Früher galt der Kauf auf Pump als peinlich, Ratenkredite hatten ein Schmuddelimage. Heute sind sie scheinbar selbstverständlich, das Geschäft mit Ratenkrediten boomt. Und die Werbung lockt überall mit dem Motto: Kauf jetzt, zahl später.
Der Wunsch nach einem neuen DVD-Player, nach einem Fernseher im Heimkinoformat oder einem Traumurlaub ist verständlich. Und manchmal ist es pure Notwendigkeit, die einen zum Kauf zwingt, etwa wenn der Kühlschrank nur noch warme Luft produziert oder die Reparatur mehr kostet, als das Auto wert ist. Doch ein Kauf auf Raten sollte gut überlegt werden, häufig überwiegen dabei die Nachteile.
Wer trotzdem nicht darauf verzichten kann: Hier ein paar Tipps, wie man - für kleine, mittlere und große Summen - den besten Kredit findet.
Eine neue Waschmaschine für 1.000 Euro
Bei überschaubaren Anschaffungen entscheiden sich viele, den Dispokredit des Girokontos in Anspruch zu nehmen. So eine Kontoüberziehung ist einfach, unkompliziert - allerdings mit zwölf bis 14 Prozent Zinsen ziemlich teuer. Diese Kosten scheinen viele aber nicht zu stören: Knapp die Hälfte aller Girokonten in Deutschland sind ständig im Minus.
Verbraucherschützer warnen: Häufig sind Dispokredite der Einstieg in die Schuldenfalle. Experten schätzen, dass etwa drei Millionen Haushalte in Deutschland überschuldet sind. Deshalb sollten Sie einen Dispokredit nur in Erwägung ziehen, wenn der Kreditbedarf nicht höher ist als maximal zwei Monatseinkommen, und wenn Sie sicher sind, den Dispo in etwa einem halben Jahr wieder ausgleichen zu können. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, sollten Sie besser noch einmal überlegen. Vielleicht ist ein Ratenkredit günstiger (siehe unten). Oder vielleicht können Sie mit dem Kauf noch etwas warten.
Überhaupt: "Brauche ich das wirklich, brauche ich das jetzt?" - diese Fragen sollte man sich vor jedem Kauf stellen, findet Petra von Rhein, zuständig für Geldfragen bei der Verbraucherzentrale München. "Der alte Grundsatz 'Erst sparen, dann kaufen' gerät immer mehr aus der Mode. Dabei ist es auch schön, Geld zurückzulegen und sich auf etwas zu freuen."
Eine häufige Falle ist auch der unüberlegte und unkontrollierte Kauf im Versandhandel und im Internet, beides ebenfalls ein typischer Einstieg in die Verschuldung.
Besonders Urlaub auf Kredit findet die Verbraucherschützerin unsinnig: "Die Urlaubsbräune ist längst weg, der Erholungseffekt verflogen, man hockt im grauen Novemberwetter - und zahlt noch immer die Raten vom Sommer ab." Das frustriert. Das Gefährlichste daran: Es gibt keinen materiellen Gegenwert. Ein Auto kann man zur Not wieder zu Geld machen, wenn die Schulden zu sehr drücken, die Urlaubserinnerungen dagegen lassen sich nicht versilbern.


