Stillen
 
Die Ernährung in der Stillzeit

Stillende brauchen keine spezielle Diät. Doch sie sollten beim Essen darauf achten, dass ihre Milch reich an wichtigen Nährstoffen für das Baby ist. Welcher Speiseplan Mutter und Kind gut tut, lesen Sie hier.

Die Natur macht es stillenden Müttern einfach

Stillen: Die Ernährung in der Stillzeit

Die Ernährung während der Stillzeit ist unkompliziert. Neueste Untersuchungen bestätigen, dass eine stillende Mutter grundsätzlich weder bestimmte Nahrungsmittel meiden, noch zu sich nehmen muss. "Es reicht, wenn sie von allem, was sie gerne mag, ein bisschen mehr isst", weiß Frauke Bratz von der La Leche Liga, einem Verband, der stillende Frauen berät. "Wenn man sich vielseitig ernährt, ist alles enthalten, was man braucht."

Eine ausgewogene Ernährung garantiert, dass es der Mutter an nichts fehlt. Das bedeutet: Viel Obst und Gemüse, ausreichend Getreideprodukte und Kartoffeln, mäßig Fleisch und Milchprodukte, wenig Fett und Süßigkeiten. Auch muss die Stillende - entgegen Omas Rat - nicht für zwei essen. Rechnerisch braucht sie zwar täglich ungefähr 500 - 600 Kalorien mehr. Doch meist bewegt sie sich in der Stillzeit weniger und senkt so den täglichen Energieverbrauch. Der Körper hat sich bereits in der Schwangerschaft gut vorbereitet - die Fettpölsterchen sind jetzt Energielieferanten.

Das Baby ist bestens versorgt

Die Milch wird immer so produziert, dass das Baby bestens versorgt ist: Eiweiß, Laktose und Immunstoffe gelangen automatisch in ausreichender Menge in die Milch. Kalzium, Eisen, Zink und Kupfer gehen ebenfalls immer in die Milch über.

Stillende Mütter können durch ihre Nahrung den Gehalt an hochwertigen Fetten beeinflussen sowie an den Mineralien Jod, Fluor, Mangan und Selen, und an Vitaminen. Diese bekommen Sie aus Obst, Gemüse und kalt gepressten Ölen - am besten in Bioqualität.

Seefisch ist wichtig, denn er liefert hochwertige Fette, wie etwa die Omega-3-Fettsäure DHA. Vermeiden Sie jedoch Thunfisch, denn er steht am Ende der Nahrungskette und könnte stark belastet sein.

Auch jodiertes und gefluortes Speisesalz, allerdings in Maßen, ist zu empfehlen - übrigens nicht nur in der Stillzeit: Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht genug Jod und Flour zu sich nimmt.

Beliebte Stillpositionen

Milchbildende Tees?

In der Regel sind Speisen und Getränke, denen milchbildende Wirkung nachgesagt wird, nicht unbedingt nötig. Dass Milch, Milchbildungstee oder gar Bier - auf welches Sie ohnehin wegen des Alkoholgehaltes verzichten sollten - das Milchvolumen steigert, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Hinter diesen Tipps steckt nach Experten-Vermutung etwas anderes: Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Stillen, die Frau nimmt sich Zeit für die Prozedur und entspannt. Und eine entspannte Psyche beschert einen besseren Milchfluss.

„Das bekommt meinem Baby nicht!“

Viele Mütter beobachten, dass ihr Baby manche Speisen nicht verträgt. Auch Hebammen empfehlen häufig, keinen Kohl, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte zu essen, weil das Kind sonst Blähungen bekommen könnte.

Hierfür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. "Grundsätzliche Enthaltsamkeit ist nicht nötig", rät Frauke Bratz. "Am besten ausprobieren, was dem Kind gut tut".

Auch bestimmte Obst- und Gemüsesorten sollte man nicht vom Speiseplan verdammen. Obwohl oft empfohlen wird, kein säurehaltiges Obst wie Orangen oder Beeren zu essen, ist nicht nachgewiesen, dass sie den pH-Wert der Milch verändern.

Viele Stillende haben Angst, dass die Säuren von Südfrüchten dem Baby einen wunden Po bescheren. Dabei enthalten gerade diese Früchte so viel von dem, was Mutter und Kind brauchen. Wissenschaftlich gesehen bekommt nur eines von 100 Babys einen wunden Po von Fruchtsäure - also auch am besten ausprobieren.

Auf bestimmte Lebensmittel ganz verzichten sollten nur Frauen, in deren Familie Allergien bekannt sind. Am besten sie lassen sich von einem Allergologen beraten, worauf sie achten sollten.

Vegetarische Ernährung

Laktoovovegetarierinnen, die kein Fleisch aber Eier und Milchprodukte essen, brauchen sich nicht zu sorgen: Sie selbst und ihr Baby bekommen, was sie brauchen.

Nur den Eisenhaushalt sollten sie im Auge behalten, der bereits in der Schwangerschaft beansprucht wurde.

Eine vegane Lebensweise (ohne Fleisch, Eier und Milchprodukte) ist für Stillende nicht zu empfehlen. Die Mutter kann sich dabei selbst mit erheblichem Eiweiß-, Kalzium- und Eisenmangel schaden, und dem Baby fehlt es an den Vitaminen A, D und B.

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