Mutter-Kind-Kur

Krankenkassen wieder großzügiger bei der Bewilligung

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Krankenkassen bewilligen Mutter-Kind-Kuren wieder mehr


Im letzten Jahr wurden die Krankenkassen für ihre hohe Ablehnungsquote gegenüber Mutter-Kind-Kuren kritisiert. Für die Antragssteller soll nun einiges leichter werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat den Bundesrechnungshof 2011 gebeten, die Maßnahmen für Mutter-Kind-Kuren zu prüfen. In seiner Stellungsnahme kam der Bundesrechnungshof zu dem Urteil, dass sich das Verfahren zur Beantragung einer solchen Kur in drei wesentlichen Punkten ändern müsse: Erstens sollen die Bewilligungsvoraussetzungen in der Begutachtungsrichtlinien konkreter gefasst werden, zweitens sollen die bisherigen Vordrucke zur Beantragung einer Mutter-Kind-Kur vereinheitlicht werden und drittens solle nur medizinisches Personal die Anträge beurteilen. Anfang 2012 traten veränderte Begutachtungsrichtlinien des Medizinischen Dienstes in Kraft, mit denen das Bewilligungsverfahren der Kassen transparenter werden soll. Schon jetzt sind Erfolge zu sehen: Im ersten Quartal 2012 wurden im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Mittel aus dem Spitzenverband der Krankenkassen für Mutter-Kind-Kuren verwendet.

Wer macht eine Mutter-Kind-Kur?

Dem Müttergenesungswerk (MWG) zufolge sind die Kurteilnehmerinnen im Durchschnitt 37,6 Jahre alt und haben 1,8 Kinder, die mit ihnen im Haushalt leben. Diese Kinder sind im Schnitt 6,5 Jahre alt. Der Anteil von Müttern mit Migrationshintergrund, die 2011 an einer Mutter-Kind-Kur teilnahmen, lag bei 16 Prozent. Neben Belastungen wie dem ständigen Familieneinsatz, dem Haushalt und der Sorge um die finanzielle Situation, leiden die Mütter oft an Mehrfacherkrankungen. Zu den häufigsten gehören Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa Rückenprobleme, und psychosomatische Erkrankungen. Am meisten waren Mütter 2011 durch ständigen Zeitdruck und die berufliche belastet. Auch Doppelaufgaben, wie die Pflege eines Familienmitglieds, spielten eine Rolle. 2011 waren zudem 34 Prozent der Kurteilnehmerinnen alleinerziehend.

Was kann eine Mutter-Kind-Kur bewirken?

Studien der Uni Freiburg und des Hochrhein-Institutes in Bad Säckingen haben bereits vor Jahren ergeben, dass Mutter-Kind-Kuren nicht nur kurzfristig eine gesundheitliche Verbesserung ergeben, sondern sich auch langfristig positiv auf das Befinden der Mütter und Kinder auswirken. Die Frauen gingen nach einem Kuraufenthalt nicht mehr so oft zum Arzt und nahmen auch weniger Medikamente ein - die Krankenkassen sparten also langfristig Geld.

Wie beantrage ich eine Mutter-Kind-Kur?

Hält der Arzt eine solche Maßnahme für sinnvoll und medizinisch notwendig, können Eltern bei ihrer Krankenkasse einen Antragsvordruck anfordern. Die Krankenkasse überprüft daraufhin, ob eine dreiwöchige Mutter-Kind-Kur bewilligt werden kann. In der Regel arbeiten die Kassen mit Vertragshäusern zusammen, prinzipiell ist die Kur aber auch in jeder anderen geeigneten und zugelassenen Klinik möglich. Urlaubstage müssen für den Kuraufenthalt übrigens nicht beantragt werden, der Termin sollte aber im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abgestimmt sein.

Was kostet eine Mutter-Kind-Kur?

Im Falle einer Bewilligung tragen die Krankenkassen die vertraglich vereinbarten Kosten in voller Höhe - dazu gehört auch die Anreise! Die Mütter übernehmen nur die gesetzliche Eigenbeteiligung von zehn Euro pro Tag für Essen und Unterkunft. Kinder fahren grundsätzlich kostenfrei in eine Mutter-Kind-Kur.

Muss mein Kind krank sein, um mit zur Kur zu dürfen?

Nein. Wenn es für die Dauer der Kur keine ausreichende Betreuungsmöglichkeit zuhause gibt, ist dies ein ausreichender Grund, das Kind mit zur Kur zu nehmen.

