Familienleistungen 2017
Neues Jahr bringt gute Nachrichten für Familien

Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag und Unterhaltsvorschuss - diese wichtigen Familienleistungen haben sich zu Beginn des neuen Jahres erhöht. Erfahrt hier alles über die Änderungen zum Jahreswechsel.

Kindergeld
© Thinkstock, katyspichal
Inhalt: 
Wer bekommt Kindergeld?Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?Wo stelle ich den Antrag auf Kindergeld?Kindergeld nur noch mit Steuer-IDWas ist der Kinderfreibetrag?Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen Mehr Unterhaltsvorschuss für AlleinerziehendeAlle wichtigen Informationen im Überblick

Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld erhalten alle Familien mit Hauptwohnsitz in Deutschland, unabhängig vom Einkommen und gestaffelt nach Anzahl der Kinder. Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Bei getrennt lebenden Eltern erfolgt die Auszahlung des Kindergeldes an den Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Anspruch auf Kindergeld können jedoch nicht nur die leiblichen Eltern haben, sondern zum Beispiel auch die Groß-, Pflege- oder Stiefeltern, wenn sie dem Kind beispielsweise anstelle der leiblichen Eltern Unterhalt gewähren.

Kindergeld gibt es für:

  • alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • Kinder in der Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr
  • Kinder ohne Arbeitsplatz bis zum 21. Lebensjahr
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz bis zum 25. Lebensjahr

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie findet Ihr weitere Bestimmungen und Details zum Kindergeld

Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?

Zum 1. Januar 2017 wurde das Kindergeld um je zwei Euro erhöht. Eltern erhalten für das erste und zweite Kind monatlich je 192 Euro, für das dritte Kind monatlich 198 Euro und für das für das vierte und jedes weitere Kind je 223 Euro im Monat.
 

Wo stelle ich den Antrag auf Kindergeld?

Eltern können das Kindergeld schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragen, von der es an einen Elternteil ausgezahlt wird. Eine rückwirkende Leistung kann für das gesamte Kalenderjahr beantragt werden; in bestimmten Fällen sogar bis zu vier Jahren rückwirkend.

Tipp: Noch einfacher könnt Ihr mit dem "Kindergeld Online", einem Service der Bundesagentur für Arbeit, das Kindergeld jetzt auch im Internet beantragen. Dazu müsst Ihr Euch nur kurz unter https://formular.arbeitsagentur.de registrieren. Anschließend könnt Ihr bequem von zuhause aus das Antragsformular ausfüllen und abschicken. Auch spätere Änderungen sowie eine Abfrage des Bearbeitungsstandes ist auf diesem Wege möglich.

Falls Ihr den neuen Personalausweis sowie das dazugehörige Lesegerät besitzt, könnt Ihr auch diesen nutzen, um Eure Kindergeldanträge online zu bearbeiten.

Kindergeld nur noch mit Steuer-ID

Termin für Steuererklärung
© Thinkstock, filmfoto

Ab dem 1. Januar 2016 sind Eltern dazu verpflichtet, die eigene und die Steuer-ID ihres Kindes bei einem Neuantrag auf Kindergeld anzugeben. So wollen die Behörden vermeiden, dass Kindergeld doppelt ausgezahlt wird. Für Eltern, die das erste Mal einen Kindergeldantrag ausfüllen, bedeutet das nichts anderes, als den Antrag vollständig auszufüllen.

Wo finde ich die Steuer-Identifikationsnummer?
Ihre eigene Steuer-Identifikationsnummer findet Ihr auf der Lohnsteuerbescheinigung Eures Arbeitgebers oder aber auf Eurem Einkommenssteuerbescheid vom Finanzamt. Das Bundeszentralamt für Steuern sendet Euch die ID für Euer Kind kurz nach der Geburt per Post zu.
Wenn Ihr beides verlegt haben solltet, könnt Ihr die Steuer-IDs über dieses Eingabeformular erneut anfordern. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. sechs Wochen.
 

Was ist der Kinderfreibetrag?

Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Am 1. Januar 2017 ist eine Erhöhung des Kinderfreibetrages um 108 Euro auf 4.716 Euro pro Jahr erfolgt. Dieser Beitrag wird von dem zu versteuerndem Einkommen der Eltern abgezogen, sodass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

Im Regelfall ist der Steuerfreibetrag allerdings nur für die Eltern interessant, die ein höheres Einkommen beziehen. Denn nur dann ist die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag im Allgemeinen höher als das Kindergeld. In der Regel prüft das Finanzamt bei der Einkommenssteuererklärung, welche Variante im Einzelfall die günstigere ist.

Weitere wichtige Regelungen zum Kinderfreibetrag findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie. 

Kinderzuschlag für Eltern mit niedrigem Einkommen

Der Kinderzuschlag wurde zum 1. Januar 2017 um zehn Euro erhöht und beläuft sich jetzt auf maximal 170 Euro. Den Kinderzuschlag erhalten Eltern dann, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Alle Informationen zum Kinderzuschlag erhaltet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Mehr Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

Alleinerziehende, die  keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom Vater erhalten, haben ein Anrecht auf Unterhaltsvorschuss. Zum 1. Januar 2017 erhalten Kinder von null bis fünf Jahre 150 Euro monatlich und Kinder von sechs bis elf Jahre 201 Euro. Der Unterhaltsvorschuss wird für maximal 72 Monate gezahlt. Ab dem 1. Juli 2017 tritt dann aber eine Neuregelung in Kraft: Bund und Länder haben sich geeinigt, die Zahlung des Unterhaltsvorschusses zu erweitern. Erfahrt hier die Details zur Erweiterung des Unterhaltsvorschusses.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.
 

Alle wichtigen Informationen im Überblick

Ausführliche Informationen rund um das Thema Kindergeld und den weiteren zentralen Familienleistungen findet Ihr auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

Von: Mareike Lenz
ELTERN Abo