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Babyernährung

Ist Babymilch gentechnikfrei?

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Babyernährung: Ist Babymilch gentechnikfrei?
Waren mit gentechnisch veränderten Zutaten sind in Deutschland kaum zu finden. Sie müssten gekennzeichnet sein. Allerdings: Bei tierischen Lebensmitteln wie Eiern, Fleisch und Milch muss nicht erkennbar gemacht werden, ob Genpflanzen im Futtertrog gelandet sind. Die Umweltorganisation Greenpeace hat jetzt geprüft, inwieweit gentechnisch veränderter Mais oder Soja an die Kühe verfüttert wird, deren Milch zu Herstellung von Babymilchpulver und Babybreien dient.

Die Ergebnisse sind in einem Einkaufsratgeber veröffentlicht. Auch Schulmilch wird darin bewertet. (Den Ratgeber "Milch für Kinder" können Sie hier runterladen: www.greenpeace.de/ratgeber oder per Telefon oder Fax bestellen: Tel. 040/306 18-120, Fax 040/306 18-100.

Welche Milch ist gesundheitlich riskant?

Wirklich sicher ist nur Bio!

Gesundheitlich riskant ist die Milch von Tieren, die Genpflanzen zu fressen bekamen, nicht. Die Milch und somit das Milchpulver, die Laktose und andere aus ihr gewonnene Grundzutaten sind dadurch selbst nicht gentechnisch verändert. Die Umweltorganisation möchte Verbraucher aber motivieren, mit ihrem Einkauf Einfluss darauf zu nehmen, ob weltweit der Anbau von genmanipulierten Pflanzen verringert oder gefördert wird. Es geht um ökologische Aspekte und die Frage, ob man mit seinem Kaufverhalten Produktionsmethoden ändern will.

Kurz gefasst lautet das Ergebnis: Wer Gentechnik vom Acker fernhalten möchte, muss Bio kaufen. Bei Bioprodukten werden garantiert nirgendwo in der Herstellungskette gentechnisch veränderte Lebensmittel eingesetzt. Ein Siegel "gentechnikfrei" hingegen verwendet kein Hersteller, da die gesetzlichen Auflagen hierfür so weit reichen, dass die nötigen Kontrollen schier undurchführbar werden. Alexander Hissting, Gentechnik-Experte der Umweltorganisation Greenpeace: "Wir versuchen, hier Transparenz zu schaffen."

Und was sagen die Milchhersteller?

Der gößte Anbieter von Bio-Säuglingsmilch ist Hipp. Claus Hipp begründet sein Engagement so: "Da Milch der wichtigste Bestandteil aller Säuglingsmilchnahrungen ist, spielt es für uns eine große Rolle, woher die Ursprungsmilch stammt und welches Futter die Kühe erhalten haben."

Die Hersteller Nestlé (Alete, Beba, Milasan) und Danone (Milupa, Milumil, Aptamil) verzichten auf Gentechnikkontrolle. Pauline Lindwall, Geschäftsführerin der Nestlé Nutrition GmbH, verweist aber darauf, dass Nestlé für die Säuglingsmilchnahrung keinerlei Zutaten aus gentechnisch veränderten Quellen beziehe. "Wir kontrollieren die Zusammensetzung und Qualität der Rohstoffe und Zwischenprodukte. Die Frage der Fütterung mit oder ohne Pflanzen aus genverändertem Anbau hat keine Auswirkungen auf die Milch oder die milchbasierenden Rohstoffe."

Ähnlich verhält sich Milupa: "Der Großteil unserer Milch kommt von Kühen, die acht Monate in Irland auf der Weide stehen", so Sprecher Stefan Stohl. "Aber wir können die Zufütterung nicht detailliert auf gentechnisch produzierte Zusatzstoffe kontrollieren. Priorität hat die Kontrolle der Endprodukte, etwa auf Fungizide oder Herbizide - Milupa-Produkte durchlaufen bis zu 300 Tests."

Töpfer ist ein Hersteller aus Dietmannsried im Allgäu, der fast ausschließlich Produkte in Bio-Qualität anbietet und schon seit 1953 mit der probiotischen "Lactana"-Milchnahrung auf dem Markt ist. Wissenschaftlicher Leiter Markus Jehle: "Alle Lieferanten unserer Milchrohstoffe stammen aus dem süddeutschen Raum oder Österreich. Auch die hydrolysierten Milcheiweiße für die HA-Nahrung beziehen wir aus Deutschland."

HA-Milchnahrung gibt es bisher nicht in Bio-Qualität

Grund: Die wenigen Hersteller der dafür notwendigen hydrolisierten Molkenproteine verwenden Milch aus konventioneller Viehhaltung. Greenpeace-Experte Hessting: "Man braucht eine gewissen Marktmacht, um bei diesen hoch spezialisierten Herstellern Bedingungen stellen zu können." Doch selbst hier bewegt sich was: Die Milchnahrungshersteller Hipp ("Hipp HA") und Töpfer ("Lactana-HA") wollen dieses Jahr beginnen, extra Chargen aus Biomilch zu HA-Konzentrat verarbeiten zu lassen. Und es tut sich noch mehr: Bis Ende des Jahres sollen auch die Lieferanten für die konventionelle Hipp-Marke Bebivita auf gentechnikfreie Fütterung verpflichtet werden. Hersteller Humana ("Lasana") ist ebenfalls mit seinen Vorlieferanten im Gespräch, mehr gentechnikfreie Produkte anzubieten.

Autor

Bettina Koch


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von lebenslust am 11. Mai 2011, 13:49 Uhr

    Verbraucher und Erzeuger müssen sich auf regionaler Ebene zusammenschließen und selbst kontrollieren, wie erzeugt und verarbeitet wird. Dann hört der Schwindel um Genfutter und -nahrung von ganz alleine auf.
    Nicht Milupa muß umdenken - wir Verbraucher müssen umdenken.


  • von almika am 1. Juni 2010, 22:07 Uhr

    Milupa verwendet Milch von Kühen, die Gen-Futter bekommen!
    Ich finde die Idee "für Kinder kochen" mit Cornelia Poletto sehr gut. Die Zusammenarbeit mit Milupa und die ständige Werbung von Milupa in der Eltern-Zeitschrift finde ich sehr schade.
    Auch soll Milupa nicht gerade familienfreundlich zu ihren Mitarbeitern sein...
    schade!
    Warum schaffen es andere Unternehmer wie HIPP, wirklich gesunde Babynahrung herzustellen und dabei die Umwelt für die Kinder nicht durch Gen-Futter zu schädigen?
    Milupa sollte endlich anfangen umzudenken!


    (2 Kommentare)

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