Laufen lernen
 
Motorik: Wie und wann lernen Babys laufen?

Auf zwei Beinen aufrecht zu gehen, macht den Menschen aus. Das Kleine übt fürs Laufen lernen schon im Mutterleib. Die Entwicklung läuft von alleine, aber Du kannst mehr tun als stolz zuzugucken.

Laufen lernen
Thinkstock - Ron Chapple Stock
Inhalt: 
Die ersten drei Monate: StrampelnAb dem dritten Monat: Hoch das KöpfchenAb dem siebten Monat: KrabbelnAb dem zehnten Monat: SitzenAb dem zwölften Monat: Hochziehen und festhaltenWann können Babys frei stehen?Wann lernen Babys laufen?Brauchen Babys Schuhe?

Laufen lernen ist ein entscheidender Entwicklungsschritt bei Deinem Kind. Natürlich interessiert alle Eltern, ob sich ihr Kind motorisch "normal" entwickelt. Welche Entwicklungsschritte Dein Kind durchläuft, bis es alleine neben Dir her gehen kann, findest Du hier. Und wir zeigen Dir, wie Du Dein Kind beim Laufen lernen unterstützen kannst. Aber eins ist uns vorher wichtig:

Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Das eine krabbelt früh, sein erstes "Mama" kommt ihm aber vielleicht spät über die Lippen. Das andere schläft schon acht Stunden durch, will sich aber noch nicht umdrehen. Und ein drittes kann früher als alle anderen in der Krabbelgruppe frei sitzen, wacht aber nachts immer noch dreimal auf. Kinder haben ihr eigenes Entwicklungstempo. Also wundere Dich nicht, wenn die hier genannten Altersangaben nicht ganz genau mit dem Zeitpunkt des Laufen lernens bei Euch übereinstimmen. Hast Du trotzdem Zweifel, ob sich alles altersgerecht entwickelt, ist Dein Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.

Im Bauch: Das Lauftraining beginnt

Ja, bereits hier geht es los. Ab der 16. Woche spüren werdende Mütter, wie sich das Kleine in ihrem Bauch bewegt. Kräftige Tritte von innen kann sogar Papas Hand ab der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) von außen spüren. Das Baby stößt sich mit den Beinchen von der Gebärmutterwand ab: Lauf-Training!

Die ersten drei Monate: Strampeln

Laufen lernen wird der neugeborene Erdenbürger vermutlich erst mit etwa einem Jahr. Doch das bereits im Mutterleib begonnene Training geht in den ersten Lebensmonaten in Riesenschritten weiter. Bei der zweiten Vorsorgeuntersuchung werden die Reflexe des Säuglings getestet. Dabei sieht man unter anderem dem Schreitreflex: Das Neugeborene kann bereits die Füße heben und senken. Wird es vom Arzt auf eine feste Unterlage gehalten, sieht es so aus, als würde es laufen. Dieser Schreitreflex verschwindet wieder. Aber auch im Liegen ist der Wille zur Bewegung zu sehen. Sobald die Windel ausgezogen wird, zieht das Kleine die Beinchen an und streckt sie wieder aus.
Tipp: Lass Dein Kleines ausgiebig „Fahrrad fahren“ und spüre, wie seine Füße gegen Deine Hände drücken.

Ab dem dritten Monat: Hoch das Köpfchen

MIt ein wenig Anreiz kommen Babys in Schwung
iStock, DaveLongMedia

Bewegung ist anstrengend und die Kleinen stöhnen und ächzen schon mal, wenn sie ihre körperlichen Grenzen austesten und erweitern wollen. Gut zu sehen und hören ist das, wenn Du Dein Baby in Bauchlage drehst. Es kann kurz den Kopf heben und guckt sich neugierig um. Wie mühsam es ist, den im Verhältnis zum Körper sehr schweren Kopf zu heben, zeigt Dir das Kleine aber auch gleich. Zu Beginn kann es das Köpfchen nur sehr kurz hoch halten. Aber mit etwas Training klappt das bald immer länger und besser.

