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Muttermilch: Muttermilch spenden

Muttermilch: Die beste Wahl für Babys

Laut Weltgesundheitsorganisation ist Milch, direkt aus der Brust der eigenen Mutter, die beste Nahrung für Babys. Ähnlich gut ist abgepumpte Muttermilch, am drittbesten gespendete Milch einer anderen Frau. Auf Platz vier folgt industriell hergestellte Säuglingsmilch. Muttermilch enthält Verdauungsenzyme, die der Darmflora des Babys optimal angepasst sind, und Immunstoffe, die das Baby vor Infektionen schützen. Kein Wunder also, dass Muttermilch begehrt ist. Wer zu viel davon hat, kann daran verdienen. Zumindest in den USA: Auf der Internetplattform www.onlythebreast.com. zum Beispiel verkaufen Mütter ihre Milch an andere, bei denen das Stillen nicht klappt. Die Preise liegen umgerechnet zwischen 1 und 2,50 Euro für 100 ml. Wer sein Baby komplett damit ernähren will, muss also bis zu 20 Euro pro Tag auf den Tisch legen. Umgekehrt heißt das: Frauen mit überschüssiger Milch können monatlich bis zu 600 Euro erpumpen.

Der Bedarf nach Muttermilch steigt

In Deutschland gibt es bislang noch keinen kommerziellen Handel mit Muttermilch. Dabei ist auch hier der Bedarf groß. Der Hauptgrund: die steigende Zahl von Frühchen. Heute kommen fast zehn Prozent der Babys vor der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt. Diese Zahl wird in dem Maße steigen, wie Erstgebärende älter werden. Immer mehr Babys werden außerdem durch künstliche Befruchtung gezeugt - darunter viele Mehrlinge, die oftmals sehr klein sind. Muttermilch ist für sie die beste Medizin. Weil die Milchproduktion der Frühchenmütter vor lauter Stress aber oft schwer in Gang kommt, setzen immer mehr Kliniken auf gespendete Muttermilch.

Was tue ich, wenn ich Muttermilch spenden will?

Muttermilchbanken

Zehn davon existieren noch in Ostdeutschland. Erstaunlich: Nachdem 1972 die letzte Sammelstelle im Westen der Republik dicht machte, wird gerade am Klinikum Großhadern in München die erste wieder aufgebaut. Diese Banken sammeln, testen und pasteurisieren die Milch und geben sie an kranke Babys und Frühchen ab. Die spendenden Mütter bekommen eine Aufwandsentschädigung von fünf bis sechs Euro pro Liter abgepumpter Muttermilch. "Nach einem Bluttest und einer genauen Befragung kann jede Frau spenden, die gesund ist, nicht raucht und nicht trinkt, voll stillt und ein eigenes Baby unter sechs Monaten hat", sagt Dr. Rico Höltzel, Leiter der Neonatologischen Intensivstation am Klinikum Chemnitz. Adressen finden Sie unter www.milchbanken.de.

Die beste Freundin

Abpumpen, einfrieren, in der Kühlbox der Freundin übergeben, das ist vor allem praktisch, wenn die Babys in etwa das gleiche Alter haben, weil sich Muttermilch an die Bedürfnisse des gestillten Babys anpasst. "Auch heute gibt es Mütter, die ihre Kinder kreuz und quer stillen", sagt Denise Both, Stillberaterin aus Füssen und Mitglied der Nationalen Stillkommission. "Aber man sollte im Hinterkopf behalten: Es gibt Krankheiten wie Aids oder Hepatitis C, die möglicherweise auch über die Muttermilch übertragbar sind."

Auf Facebook anbieten

Netzwerke wie "Human Milk for Human Babys" (HM4HB) oder "Eats on Feats" bauen - ausgehend von den USA - lokale Facebook-Gruppen weltweit auf, auch in Deutschland. Bislang handelt es sich um ein reines Spendenangebot. Nachteil: Wer sich gespendete Muttermilch einer fremden Frau schicken lässt, kann sich über die Qualität nicht sicher sein.

Autor

Christiane Börger


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