jahren croisch krnaekn sohn epelsie in schwerer forn sturzanfälle dadurch eine leichte hirnschädiung er ist jetzt 33 jahre alt und hat einen sohn 1 jahr alt. aber in der gesellschaft wird es schwer anerkannt das kranke menschen auch kinder und familenleben haben wollen.
Ich finde es sehr schön, dass es diese Einrichtung gibt. So haben auch Mütter mit Behinderung eine schöne Möglichkeit, ihre Kinder aufzuziehen. Ich finde es schlimm, dass es anscheinend echt noch Menschen gibt, die geistig behinderten Müttern ihr MutterDasein absprechen wollen. Am Fall von Mareike kann man doch gut sehen, dass man auch als geistig behinderter Mensch eine gute Mutter sein kann. Für Liebe und Wärme braucht man keinen IQ von 180...
ich aheb eine behinderung ich bin zu 60% behindert und sie haben mir schon zwei kinder weg genommen und mein dreites lebt bei meiner mutti und ich bekomme das virtte kind und das möchte ich gerne behalten das wegen tuhe ich auch da rum kempfen und ich will es auch so machen wie mareike ich möchte auch gerne in so einer geistig behinderung mütter in kiel ich will es allen zeigen das ich das kann
mit freudlichen grußen carolin
Ich finde es super das sie es sich zutraut und nicht andere leute für sie bestimmt.
Nur weil man eine Behinderung hat , heißt es nicht das man nichts kann (so wie viele es heute immer noch denken! ).
(4 Kommentare)