Kindergeld

Das sind dem Staat Kinder Wert

Weiterleiten Drucken

Das sollten Sie über Kindergeld und Kinderfreibetrag wissen:


Für viele Familien ist das Kindergeld (beziehungsweise der Kinderfreibetrag) ein wichtiger Posten im Haushaltsbudget. Doch wer bekommt eigentlich Kindergeld? Und wie beantragt man es?

Hier haben wir alle Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Kindergeld und Kinderfreibetrag zusammen gestellt:

Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld können alle Eltern erhalten, die ihren Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik haben.

Kindergeld gibt es für:

  • alle Kinder unter 18 Jahren.
  • Kinder in der Ausbildung unter 25 Jahren (plus Zivil- oder Wehrdienst, währenddessen besteht aber kein Anspruch).
  • Kinder, die wegen einer Behinderung außerstande sind sich selbst zu unterhalten - zeitlich unbegrenzt.
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz und ohne berufsqualifizierenden Abschluss unter 25 Jahren.
  • Kinder ohne Arbeitsplatz unter 21 Jahren.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Für die ersten beiden Kinder bekommen Eltern monatlich jeweils 184 Euro Kindergeld. Für das dritte Kind steigt der Betrag auf 190 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind erhalten die Eltern 215 Euro pro Monat.

Wo stelle ich den Antrag auf Kindergeld?

Eltern können das Kindergeld schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragen, von der es auch ausgezahlt wird. Angehörige des Öffentlichen Dienstes und Empfänger von Versorgungsbezügen stellen den Antrag auf Kindergeld bei der mit der Bezügefestsetzung befassten Stelle des jeweiligen öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers beziehungsweise Dienstherrn. Eine rückwirkende Leistung kann für das gesamte Kalenderjahr beantragt werden; in bestimmten Fällen sogar bis zu vier Jahren rückwirkend.

Tipp: Noch einfacher können Sie mit dem "Kindergeld Online", einem Service der Bundeagentur für Arbeit, das Kindergeld jetzt auch im Internet beantragen. Dazu müssen Sie sich nur kurz unter https://formular.arbeitsagentur.de registrieren. Anschließend können Sie bequem von zuhause aus das Antragsformular ausfüllen und abschicken. Auch spätere Änderungen sowie eine Abfrage des Bearbeitungsstandes ist auf diesem Wege möglich.

Falls Sie schon einen neuen Personalausweis sowie das dazugehörige Lesegerät besitzen, können Sie auch ihn nutzen, um Ihre Kindergeldanträge online zu bearbeiten.

Was ändert sich mit Volljährigkeit, Ausbildung und Arbeitssuche?

Nach Vollendung des 18. Lebensjahres gibt es für das Kind nur noch dann Kindergeld, wenn dessen Einkünfte jährlich unter 8.004 Euro liegen. Daneben kann zusätzlich die Werbungskostenpauschale von jährlich 920 Euro geltend gemacht werden. Das BAföG-Darlehen wird jedoch nicht mit einberechnet. Wenn das Kind nur geringfügig mehr als 8.004 Euro jährlich verdient, sollte man darüber nachdenken, auf einen Teil des Einkommens zu verzichten. Denn schon eine geringe Überschreitung der Einkommensgrenze kann dazu führen, dass der Anspruch auf Kindergeld verfällt. Das sind immerhin mindestens 2.208 Euro jährlich.

Auch für volljährige Kinder kann es noch Kindergeld geben

Beendet das Kind im Laufe des Jahres seine Ausbildung, dann besteht der Anspruch auf Kindergeld nicht das ganze Jahr über. In dem Fall wird auch die Einkommensgrenze entsprechend gekürzt. Eltern, deren volljährige Kinder sich noch in der Ausbildung befinden, haben unter bestimmten Voraussetzungen außerdem Anspruch auf den Ausbildungsfreibetrag.

Das Kindergeld für Arbeit suchende Kinder zwischen 18 und 21 Jahren kann im Einzelfall gestrichen werden, falls sie sich nicht intensiv genug um Arbeit bemühen.

Bekommen Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger Kindergeld?

Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Die Auszahlung des Kindergeldes erfolgt an den Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. (Anspruch auf Kindergeld können jedoch nicht nur die leiblichen Eltern haben, sondern zum Beispiel auch die Groß-, Pflege- oder Stiefeltern, wenn sie dem Kind beispielsweise anstelle der leiblichen Eltern Unterhalt gewähren.)

Bei Hartz-IV-Empfängern wird das Kindergeld in voller Höhe angerechnet

Bei Kindern, die Unterhaltsvorschussleistungen bekommen, wird davon die Hälfte des Kindergeldes wieder abgezogen. Unter sechs Jahren werden monatlich 133 Euro ausgezahlt, für Sechs- bis Zwölfjährige besteht Anspruch auf 180 Euro pro Monat.

