Bauchschmerzen in der Schwangerschaft
 
Schmerzen im Bauch. Alles normal oder doch lieber zum Arzt?

Klar, Schmerzen sind nicht schön. Und wenn sie dann auch noch während der Schwangerschaft im Bauch auftreten, sind Mütter schnell verunsichert. Dabei sind die Ursachen für Bauchschmerzen oft harmlos. Hier erfahren Sie mehr.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Schmerzen im Bauch. Alles normal oder doch lieber zum Arzt?
Thinkstock, federicomarsicano
Inhalt: 
Ursachen für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft oft harmlosIch bin schwanger und habe Bauchschmerzen. Was kann ich tun?Sind Bauchschmerzen ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?Bauchschmerzen am Anfang der Schwangerschaft. Ist das normal?Bauchschmerzen und Krämpfe in der Schwangerschaft. Ist das ein Anzeichen für eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft?Oberbauchschmerzen rechts oder links. Was kann das sein?Ein harter Bauch in der Schwangerschaft. Was bedeutet das?Kurz nach dem Essen habe ich Bauchschmerzen. Wieso?Kann ich Medikamente gegen Bauchschmerzen einnehmen?Bauchschmerzen in der Schwangerschaft. Wann sollte ich lieber zum Arzt gehen?

Eigentlich wollen Sie sich über Ihren wachsenden Babybauch freuen, die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen. Doch dann? Schmerzen! Im Bauch! Oft wächst dann die Sorge, dass mit dem Baby etwas nicht stimmen könnte. Dabei sind Bauchschmerzen in der Schwangerschaft in einem gewissen Rahmen ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Wir erklären Ihnen, welche Ursachen es für Bauchschmerzen gibt und was Ihnen dann hilft.

Ursachen für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft oft harmlos

Bauchschmerzen sind besonders in den ersten Monaten einer Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Ihr Körper arbeitet auf Hochtouren. Muskeln, Bänder und Organe sind jetzt viel mehr beansprucht. Die Gebärmutter wird größer und Ihr Unterleib ist stärker durchblutet. Vielleicht haben Sie auch schon von den Mutterbändern gehört, die die Gebärmutter am Beckenknochen halten. Während der Schwangerschaft dehnen die Mutterbänder sich - der dadurch entstehende Schmerz fühlt sich dann an wie ein Muskelkater beziehungsweise ein unangenehmes Ziehen in der Leistengegend. Eine weitere mögliche Ursache für Bauchschmerzen könnten Verstopfungen sein. Fast die Hälfte aller Schwangeren leidet besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten darunter. Progesteron sorgt nämlich dafür, dass sich die glatte Muskulatur im ganzen Körper entspannt – leider auch im Darm. Hinzu kommt eine Veränderung in der Produktion von Enzymen aus dem Magen, die für die Verdauung gebraucht werden. Dies führt oft zu einem unangenehmen Völlegefühl, Blähungen oder aber Bauchschmerzen.
Auch möglich: Ihr Kind verursacht mit seinen kräftigen Tritten und munteren Turnübungen oder aber ganz einfach mit seiner Position Schmerzen in Ihrem Bauch.

Ich bin schwanger und habe Bauchschmerzen. Was kann ich tun?

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft
Thinkstock, nataistock

Zu allererst sollte natürlich die Ursache für Ihre Bauchschmerzen abgeklärt werden. Auch wenn Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft nicht gleich bedeuten, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt, lieber einmal mehr zum Arzt gehen und für Klarheit sorgen. Stellt die Frauenärztin fest, dass Ihre Schmerzen von den sich dehnenden Mutterbändern herrühren, hilft oft ein warmes Bad, eine Wärmeflasche oder aber ein warmes Kirschkernkissen. Und vor allem eines: Ruhe und Entspannung.
Was gegen Verstopfung hilft? Viel Trinken! Und eine ballaststoffreiche Ernährung, also Getreideprodukte wie Vollkornbrot oder Müsli. Ballaststoffe quellen im Darm auf und sorgen dafür, dass der Stuhl schneller ausgeschieden wird. Außerdem gut: viel Bewegung! Vorsicht bei Abführmitteln! Diese sollten in der Schwangerschaft keinesfalls ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.
Sie vermuten, dass Ihre Schmerzen von einer ungünstigen Kindslage herrühren? Versuchen Sie mal, in den Vierfüßlerstand zu gehen. Durch die Schwerkraft hat Ihr Baby dann etwas mehr Platz und wird vielleicht dazu animiert, sich zu bewegen.

Sind Bauchschmerzen ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Sie hibblen und sind sich noch nicht sicher, ob Sie wirklich schwanger sind? Ihre Brustwarzen sind dunkler und empfindlich, Ihnen ist übel und Sie sind ständig müde? Außerdem haben Sie so ein Ziehen im Unterleib? Das alles könnte auf eine Schwangerschaft hindeuten. Allerdings ist es nicht immer leicht zu unterscheiden: Handelt es sich bei den Beschwerden um erste Anzeichen einer Schwangerschaft oder bereitet sich der Körper auf das Einsetzen der Periode vor. Wirklich Klarheit bringt Ihnen ein Schwangerschaftstest oder der Besuch beim Frauenarzt.

Bauchschmerzen am Anfang der Schwangerschaft. Ist das normal?

