Babyernährung

Stillen und Flaschennahrung: Zwiemilch für Babys

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Babyernährung: Stillen und Flaschennahrung: Zwiemilch für Babys

Doppelte Milchquelle: Zwiemilch für Babys

Stillmütter und Fläschchenmütter vertragen sich nicht immer gut. Kuh-Mamis gegen Fütter-Egoistinnen. Oft geht's bei den Diskussionen hoch her, auch bei uns im Forum. Was ist aber mit Müttern, die in keines der Klischees passen? Weil sie beides tun, stillen und Fläschchen geben? Öfter anlegen, Milchfluss um jeden Preis in Gang bringen, raten die einen. Klare Entscheidung fürs Fläschchen, meinen die anderen. Nur die Ruhe, sagt Eltern.de. Für viele Mamas ist Zwiemilch-Ernährung der Königsweg - denn hier können sie weiterhin stillen UND ihrem Baby das Fläschchen geben. Meistens funktioniert die Zwiemilch-Ernährung völlig problemlos und stellt Mama und Baby völlig zufrieden. Wir haben viele Infos und Tipps für Sie:

Es gibt viele gute Gründe für Zwiemilch

Der kleine Robin hat schon am ersten Tag nach seiner Geburt im Krankenhaus das erste Fläschchen mit Anfangsnahrung bekommen – weil er schwach war und nicht so viel Muttermilch getrunken hat wie er sollte. Parallel dazu hat ihn seine Mama mehrmals täglich gestillt. Nach einer kurzen Phase des Zweifels hat Robins Mama Gefallen gefunden an dieser pragmatischen Art der Babyernährung: "So kann nachts auch mal der Papa aufstehen - und ich bin nicht allein für Robins Ernährung verantwortlich". Für die drei ist die Zwiemilch-Ernährung eine Kombination, die problemlos funktioniert und alle glücklich macht.

Auch Sonja, Mama des vier Wochen alten Benedikts, ernährt ihr Baby mit Zwiemilch. Sie musste schnell wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Ihr Plan ging auf: Abends und nachts stillt sie Benedikt weiterhin, tagsüber pumpt sie zwei Mal Muttermilch ab. Da die abgepumpte Milch nicht ganz ausreicht, füttert Benedikts Tagesmutter aus dem Fläschchen zu. "So bekommt mein Sohn weiterhin meine gute Muttermilch und ich kann die Intimität des Stillens genießen. Auf der anderen Seite bin ich aber flexibel, wenn ich in der Arbeit bin."

Die Gründe für die Kombi Stillen und Fläschchen sind ganz unterschiedlich: Manche Mütter möchten in der Öffentlichkeit nicht stillen - und füttern, wenn sie unterwegs sind, lieber mit dem Fläschchen. Und bei anderen Müttern reicht die Milch einfach nicht, damit das Baby satt wird. Und unter Druck geht es schwer, die Milchmenge zu steigern.

Wann ist Zwiemilch-Ernährung eine gute Kombination?

  • Wenn Babys trotz häufigem Anlegen nicht genug Muttermilch trinken, sollten Sie zufüttern. Das heißt aber nicht, dass Sie nicht parallel dazu weiter stillen können!
  • Wenn Sie einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf planen.
  • Wenn der Vater mehr ins Füttern eingebunden werden soll.
  • Wenn Sie sich mehr Flexibilität wünschen.
  • Wenn Sie selbst "still-gefrustet" sind, ist Zwiemilch eine gute Alternative zum vollständigen Abstillen.
  • Wenn Sie Zwillinge haben.

Was bei der Zwiemilch-Ernährung zu beachten ist

Der Beginn einer Zwiemilchernährung klappt am besten, wenn das Baby NICHT unzufrieden und nervös ist, weil zu wenig Milch kommt. Wenn Babys für eine geringe Milchmenge viel saugen müssen, besteht die Gefahr, dass die Freude über das Milchfläschchen so groß ist, dass sie von da an die Brust der Mutter ablehnen. Hier spricht man von einer "Saugverwirrung". Wenn ein Baby aber zufrieden an der Brust trinkt, wird es auch nach einem Milchfläschchen bei der nächsten Milchmahlzeit gerne wieder Muttermilch trinken.

