Mutterschutz

So lange dauert die Babypause in den EU-Staaten

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Wie ist der Mutterschutz in Deutschland derzeit geregelt?


Die EU-Kommission will einen einheitlichen Mutterschutz von mindestens 20 Wochen in der gesamten Europäischen Union durchsetzen. Sechs Wochen davon müssten dann auf jeden Fall nach der Geburt genommen werden. Erstmals sollen auch Väter ein Recht auf einen zweichwöchigen Urlaub nach der Geburt ihres Kindes haben. Die Regeln sollen übrigens auch bei Adoptionen von Kindern unter zwölf Jahren gelten.

Protest gegen diese Pläne kommt vor allem aus der Wirtschaft. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, bezifferte das Fraunhofer-Institut die zusätzliche Belastung der Arbeitgeber mit einer zusätzlichen Belastung von bis zu 1,7 Milliarden Euro pro Jahr. Auch das Bundesfamilienministerium lehnt der Zeitung zufolge die Verlängerung der Mutterschutzzeit ab. Begründung: Dadurch würde sich die Situation der Betroffenen nicht verbessern.

In Deutschland kann eine Schwangere in Deutschland im Moment theoretisch bis zur Geburt arbeiten, wenn Sie es möchte - auch wenn die Mutterschutzfrist derzeit sechs Wochen vor der Geburt beginnt. Nach der Geburt besteht dann jedoch bis zum Ende der Mutterschutzfrist acht Wochen lang ein absolutes Beschäftigungsverbot.

In dieser Zeit bekommen angestellte Frauen, die gesetzlich krankenversichert sind, Mutterschaftsgeld. Dabei zahlt die Krankenkasse maximal 13 Euro pro Arbeitstag. Der Arbeitgeber stockt dieses Mutterschaftsgeld bis zur Höhe des Nettogehaltes auf. Selbstständige erhalten dagegen nur ein Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes - und auch das nur, wenn Sie freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind.

Die Mutterschutz-Regelungen der einzelnen EU-Staaten

Die in Deutschland momentan gültige Mutterschutzfrist von 14 Wochen entspricht übrigens der bisherigen EU-Mindestvorgabe. Nur Malta und Schweden haben eine ebenso kurze Frist. Dafür bekommen angestellte Mütter hier ihr Gehalt weiter gezahlt - EU-weit keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Wie der Mutterschutz in den anderen Mitgliedsländern genau aussieht, sehen Sie hier (Achtung: Einige Länder geben die Mutterschutzfrist in Monaten an, andere in Arbeitstagen und wieder andere in Kalendertagen) - klicken Sie einfach auf den jeweiligen Link:

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  • von Azahar am 6. Juli 2011, 12:59 Uhr

    Schade, wie schlecht recherchiert wurde.

    In Spanien beträgt der Mutterschutz insgesamt 16 Wochen. 6 davon müssen direkt nach der Geburt in Anspruch genommen werden (Beschäftigungsverbot), die restlichen 10 Wochen können davor oder danach verteilt werden (immer in Absprache mit dem Arbeitgeber).

    Der Vater hat 2 Wochen "Vaterschaftsschutz" nach der Geburt und kann sich mit der Frau ausserdem die 10 frei wählbaren Wochen teilen, oder sie ganz übernehmen, wenn das von beiden so gewünscht wird.

    Mutterschaftsgeld zahl NICHT der Arbeitgeber, wie in dem Artikel angeführt, sondern die "Seguridad Social" eine Art Sozialkasse in der jeder Arbeitnehmer (und Arbeitgeber) einzahlt, und die Krankenversicherung, Rente, etc. und eben auch Mutterschaftsschutz abdeckt.

    LG
    Azahar


    (1 Kommentar)

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