Minijob
Was Mütter wissen sollten

Wer zahlt bei einem Minijob die Abgaben?

Vorsicht: Minijobber müssen sich selbst krankenversichern

Für die jeweiligen Abgaben gelten unterschiedliche Regelungen:

Steuern: Die so genannte Pauschalsteuer von zwei Prozent zahlt in der Regel der Arbeitgeber - er muss aber nicht, er kann sie auch auf den Beschäftigten abwälzen. Bei einem monatlichen Verdienst von 450 Euro sind das jedoch nur acht Euro.

Lohnfortzahlungsversicherung: Auch geringfügig Beschäftigte haben einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Damit diese Zahlung gewährleistet ist, müssen Betriebe mit weniger als 30 Beschäftigten sowie Arbeitgeber in Privathaushalten 0,1 Prozent des Gehaltes (bei 450 Euro im Monat also gerade mal 45 Cent) in eine Lohnfortzahlungsversicherung einzahlen.

Krankenversicherung: 13 Prozent vom Lohn zahlt der Arbeitgeber für einen Minijobber pauschal in die gesetzliche Krankenversicherung (bei Privatversicherten muss er nichts bezahlen; für einen Angestellten in einem Privathaushalt zahlt er nur fünf Prozent). Achtung: Viele Minijobber denken, sie seien dadurch krankenversichert. Doch der Gesetzgeber geht davon aus, dass Menschen, die einen Minijob annehmen, bereits durch ihren Hauptjob, über den Ehepartner oder freiwillig krankenversichert sind. Der Beitrag kommt daher ausschließlich der Solidargemeinschaft zugute.

Rentenversicherung: 15 Prozent vom Verdienst zahlt der Arbeitgeber in die Rentenkasse, für Beschäftigte in Privathaushalten nur fünf Prozent. Dadurch erwirbt der Minijobber Rentenansprüche, wenn auch nur sehr geringe. Auch die Wartezeiten verringern sich.

Wichtig: Jeder Minijobber kann den Rentenbetrag seines Arbeitgebers aufstocken und sich damit den vollen Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sichern (zum Beispiel Reha-Maßnahmen oder vorzeitiger Rentenbeginn). Dazu zahlt der Beschäftigte die Differenz von 4,9 Prozent zum vollen Rentenbeitrag (19,9 Prozent). Ein in einem Privathaushalt beschäftigter Minijobber muss dazu allerdings eine Differenz von 14,9 Prozent selber überbrücken. In jedem Fall erhöht sich dadurch sein Rentenanspruch. Und: Minijobber können Riester-Verträge abschließen.