Bloß raus aus der Horizontalen!
Was fünf- bis sechsmonatige Babys denken, steht ihnen meist ins Gesicht geschrieben. Sehnsüchtig schauen sie, was die Großen über ihnen so machen. Sie verfolgen fasziniert die Geräusche, die vom Küchentisch kommen, wenn Papa Gurke schneidet oder Mama die Einkäufe auspackt. Ich! Will! Was! Sehen!
Eigentlich sollen Babys erst sitzen, wenn sie es ohne Stütze können. Aber fragen Sie da mal die Kleinen, die keine Lust mehr haben, immer auf dem Rücken zu liegen. Unsere Bilderstrecke zeigt den Weg von kleinen Sitzanfängern auf ihrem Weg in die Vertikale.
Sicher sitzen aus eigener Kraft
Leider können die meisten Kinder erst mit etwa sieben, acht
Monaten aus eigener Kraft sicher sitzen. So lange braucht die
Bauch- und Rückenmuskulatur, bis sie stark genug ist, den schweren
Kopf und das Skelett aufrecht zu halten. In der Gebärmutter liegen
die Babys aufgrund der natürlichen Enge neun Monate eingerollt
mit gekrümmter Wirbelsäule. Sie haben daher bei der Geburt ein
c-förmiges Rückgrat.
"Das streckt sich erst im Laufe des ersten Lebenshalbjahrs",
erklärt Sean Nader, Chefarzt der Kinderorthopädie
am Behandlungszentrum Vogtareuth. "Wenn man Kinder unnatürlich
früh ins Sitzen bringt, kann das unter Umständen zu einer Schädigung
der Gelenke und der Wirbelsäule führen."
Also nicht ins Hochstühlchen setzen? Nicht im Buggy transportieren,
wenn das Baby noch nicht sitzen kann? "Alles, was ein Kind aus eigener Kraft machen kann, ist in Ordnung", sagt Nader.
Es will sich hochziehen?
Nur zu. Es kommt aus der Schräglage in den Sitz? Wunderbar. Auch gegen Kinderwagen- Ausfahrten mit schräger Rückenlehne ist nichts einzuwenden, "allerdings sollte das Kind ausreichend Muskelspannung mitbringen, die meisten haben das mit fünf, sechs Monaten". Auch gelegentliches Füttern im Hochstuhl findet der Experte nicht tragisch. "Das Sitzen darf eben nur kein Dauerzustand sein."
Beste Aussichten für kleine Sitzanfänger
Die überwiegende Zeit des Tages sollte ein Baby liegen, so oft wie möglich in Bauchlage, denn "die fordert sie am meisten". Wichtig: Bewegungsfreiheit. Die sei der beste Entwicklungsmotor. Babyhopser sind deshalb tabu, Lauflerngestelle ebenso, schon wegen der Unfallgefahr. Mit den Zeiten in Autositz oder Wippe sollte man ebenfalls sparsam sein und beides nicht als Parkmöglichkeit im Haus verwenden - auch wenn Nader Verständnis für Eltern aufbringt, die schnell noch Mittagessen kochen müssen oder das Bad endlich putzen wollen.
Jeder einzelne Schritt ist wichtig
"Die motorische Entwicklung ist ein Prozess, der in vielen Einzelschritten
abläuft", erklärt der Kinderorthopäde, "die müssen
einer nach dem anderen selbst getan werden." Köpfchen heben, drehen, rollen, aufsetzen, krabbeln, laufen. Dabei finden nicht nur die Körperteile zueinander, es werden auch rechte und linke Gehirnhälfte verknüpft."Fehlt da ein Schritt", so Nader, "fehlen
Verknüpfungen, die später zu Bewegungsunruhe und Störungsmustern
bei fein abgestimmten Bewegungsabläufen führen können."
Auch Lesen- und Schreibenlernen ist vom Zusammenspiel
der rechten und linken Gehirnhälfte abhängig.
Fazit:
Eltern dürfen ihren Kindern solche Erfahrungen nicht abnehmen. Sie müssen
Unzufriedenheit und Frusterlebnisse ihrer Babys mittragen. Nur
Zwerge, die umfallen können, lernen auch, wieder aufzustehen.
Wenn man so will, ist das Zuschauen beim Sitzenlernen für alle
Beteiligten Training: für eine Haltung, die man in der restlichen
Erziehungszeit noch häufiger brauchen wird.
Wenn Ihr Kind anfängt zu sitzen, wird es auch bald Zeit für das richtige Stühlchen! Welchen Hochstuhl Sie für den richtigen halten, müssen Sie selbst herausfinden. Damit Ihnen die Entscheidung aber vielleicht etwas leichter fällt, haben wir für Sie eine kleine Auswahl an Hochstühlen in unserer Bildershow zusammengestellt.
Wann können die meisten Babys eigentlich sitzen?
Diese und weitere Fragen beantwortet unser Entwicklungskalender.







So werden Sie Super-Mama!

Da habe ich auch ganz tolle Hochstühle gefunden: http://www.wunschfee.com/inhalt/wohnen/artikel/besonderes-kennzeichen-lange-beine
Ein sehr interessanter Beitrag. Unsere Tochter wird 6 Monate alt und ist gestern im Kinderwagen sitzengeblieben, als mein Mann sie reinlegen wollte. Sie konnte sich prima halten. Die Fahrt im Kinderwagen erfolgte dann aber liegend.
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