Gerade in der Frühschwangerschaft sind Mütter oft verunsichert, wenn plötzlich Bauchschmerzen auftreten. Dabei ist ein leichtes Ziehen im Unterleib meist ganz normal: Der Uterus stellt sich auf die Schwangerschaft ein. Die Gebärmutter wächst, die Durchblutungsleistung steigt, neue Gefäße entstehen. Diesen Umbauprozess spüren schwangere Frauen. Ein bisschen Ruhe und Entspannung helfen dann meist, die Schmerzen lassen nach.

Bauchschmerzen und Krämpfe in der Schwangerschaft. Ist das ein Anzeichen für eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft?

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft
Thinkstock, byryo

Fehlgeburten kommen bis zur 12. Schwangerschaftswoche leider recht häufig vor. Der Grund ist meistens, dass sich das Baby nicht richtig entwickelt. Bauchschmerzen und Krämpfe während der Schwangerschaft sind nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine Fehlgeburt. Dennoch, kommen Blutungen und vielleicht sogar Fieber hinzu, sollten Sie das auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen.
Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter ein, sondern außerhalb - meist eben innerhalb des Eileiters. Da sich der Embryo dort nicht weiterentwickeln kann, stirbt er meist zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung ab. Ein Anzeichen dafür können Schmierblutungen in der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche sein. Starke Schmerzen im Unterbauch, die sich aber nur auf eine Seite konzentrieren, können ebenfalls auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. In beiden Fällen sollten Schwangere zur Sicherheit ihren Frauenarzt aufsuchen.

Oberbauchschmerzen rechts oder links. Was kann das sein?

Schmerzen im Oberbauch können während der Schwangerschaft völlig harmlose Ursachen haben. Dennoch sollten Sie bei anhaltenden Bauchschmerzen immer besser einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Besonders, wenn Sie Schmerzen im rechten Oberbauch haben. Ihr Arzt wird Sie dann genauer untersuchen, denn er will ausschließen, dass bei Ihnen das HELLP-Syndrom vorliegt. Dies ist eine seltene Komplikation in der Schwangerschaft, die meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und dann auf jeden Fall behandelt werden muss. Auch Beschwerden im linken Oberbauch sollten von einem Arzt untersucht werden. Möglich ist hier eine Entzündung der Nieren. Oder aber ganz harmlos: Ihr Kind trainiert seine Muskulatur, tritt kräftig gegen Milz und Magen. Das kann dann schon mal ordentlich weh tun.

Ein harter Bauch in der Schwangerschaft. Was bedeutet das?

Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es sein, dass Ihr Bauch ab und zu ungewohnt hart wird. Der Grund hierfür ist einfach: Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen). Sie bereiten die Gebärmutter auf die Geburt Ihres Babys vor. Ebenso wie echte Geburtswehen handelt es sich hierbei um Kontraktionen der Gebärmutter, die mit einem Hartwerden des Bauches einhergehen. Sie kommen in unregelmäßigen Abständen und flauen meist schnell wieder ab.

Kurz nach dem Essen habe ich Bauchschmerzen. Wieso?

Wie gemein. Sie haben schön gekocht und das selbst zubereitete Essen in vollen Zügen genossen. Und dann: Bauchweh! Damit befinden Sie sich in bester Gesellschaft, denn von diesem Problem berichten viele Schwangere. Aber bedenken Sie mal, Ihr Kind wird mit fortschreitender Schwangerschaft immer größer und nimmt dementsprechend immer mehr Platz in Ihrem Bauch in Anspruch. Die übrigen Organe werden einfach „zur Seite“ geschoben. Der Magen hat dann schlicht und einfach nicht mehr so viel Platz, sich auszudehnen. Was hilft? Kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag verteilt. Und langsam essen. Dann merken Sie besser, wann es im Magen eng wird und Sie eine Pause einlegen sollten.

Kann ich Medikamente gegen Bauchschmerzen einnehmen?

Medikamente
Thinkstock, Jeng_Niamwhan

Bauchschmerzen sind immer unangenehm und in der Schwangerschaft sind Schmerzen eine zusätzliche Belastung, die jede werdende Mutter natürlich möglichst vermeiden möchte. Ein paar Wirkstoffe sollten Schwangere nach Möglichkeit nicht einnehmen. Dazu gehören etwa das Bauchschmerzen lindernde Butylscopolamin (zum Beispiel in Buscopan enthalten), Acetylsalicylsäure (in vielen gängigen Schmerzmitteln enthalten, etwa Aspirin oder ASS) sowie Ibuprofen. Wenn es wirklich einmal nicht ohne Tablette geht, können Sie gegen Schmerzen aber Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol verwenden. Grundsätzlich gilt aber: Nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft. Wann sollte ich lieber zum Arzt gehen?

Die Ursachen für Bauchschmerzen während der Schwangerschaft sind zwar meist harmlos, sollten aber trotzdem immer von einem Arzt untersucht werden. Ganz besonders dann, wenn neben den Beschwerden weitere Symptome wie Fieber, Durchfall, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blutungen auftreten oder aber die Bauchschmerzen krampfartig auftreten. Die Bauchschmerzen müssen nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit Ihrer Schwangerschaft stehen. Möglich ist schließlich auch, dass Nierensteine, eine Blinddarm- oder Blasenentzündung die Schmerzen verursacht. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme von den Schmerzen berichten. Nur sie können beurteilen, ob Sie nur unter normalen Schwangerschaftsbeschwerden leiden oder ob doch noch ernstere Ursachen dahinter stecken.