Tipp: Ermuntere Dein Baby in regelmäßigen kurzen Trainingseinheiten, das noch sehr schwere Köpfchen zu heben, um die gesamte Muskulatur zu stärken. Du wirst sehen, bald stützt sich das Kleine freudig mit den Händen in Bauchlage ab und hält sein Köpfchen selbstständig. Auf einer Krabbeldecke kannst Du ihm erste Spielsachen anbieten, die es entdecken und nach links und rechts danach greifen kann. Viele Kinder können sich mit einem halben Jahr schon selber auf die Seite und wieder zurück drehen. Dabei übt es den Gleichgewichtssinn.
Achtung: Jetzt bitte Dein Baby auch nicht mehr für einen kurzen Augenblick unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode oder dem Sofa liegen lassen. Denn die erste Drehung kommt ohne Vorwarnung.

Ab dem siebten Monat: Krabbeln

Auf dem Weg zum Krabbler
iStock, Radist

Jetzt gibt es kein Halten mehr. Dein Kleines will da hin, wo Du bist und hingehst, und dazu muss es rollen, robben und kriechen. Manchmal haben die Kleinen leider noch den Rückwärtsgang eingelegt, was einigen Frust bedeutet, wenn man sich immer mehr vom ersehnten Ziel wegbewegt und am Schluss unter dem Sofa feststeckt.
Tipp: Unterstütze Dein Baby beim Robben, indem Du ihm eine Hand an die Fußsohle legst, damit es sich davon weg nach vorne abdrücken kann.

Manche Kinder kreisen erst nur um die eigene Achse und kommen nicht richtig vom Fleck. Aber irgendwann geht der Popo hoch und die Kleinen stehen im Vierfüßler-Stand. Dann wird oft erstmal nach vorne und hinten geschaukelt und sich mit der neuen Position vertraut gemacht. Aber irgendwann hebt sich das Händchen vom Boden und wird ein Stück weiter vorne wieder abgesetzt. Jetzt kann das Krabbeln losgehen. Das ist eine Möglichkeit, voran zu kommen. Wie geschickt sich Babys noch fortbewegen können, siehst Du in unserer Bildergalerie.

Falls noch nicht geschehen, raten wir Dir, Dein Zuhause kindersicher zu machen, denn die kleinen Entdecker werden die gesamte Wohnung erkunden. Am besten begibst Du Dich selber auf alle Viere und checkst aus dieser Perspektive, wo man sich demnächst hochziehen oder wo man Finger reinstecken kann. Denn Dein kleiner Weltenentdecker wird das alles ausprobieren.

So krabbeln Babys

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Ab dem zehnten Monat: Sitzen

Im Sitzen hat Dein Baby einen besseren Überblick. Viele schaffen diesen wichtigen Entwicklungsschritt über den Vierfüßer-Stand und setzen sich dann nach hinten auf den Popo. Andere gehen den bauchmuskelfordernden Weg direkt aus der Rückenlage und machen einen Sit-up, bis sie sitzen. Setzt man ein Baby hin, bevor es dies aus eigener Kraft kann, gerät es schnell aus dem Gleichgewicht und kippt seitlich um. Erst wenn Dein Baby sich selbst ausbalancieren und zur Not mit dem Fäustchen abstützen kann, setzt es sich selber hin. Jetzt ist der Rücken stabil, die Hände sind frei.

Sitzen lernen - Schritt für Schritt

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Ab dem zwölften Monat: Hochziehen und festhalten

Da Mama und Papa alle spannenden Dinge höher gestellt haben, reicht das Sitzen irgendwann auch nicht mehr. Die Kleinen versuchen bald, sich an Tischen, Stühlen und Regalen hochzuziehen. Auch seitlich am Sofa langhangeln, klappt bald ganz gut. Da das Objekt der Begierde, das Handy, auf dem Sofatisch liegt und leider der ausgestreckte Arm nicht bis dahin reicht, müssen bald die ersten freihändigen Schritte her.
Laufen lernen fängt nämlich auch mit den Fingern an. Sie werden dringend gebraucht - zum Hochziehen an der Sofakante und an allem, was die richtige Höhe hat. Plötzlich ist alles eine Lauflernhilfe. Sitzt der Klammergriff, beginnt Dein Baby mit der Beinarbeit. Erst das eine gerade stellen, dann das andere Bein nachziehen. Danach ausbalancieren, festhalten - geschafft!
"Toll, mein Schatz." Dein begeistertes Lob ermuntert Dein Baby und es dreht das Köpfchen in Deine Richtung, lässt vielleicht sogar schon eine Hand los. Im Drehen hat es das Gewicht von der einen Körperhälfte auf die andere verlagert. Genau das muss es können, damit die ersten Schritte klappen und es laufen lernt.

