Altersvorsorge

Frauen müssen besser vorsorgen

16. November 2007 Weiterleiten Drucken Bookmarks

Lebenssituation Eins: Ich habe kleine Kinder

Häufig sind Frauen in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder nicht berufstätig. Haben sie davor gearbeitet und waren gesetzlich rentenversichert, erhalten sie für jedes Kind drei Erziehungsjahre für ihre späteren Rentenansprüche gutgeschrieben. Dabei werden sie so gestellt, als hätten sie so viel verdient wie ein Durchschnittsverdiener in der Gesetzlichen Rentenversicherung. "Hauptproblem ist, dass sich Frauen gerade in dieser Zeit oft gar nicht um ihre private Altersvorsorge kümmern", erzählt Stefanie Kühn, Finanzplanerin aus Grafing bei München. Was schlägt sie vor? "Die Riester-Rente ist für sie wie ein 100-Euro-Schein auf der Straße - in jedem Fall mitnehmen!" Da die gesetzliche Rente immer magerer ausfällt, fördert der Staat seit 2002 den Aufbau einer privaten Zusatzrente mit Zulagen und Steuervorteilen - so genannt nach Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester. 2007 gibt es pro Person 114 Euro Grundzulage, für den Nachwuchs gibt's Extrageld: 138 Euro pro Kind und Jahr. Ab 2008 wird die Förderung nochmals erhöht.

Die Riester-Rente ist für sie wie ein 100-Euro-Schein auf der Straße

Solange die Kinder jünger als drei Jahre sind, haben Mütter, die nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, einen direkten Anspruch auf einen Riester-Vertrag. Ihr Mindestbeitrag beträgt 60 Euro im Jahr. Auch wer auf 400-Euro-Basis beschäftigt ist, kann unter bestimmten Bedingungen einen eigenen Riester-Vertrag abschließen. Übrigens: Verheiratete nicht berufstätige Mütter können auch dann in den Genuss der Riester-Förderung kommen, wenn sie selbst gar nichts investieren. Dafür muss ihr Ehepartner für sich selbst einen Riester-Vertrag unterschreiben, in den er den nötigen Mindestbeitrag einzahlt - und schließt daneben für seine Frau einen weiteren Vertrag ab. Sie erhält dann auf ihren Vertrag die staatlichen Zulagen für sich selbst und die Kinder ausbezahlt.

Sollte im Familienbudget darüber hinaus noch Luft sein, raten die Experten unisono dazu, für die Altervorsorge der Frau extra noch etwas Geld zurückzulegen. "Am flexibelsten bleibt man dabei mit renditestarken Investmentfonds", sagt Larisch. Mit ihnen lässt sich je nach Einkommenssituation mal mehr, mal weniger zurücklegen - und sollte das Geld mal knapp werden, kann man sie zur Not auch jederzeit verkaufen. "Aus steuerlichen Gesichtspunkten sind künftig fondsgebundene Lebensversicherungen leistungsstarker Anbieter attraktiv", ergänzt Härtel-Herrmann.


 
 
Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Gabi am 21. April 2008, 22:01 Uhr

    Ich wünsche mir noch viel mehr Informationen und Beratung für Frauen zum Thema Altersvorsorge.
    Altersvorsorge für Frauen ist leider ein Randthema in Deutschland. Tatsche ist jedoch, dass sehr viele Frauen nur in Teilzeit oder gar nicht berufstätig sind und die finanzielle Situation vieler Familien kaum Spielraum für eine private Vorsorge lässt.
    Besonders kritisch betrachte ich die Einführung der 400-Euro-Jobs in der Schröder-Regierung. Die hat gerade für Frauen dazu geführt, dass zahlreiche versicherungspflichtige Beschäfigungen in Mini-Jobs umgewandelt wurden. Die Folgen dieser Politik werden sich in 20 bis 30 Jahren zeigen, wenn die Altersarmut zu einem riesen Problem in Deutschland wird.


    (1 Kommentar)

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