Wellness
Beim Floaten der Schwerkraft entschweben

Ihnen wird jetzt, gegen Ende der Schwangerschaft, alles zu schwer? Dann gibt Ihnen Floaten vielleicht das lang vermisste Gefühl von Leichtigkeit zurück.

Wellness: Beim Floaten der Schwerkraft entschweben

Die Klappe schließt sich, die Welt mit all ihren Sorgen bleibt draußen. Allein im warmen Salzwassertank schwebend, begleitet von leiser Musik, fühlen sich gestresste Schwangere beim Floaten (engl.: treiben) schnell wieder pudelwohl.

Zugegeben, etwas unheimlich ist die Vorstellung schon, eine Stunde in einem dunklen Gehäuse zu verbringen, das auch noch zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. "Doch wenn die Frauen aus dem Tank steigen, sind sie begeistert", sagt Hildegard Münzel. Die Münchner Heilpraktikerin weiß: "So ein Baby im Bauch kann in den letzten Wochen eine riesige Anstrengung sein. Für die Frau, die es 24 Stunden am Tag trägt, ist es eine Wohltat, wenn sie sich im Salzbad endlich mal wieder leicht fühlt."

Ödeme verschwinden, der Blutdruck sinkt

Floaten tut Mutter und Kind gut

Es ist die Schwerelosigkeit, die das Floaten so angenehm macht. Magnesiumsulfatsalz verwandelt das Wasser in eine 50-prozentige Sole, die der floatenden Patientin sicheren Auftrieb gibt. Sie kann darin nicht untergehen, schwimmt ohne Zutun immer auf dem Rücken. "Der Körper wird federleicht. Das tut vor allem der belasteten Wirbelsäule von Schwangeren gut", erklärt Hildegard Münzel. "Die Muskeln im unteren Rückenbereich, die sich manchmal wie Beton anfühlen, entspannen sich und werden wieder optimal durchblutet." Zudem sorgt die waagrechte Lage dafür, dass die Körperflüssigkeiten wieder gleichmäßig zirkulieren das hilft, Ödeme in Beinen und Armen loszuwerden. Auch das vegetative Nervensystem profitiert von der fehlenden Schwerkraft: Die Verdauung kommt in Gang, der Blutdruck sinkt.

Während Mama und Baby schaukelnd entspannen, tut das Magnesiumsulfatsalz zusätzlich Gutes: "Es gelangt über die Haut in die Muskeln und wirkt krampflösend. Und es macht schön: Die Haut wird weich und schrumpelt nicht wie sonst beim Baden."

Die Ruhe fördert den Kontakt zum Baby

Aber nicht nur der Körper der Floaterinnen erholt sich. Auch die Seele findet Ruhe: "Weil jegliche Sinnesreize, vor allem optische, fehlen, tankt das Gehirn neue Energie", sagt Münzel. "Viele Floaterinnen erzählen, dass sie auf frische Gedanken kommen und danach viel kreativer sind.

Diese neue Energie kann auch die Beziehung zum Baby stärken - denn beim Floaten spürt eine Schwangere ihr Kind viel intensiver, nur sie und ihr Baby scheinen zu existieren." Und: Sie befinden sich im gleichen Element - das Baby im Fruchtwasser, die Mutter im Wassertank. Bleibt nur noch die Frage nach der Sicherheit. Ein guter Floatingtank lässt sich jederzeit von innen öffnen, am besten durch leichten Druck auf die Türe. Der Lichtschalter und der Schalter, mit dem man die Musik reguliert, sind besonders geschützt.