Auf die Höhe des Arbeitslosengeldes (I) wirkt sich das Kindergeld nicht aus, Hartz-IV-Empfängern wird es jedoch in voller Höhe angerechnet und die Summe, die bezogen wird, entsprechend gekürzt.

Wo bekomme ich weitere Informationen zum Kindergeld?

Ausführliche Informationen rund ums Thema Kindergeld finden Sie im Merkblatt Kindergeld der Familienkasse.

Was ist der Kinderfreibetrag?

Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Der Steuerfreibetrag beträgt derzeit 7.008 Euro im Jahr.

Der volle Kinderfreibetrag von jährlich 7.008 Euro steht Alleinerziehenden zu, wenn ein Elternteil verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist (zum Beispiel im Ausland lebt). Dem betreuenden Elternteil kann der Kinderfreibetrag des anderen Elternteils von 3.504 Euro pro Jahr übertragen werden, wenn dieser seiner Unterhaltsverpflichtung zu weniger als 75 Prozent nachkommt, sodass bei dem betreuenden Elternteil der volle Kinderfreibetrag von jährlich 7.008 Euro berücksichtigt wird. Dieser Freibetrag kann unter Umständen auch auf einen Stiefelternteil oder die Großeltern übertragen werden, wenn das Kind in deren Haushalt lebt.

Im Regelfall ist der Steuerfreibetrag allerdings nur für die Eltern interessant, die ein höheres Einkommen beziehen (Eheleute mit einem Bruttoeinkommen von mehr als rund 67.000 Euro oder Alleinerziehende mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 35.000 Euro). Denn nur dann ist die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag im Allgemeinen höher als das Kindergeld. In der Regel prüft das Finanzamt bei der Einkommenssteuererklärung, welche Variante im Einzelfall die günstigere ist.

von Margarete Arlamowski

und von Renate Korn

und von Merle Gith


Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.


 
  • von Wiebi81 am 2. Januar 2010, 21:09 Uhr

    Ich bin leider Hartz4 Empfänger und nun bekomme ich juhuuuu 20€ mehr Kindergeld, das mir die ARGE von meinem Geld, das mir ja gesetzlich zusteht, abzieht. Was soll dieser Schwachsinn???????
    Ich könnte mich so dermaßen darüber aufregen! Einem arbeitenden Menschen wird das "Mehrgeld" doch auch nicht vom Lohn abgezogen bzw. überhaupt angerechnet!!
    Wenn ich gesundheitlich könnte wie ich wollte, würde ich so gut wie jede Arbeit machen nur um von der scheiße ARGE weg zu kommen! Denn die Regelungen sind doch eigentlich menschenunwürdig!


  • von Nelly18 am 29. Dezember 2009, 17:40 Uhr

    hallo
    Kann mir jemand sagen was ein Kinderfreibetrag ist,wem steht es zu und wo kann man das beantragen? Ich würde mich freuen wenn ich eine genau info bekommen könnte. Ich Danke allen voraus.


  • von Sabine am 12. Oktober 2009, 15:32 Uhr

    Hallo Marco,
    kommt vielleicht zu spät, aber man kann einen Abzweigungsantrag bei der zusändigen Kindergeldkasse stellen, den müssen Deine Eltern unterschreiben und dann bekommst Du das Kindergeld. Hab ich auch gemacht, ist aber schon ein paar Jahre her.
    Gruß
    Sabine
    gruß Sabine


  • von Marco am 7. Juli 2009, 21:50 Uhr

    Meine Freundin, ihr Bruder und ich wollen uns eine Wohung suchen.Dafür ist natürlich jeder 'Cent' wichtig.Meine Frage an dieser Stelle ist, ob uns dreien das KINDERGELD zu steht, oder NUR unseren Eltern. Ich habe versucht mich ueberall im Internet zu informieren. Aber gerade hierzu habe ich leider nichts gefunden. Auf eure Antworten wuerde ich mich sehr freuen. Danke im Vorraaus :)


  • von Penkert Peter am 7. Januar 2009, 14:34 Uhr

    Richtig, endlich gibt auch die Politik zu, das Kinder in Armut leben.
    NUN bekommt mein Sohn (3te) statt 154 Euro 170 Euro
    und ich werde gezwungen mehr Unterhalt zu bezahlen.
    Das droht mir das JUGENDamt an und zwingt die Mutter das Sie unterschreibt das die ARGE gegen mich klagen kann.
    Wir sind und waren nicht verheiratet und mein SOHN bekommt von der Arge genau 211 Euro,
    Die grösste Sauerei die ich Kenne,
    Davon steht nix in DU bist Deutschland,
    das ist ASSOZIALES Verhalten von Politik, Jugend und Sozialamt,
    Ich könnte da einige abklatschen
    was Kann ihc dagegen machen ???
    das meinem Sohn die 16 Euro mehr bleiben ??
    Was sagt da die van der lyen Super xxxx
    gruss
    ein Vater der seinen Sohn liebt


(20 Kommentare)

Kommentar schreiben »
Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.