Wer in diesen Tagen mit seinem Baby einen Termin für die Sechsfachimpfung beim Kinderarzt hat, kann nur hoffen, dass der Kinderarzt noch ein Präparat vorrätig hat. "Im Moment bekommen wir keine Sechsfach-Impfstoffe geliefert", so Dr. Heinz Reiniger, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern. In seiner Praxis setzt der Kindearzt nun andere Prioritäten: "Wir haben noch etwas Impfstoff vorrätig. Mit unseren Restbeständen impfen wir im Moment nur Säuglinge. Bei älteren Kindern, die zur Auffrischung kommen, verschieben wir die Impfung, bis wieder genügend Impfstoff zur Verfüngung steht."
Impfungen gegen Kinderlähmung, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten und Haemophilus influenza, wie sie die Sechsfach-Impfung beeinhaltet, sind aber trotzdem möglich. Denn viele Kinderärzte, die keinen Sechsfach-Impfstoff mehr haben, weichen zur Zeit auf einen Fünffachimpfstoff aus, dem nur Hepatitis B fehlt. "Doch das ist auf Dauer auch nicht die Lösung", so Dr. Reiniger. "Wenn das alle Praxen so machen, dann ist in vier Wochen auch der vergriffen."
Der Grund für den Impfstoffengpass: Die Pharmafirma Glaxo Smith Klein (GSK) ist der einzige Hersteller, dessen Sechsfach-Impfstoff "Infanrix Hexa" in Deutschland zugelassen ist. Gleichzeitig stellt GSK aber auch das Impfserum gegen die Schweinegrippe her. Eine GSK-Sprecherin verwies gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auf die "vorrangige Produktion von Pandemie-Impfstoffen und die notwendige Prozessumstellung". Kurz gesagt: Die Firma hat sich in den vergangenen Monaten voll auf die Produktion des Schweinegrippeimpfstoffes konzentriert, weshalb Kinderimpfstoffe wie der Sechsfachimpfstoff oder auch der Vierfachimpfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken nun zur Mangelware wurden. "Was Impfstoffe angeht, sind wir in Deutschland total abhängig von einigen wenigen Pharmakonzernen, das ist eine Sauerei", so Dr. Reiniger. "Bei diesen Kinderimpfstoffen gibt es keine Spitzen - man weiß wie viele Kinder im Jahr in Deutschland geboren werden, deshalb weiß man auch, wieviel Impfstoff man produzieren muss."








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