Genehmigen die Krankenkassen jeden Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur?

Leider scheint das Gegenteil bislang der Fall zu sein: Das Müttergenesungswerk zeigte sich sogar besorgt über die hohe Zahl an Kur-Ablehnungen. So wurden im vergangenen Jahr 2011 nach Angaben der gemeinnützigen Stiftung bundesweit 35 Prozent aller medizinisch vorgeschriebenen Kur-Anträge von den Krankenkassen abgelehnt. 25 Prozent der Anträge seien mit der Begründung zurückgewiesen worden, alle Maßnahmen müssten ambulant ausgetestet werden, bevor der Besuch einer Kur-Einrichtung genehmigt werde. Und bei 20 Prozent der Fälle sahen die Begutachter keine medizinische Notwehr.

Dabei seien Krankenkassen seit der Gesundheitsreform 2007 zu Leistungen für medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Väter und Mütter verpflichtet, betonte Marlene Rupprecht, Kuratoriumsvorsitzende des MGW. Das Handeln der Kassen entspreche also nicht der Gesetzeslage. Manche Krankenkassen versuchen das offensichtlich zu umgehen, indem die Mutter-Kind-Kur bei ihnen nicht Bestandteil der im Zuge der Gesundheitsreform eingeführten Wahltarife sind. Deshalb rät das Müttergenesungswerk allen Versicherten, beim Tarifabschluss genau darauf zu achten, welche gesundheitlichen Leistungen eingeschlossen sind. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) rief die Krankenkassen zu mehr Unterstützung der Mutter/Vater-Kind-Kuren auf: "Wer hier spart, spart an der falschen Stelle."

Doch spätestens seit der neuen Fassung der Begutachtungsrichtlinien für Vorsorge und Rehabilitation des Spitzenverbands der Krankenkassen vom 6. Februar 2012 haben sich die Vorraussetzungen für Mütter geändert. Die Überarbeitung soll mehr Transparenz und Klarheit schaffen. Erste Erfolge zeigen sich schon jetzt: Im ersten Quartal 2012 wurden im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Mittel aus dem Spitzenverband der Krankenkassen für Mutter-Kind-Kuren aufgewendet.

Wie kann man die Chancen auf eine Mutter-Kind-Kur verbessern?

Der Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur sollte möglichst differenziert sein

Damit der Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur Erfolg hat, sollten Eltern - und Ärzte - einiges beachten. Das Gutachten sollte nach Auskunft des Müttergenesungswerkes möglichst differenziert sein. Die Indikation "schwere Erschöpfung" alleine reicht meist nicht aus. Je ausführlicher dagegen beschrieben wird, woran die Mutter (oder der Vater) leidet - Migräne, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Partnerschaftsprobleme - desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kasse einer Kur zustimmt. Im Gutachten muss außerdem stehen, dass die Herausnahme der Mutter aus dem Alltag zwingend erforderlich ist. Allerdings muss man nicht bereits erkrankt sein - es reicht, wenn durch eine Mutter-Kind-Kur nach Ansicht des Arztes eine schwere Erkrankung, etwa eine Depression, abgewendet werden kann.

Die Experten vom Müttergenesungswerk raten übrigens, auch bei einer Ablehnung nicht gleich aufzugeben, sondern Widerspruch einzulegen. Denn der hat oftmals Erfolg!

Wer berät mich bei Fragen zu einer Mutter-Kind-Kur?

Zum Beispiel das Müttergenesungswerk. Die 1950 gegründete gemeinnützige Stiftung verfolgt das Ziel, die Gesundheit von Müttern zu stärken. Bundesweit stehen Müttern rund 1.360 Beratungs- und Vermittlungsstellen zur Verfügung. In 84 anerkannten Einrichtungen führt das MGW Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Vater und Mütter sowie gemeinsame Kuren mit den Kindern durch. Durch ihre Kurmaßnahmen unterstützt der Verband jährlich bis zu 43.000 Mütter und 63.000 Kinder. Weitere Infos und eine bundesweite Adressenliste entsprechender Einrichtungen finden Sie hier: www.muettergenesungswerk.de

Tauschen Sie sich in unserem Forum über Ihre Mutter-Kind-Kur aus!

Sie waren bereits in einer Mutter-Kind-Kur und können Ihre Erfahrungen weitergeben? Oder würden gerne eine solche Kur beantragen und brauchen den Rat von anderen Müttern? In unserem Forum "Mutter-Kind-Kuren" können Sie sich austauschen.


und von Jana Jessen


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