Dieser Artikel ist nicht mehr verfügbar.

Ökologische Kleidung

Welche Kleidung verdient ein Biosiegel?

Weiterleiten Drucken
Ökologische Kleidung: Welche Kleidung verdient ein Biosiegel?

Biobaumwolle ist besser

Baumwolle eignet sich besonders gut für Baby- und Kinderkleidung: Sie nimmt Feuchtigkeit auf, ist atmungsaktiv und man kann sie bei hohen Temperaturen waschen. Beim konventionellen Anbau von Baumwolle werden jede Menge Dünger und Pestizide verwendet. Laut Greenpeace landen für jedes T-Shirt 150 Gramm Gift auf dem Acker. Die Fasern aus Biobaumwolle werden dagegen ohne Agrargifte produziert. Bei der konventionellen Weiterverarbeitung der Fasern geht der Einsatz von Chemikalien weiter: Es werden giftige Farbstoffe und chemische Aufheller benutzt. Dagegen werden in einer ökologischen Produktion die Faser naturbelassen oder umweltfreundliche gefärbt.

Biosiegel geben Sicherheit

Biosiegel garantieren den Umweltschutz und geringe Schadstoffe vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück. So werden nur Naturfasern verwendet, die ganz oder zumindest größtenteils aus ökologischer Landwirtschaft kommen und umweltfreundlich weiterverarbeitet werden. Bei einigen Siegeln fließen auch die sozialen Aspekte des fairen Handel mit ein. Damit ist zum Beispiel garantiert, dass Menschen, die die textilen Waren produzieren, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine Existenz sichernde Bezahlung bekommen.



Weitgehende Sicherheit bieten folgende Siegel:

GOTS (Global Organic Textile Standard)


Seit 2008 gibt es das weltweit gültige Siegel GOTS für umweltverträglich hergestellte Kleidung. Es erfasst die ganze textile Kette vom biologischen Anbau über umweltfreundliche Verarbeitungsmethoden bis hin zum fairen Handel. Das Siegel wird in zwei Versionen vergeben: Label grade 1 muss 95 Prozent Biofasern enthalten, Label grade 2 enthält 70 Prozent.

Fairtrade


Das Fairtrade-Label gibt es im Bereich Kleidung bisher ausschließlich beim Rohstoff Baumwolle. Zertifiziert wird in erster Linie fairer Handel. In den Fairtrade-Kriterien sind aber besonders umweltschädliche Anbaumethoden ausgeschlossen.



Naturtextil und Naturtextil best


Das Siegel des Internationalen Verbandes für Naturtextilwirtschaft ist laut Greenpeace "sehr empfehlenswert". Es hat sehr strenge Standards. Die Zertifizierung berücksichtigt die gesamte Produktion von der Fasergewinnung zur Entsorgung. Die orangene Version des Siegels erlaubt fünf Prozent Rohstoff aus konventioneller Herstellung. Die blaue Version hat noch höhere Standards. Dort kommen die Naturfasern zu 100% aus biologischem Anbau.

Organic Exchange


Organic Exchange 100 Standard ist ein Gütezeichen für 100% organische Baumwollfasern bei Textilwaren. Das Siegel bezieht sich ausschließlich auf den organischen Anbau von Baumwolle für die Kleidungsproduktion, deckt jedoch nicht ab, nach welchen Kriterien diese weiter verarbeitet wird. C&A und H&M werben damit, Mitglied in der amerikanischen Organisation "Organic Exchange" zu sein.

Textiles Vertrauen nach Öko-Tex Standard 100 und 100+


Das Zeichen "Textiles Vertrauen - Schadstoffgeprüft nach Öko-Tex-Standard 100" kennzeichnet schadstoffgeprüfte Textilien. Es gibt Grenzwerte für gesundheitlich bedenkliche Stoffe, wie Formaldehyd und Pestiziden an. Als Krebs oder Allergie erregend eingestufte Farbstoffe werden ausgeschlossen. Beim Standard 100+ sind zudem die sozialen Standards beachtet. Sie berücksichtigen sowohl Schadstoffprüfung als auch Produktionsablauf.

Europäisches Umweltzeichen


Das Europäische Umweltzeichen für Textilien basiert vor allem auf der ökologischen Herstellung und auf gesundheitlichen Aspekten. Es werden zum Beispiel krebserzeugende oder fruchtschädigende Farbstoffe verboten. Außerdem wird die Gebrauchstauglichkeit, wie zum Beispiele die Farbbeständigkeit geprüft. Soziale Kriterien werden nicht mit einbezogen.

LamuLamu


LamuLamu, das Label der Landjugendverlag GmbH unter der sie ökologisch produzierte und sozial fair gehandelter Kleidung vertreibt. Die Kleidung besteht aus 100% Biobaumwolle aus kontrolliertem Anbau und wird umweltverträglich verarbeitet. Giftige Farbstoffe sind verboten. Außerdem wird bei der Produktion auf die Richtlinieneinhaltung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), wie z.B. dem Verbot von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit, geachtet.

Autor

Michaela Müller


Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich in der Eltern.de Community.

Ab sofort finden Sie Eltern.de auch mobil unter: mobil.eltern.de

Weiterleiten Drucken

 
 
Kommentare zu diesem Artikel
> Kommentar schreiben
  • von Michi am 23. Januar 2012, 16:30 Uhr

    Der online Shop www.edentex.de vertreibt auch ausschließlich ökologische Textilien, gerade für Kinder und Kleinkinder ist da einiges dabei


  • von Markus am 4. Oktober 2011, 16:22 Uhr

    Hier gibt es gerade eine Aktion mit ökologischen Textilien. Dazu wird auch noch gespendet: www.lucigreen.de


    (2 Kommentare)

    Kommentar schreiben

    Name
    E-Mail

    Kommentar (max. 1000 Zeichen)

    Bild hochladen (optional)


    * Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.

    ELTERN Heft & Abo
    Jetzt online ins aktuelle ELTERN-Heft reinblättern.
    Abo, Probeabo, Geschenkabo oder Empfehlung: immer mit Prämie!