TRAGETUCH
Frage an die Orthopädin: "Wie lange darf ein Kind
im Tragetuch liegen? Kann das Tuch seinem
Rücken schaden? Der Sohn einer
Freundin schläft oft im Tuch.Wenn sie ihn
herausholt, wirkt er oft so zusammengekauert
und in der Wirbelsäule verdreht.
Und die abschließende Frage: Kriege ich
das mit dem Binden einigermaßen hin?"
Dr. Susanne Fröhlich:
"Besser als im Tragetuch kann man ein
Baby meiner Meinung nach gar nicht
transportieren. Man kann das Kind sogar
auf unterschiedliche Weise darin tragen:
anfangs meist vor dem Bauch, ab etwa vier
Monaten auch auf der Hüfte.
Zuerst zu Ihrer letzten Frage: Die Bindetechnik
ist nicht ganz ohne, aber lernbar.
Die Hersteller - etwa Didymos - liefern
ziemlich gute Anleitungen, es gibt
auch Trageberaterinnen, die in Kursen zeigen,
wie gebunden wird. Empfehlenswert
ist vor allem die 'Wickelkreuztrage', bei
der das Baby in der 'Spreiz-Anhockstellung'
sitzt: Dabei ist das Tuch zwischen
den Beinchen des Kindes breit gewickelt,
die Hüftgelenke sind nach vorn orientiert.
So werden Hüftschäden vermieden.
Zu Ihren anderen beiden Fragen: Tragetücher
schaden dem kleinen Rücken
nicht. Die Wirbelsäule eines Babys hat bis
etwa zum sechsten Lebensmonat noch
nicht die charakteristische S-Form wie die
des Erwachsenen. Deshalb sacken Babys
erst einmal in sich zusammen, sobald die
Stabilisierung, beispielsweise durch das
Tuch, wegfällt.
Das Tuch über mehrere Stunden zu verwenden
- davon rate ich Eltern ab. Nicht
weil der Rücken leiden könnte, sondern
weil Säuglinge häufig wechselnde Positionen
brauchen. Schon von täglich einer
halben Stunde, die Babys am Körper getragen
werden, profitieren sie sehr."
Videos: Bindetechniken Schritt für Schritt
Schnitt: Roberto Janacek
Redaktion: Lotte Sorge
Viele Mütter würden ihr Baby gerne im Tragetuch bei sich haben, schrecken aber vor der scheinbar höchst komplizierten Technik zurück. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt die drei gängigsten Bindetechniken:
Sehen Sie hier die "Wickelkreuztrage", sie eignet sich ab der Geburt.
Sehen Sie hier die "Kraxe". Sie eignet sich ab dem vierten Lebensmonat des Babys.








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Es ist doch sehr interessant, wie genau "Dr.Fröhlich" sich mit den Hersteller- und Produktnamen auskennt.
...leider beschränkt sich ihr Wissen nur auf Didymos, Baby Björn und Chariot...
Man könnte glatt von Schleichwerbung ausgehen, aber dann würde ja "Anzeige" über dem tollen Artikel stehen.
Eine Othopädin, die den Baby Björn empfiehlt, hat wohl zu wenig Patienten.
(1 Kommentar)