Tipps, damit Ihr Baby mit der Brust-Flaschen-Kombi glücklich wird

  • Verwenden Sie immer einen Einlochsauger fürs Milchfläschchen, damit sich Ihr Baby auch beim Trinken aus der Flasche ein bisschen anstrengen muss.
  • Achten Sie darauf, dass Sie häufiger stillen als Fläschchen geben. Die Gefahr bei Zwiemilch-Ernährung ist, dass die Muttermilch immer weniger wird.
  • Überlegen Sie sich, wann Ihr Baby gestillt werden soll und wann Sie zufüttern – und behalten Sie dieses Schema dann bei. So lernt Ihr Körper, die richtige Menge Milch zu produzieren.
  • Bei den Stillmahlzeiten bitte darauf achten, dass Ihr Baby die Brust leer trinkt. Wenn Sie nur kurz stillen, kommt nur die fettärmere Vordermilch, nur wenn Sie länger stillen, trinkt Ihr Baby auch die fettreiche Hintermilch. So funktioniert auch die Nachbildung der Milch am besten.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Baby beide Brüste leer trinkt.
  • Vielleicht hat ja Ihr Partner Lust, das Fläschchen geben zu übernehmen! Dann ist Ihrem Baby auch schnell klar, wann es Milch aus Mamas Brust und wann es Milch aus Papas Flasche gibt.
  • Verwenden Sie zum Zufüttern am besten Pre-Milch.

Welche Art der Babyernährung ist für mich die richtige?

Bei Ihrer Entscheidung sollten Sie schauen, mit welcher Art der Ernährung Sie und Ihr Baby glücklich und zufrieden sind. Es gibt hier kein "Richtig" oder "Falsch". Und die Meinung Ihrer Umgebung ist hier völlig nebensächlich!

Autor

Benita Wintermantel
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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von miriam am 23. Januar 2012, 21:22 Uhr

    Ich habe vergessen zu erwähnen, ich hatte auch eine elektrische Milchpumpe von der Apotheke ausgeliehen, um "gemelkt" zu werden wenn mein Sohn schlief, um damit mehr Milch zu produzieren. Hat auch nicht funktioniert.


  • von miriam am 23. Januar 2012, 15:38 Uhr

    Auch ich bedanke mich. Nach frustrierenden Wochen mit zu wenig Milch und all mögliche versuchen, die Milchmenge anzukurbeln (1.Oft anlegen, 2.Alle mögliche Stilltees trinken, 3.Beratung von Hebammen, 4. Stillberaterinnen, 5. La Leche League, 6.sogar ein veschreibngspflichtiges Medikament, da ich unbedingt voll stillen wollte), habe ich mich mit dem Zufuttern angefreundet und es ging so bis zum 10. Lebensmonat meines Kindes. (2/3 Muttermilch 1/3 Flasche. Aber er bekam immer zuerst die Brust). Im Gegensatz zu allen Behauptungen, ES GIBT Frauen die zu wenig Milch produzieren. Und das ist nicht schlimm.


  • von Mel am 19. Januar 2012, 23:17 Uhr

    Toller Artikel,ich Stille auch voll und am abend (letzte mahlzeit) bekommt sie nach der Brust noch die flasche,da ich das Gefühl habe es reicht ihr nicht!danach ist sie zufrieden und schläft 7 Stunden durch!kann es also nur befürworten!


  • von Elli am 17. Januar 2012, 15:01 Uhr

    Endlich - Danke für den Artikel! Meine Kinder sind zwar schon seit einiger Zeit der Stillphase entwachsen, aber was war dieser Stillterror schrecklich noch vor 3-6 Jahren. Immer dieser vorgehaltene Zeigefinger... und denk an die Allergien und überhaupt die Bindung....!Ich habe auch eine Zwischenlösung praktiziert und meine Kids, der Papa und ich waren sehr zufrieden damit. Kinder waren satt, zufrieden und glücklich, Papa war voll mit eingebunden und hat eine enge Beziehung zu den Kindern und ich konnte wieder ohne Probleme in mein berufliches Leben zurück. Ach ja, und Allergien hat keines meiner Kinder...


  • von Ronja am 16. Januar 2012, 13:30 Uhr

    Es ist schade, dass Hebammen das Zufüttern gleich kategorisch ablehnen. Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht und kann nur empfehlen: Einfach mal ausprobieren!


(7 Kommentare)

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