Laufen lernen

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Der Seitwärtsgang

Immer seitwärts am Sofa lang hangeln
iStock, Alija

Im Durchschnitt sind Kinder 13 Monate alt, wenn sie ein, zwei vorsichtige erste Schritte zur Seite wagen. Festhalten ist jetzt immer noch sehr wichtig, aber immerhin wissen die Füßchen, wo's langgeht. Zuerst schleifen sie noch seitwärts über den Boden. Doch schon bald werden die Bewegungen schwungvoller und Dein Kind hebt das eine Füßchen deutlich hoch und stellt es neben das andere. An einer Hand laufen die Kleinen im Cowboy-Gang auch schon freudig einige Meter mit. Du siehst Deinem Kind die Anstrengung richtig an – kein Wunder, wenn es manchmal noch die Beine einknicken. Oft gönnt es sich dann einen Rückfall in die Krabbelzeit. Geht halt erstmal noch schneller auf allen Vieren. Aber der nächste Anlauf kommt bestimmt, hab ein wenig Geduld.

Wann können Babys frei stehen?

Endlich die ersten freien Schritte
iStock, M_a_y_a

Aus dem Sitzen aufstehen, ohne rettenden Griff - wenn Babys das können, sind sie etwa 14 Monate alt. Vielleicht hast Du Deinem Kind eine Hand gereicht, damit es ihm nicht ganz so schwer fällt, sich vom Boden zu lösen. Dafür steht es jetzt da wie eine Eins. Na ja, eher wie eine Zwei, denn die Knie sind doch noch ein bisschen weich. Wird schon! Laufen lernen will gelernt sein, Schritt für Schritt.

Wann lernen Babys laufen?

Es ist geschafft, ein Schritt vor und dann noch einen. Mit durchschnittlich 15 Monaten ist es so weit, dass Kinder "echt" laufen können. Gewicht verlagern, ausbalancieren, Schwung holen - all das braucht Geschick und Übung. Unermüdlich trainiert Dein Kleines, und täglich wird es ein Schrittchen mehr. Und keine Sorge, die O-Beine beim Laufen lernen sind ganz normal, alle Babys haben sie.
Bald schafft es Dein Kleines, ohne rettende Hand von den Eltern aufzustehen und loszulaufen. Wenn auch noch etwas wackelig, rennt es glucksend vor Glück durch die Wohnung. Nun heißt es, als neue Herausforderung das rechtzeitige Abbremsen zu lernen, um nicht am Ziel vorbei zu laufen.

Bremsen, ohne hinzufallen

Jetzt gibt es kein Halten mehr, Dein Kleinkind läuft wie aufgedreht. Zunächst hilft noch der Po als Notbremse. Mit durchschnittlich 16 Monaten braucht es auch dieses Hilfsmittel nicht mehr. Dein Kind kann seine Schritte so dosieren, dass es vor dem Ziel langsamer wird.

Motorik-Spielzeug: Die laufen so mit!

Hier watscheln und fahren putzige Tiere und schnittige Fahrzeuge: Spielzeug zum Ziehen und Schieben ist lustig - aber auch gut für die Entwicklung. Denn es regt Kinder zum Krabbeln und Laufen an.

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Jetzt geht es aufwärts

Treppen wirken faszinierend für krabbelnde Babys
iStock, michellegibson

Und kaum können die kleinen Laufanfänger sicher die ersten Schritte alleine machen, ist gleich das nächste Ziel in Sicht: Es geht aufwärts. Das kann die Treppe im Haus sein oder die Leiter zur Rutsche auf dem Spielplatz. Hoch geht dabei oft erstmal leichter als wieder runter. Und auch rückwärts gehen hat es in sich, denn dafür muss Dein Kind Raumgefühl entwickeln.
Tipp: Wenn Du testen möchtest, ob Dein Kind schon etwas rückwärts laufen kann, leg ihm einen Ball vor die Füße. Um den Ball weg zu schießen, nehmen Kinder oft ein paar Schritte Anlauf.

Brauchen Babys Schuhe?

Brauchen Babys Schuhe?
iStock, milandmitic

Es gibt so genannte Lauflernschuhe. Ob Kinder damit schneller Laufen lernen und ab wann Babys generell Schuhe tragen können, diesen Fragen sind wir in einem anderen Beitrag nachgegangen, den Du hier nachlesen kannst.