Mutterschutzgesetz
 
Deine Rechte in der Schwangerschaft

Die wichtigste Neuerung zum Mutterschutzgesetz: Vier Monate Kündigungsschutz für Frauen nach einer Fehlgeburt. Darauf hat sich der Bundestag am 30. März 2017 geeingt. Erfahre hier, welche Neuregelungen außerdem bald in Kraft treten werden. Insgesamt garantiert das Mutterschutzgesetz berufstätigen Frauen in der Schwangerschaft besondere Rechte. Alles Wichtige dazu findest Du hier.

Inhalt: 
Gute Nachrichten für 2018: Mehr Frauen sollen vom Mutterschutz profitierenGilt das Mutteschutzgesetz für alle Schwangeren?Ab wann gilt das Mutterschutzgesetz für mich?Beinhaltet das Mutterschutzgesetz auch einen Kündigungsschutz?Welche Tätigkeiten verbietet das Mutterschutzgesetz in der Schwangerschaft?Was steht im Mutterschutzgesetz zum individuellen Beschäftigungsverbot?Gibt es im Mutterschutzgesetz besondere Regeln für Arzttermine?Wann beginnt laut Mutterschutzgesetz die Mutterschutzfrist?Wo erhalte ich weitere Auskünfte zum Mutterschutzgesetz?

Gute Nachrichten für 2018: Mehr Frauen sollen vom Mutterschutz profitieren

Ab kommenden Jahr treten einige Neuregelungen bezüglich des gesetzlichen Mutterschutzes in Kraft. Der Bundestag hat sich am 30. März 2017 darauf geeinigt, dass vor allem Schülerinnen und Studentinnen, aber auch Mütter von behinderten Kindern besseren Schutz genießen sollen, genauso wie Frauen mit Fehlgeburten. Außerdem sollen die Beschränkungen der Arbeitszeiten für Schwangere flexibler werden. Alle wichtigen Fakten dazu haben wir hier für Dich zusammengefasst.
 
Folgende Neuregelungen treten schon mit der Verkündung des Gesetzes in Kraft:

  • Mütter von Kindern mit Behinderung haben die Möglichkeit, den Mutterschutz um vier Wochen zu verlängern, sodass ihnen insgesamt 12 Wochen zustehen (so wie es bei Früh- und Mehrlingsgeburten der Fall ist)
  • Frauen mit Fehlgeburten nach der 12. Schwangerschaftswoche stehen 4 Monate Kündigungsschutz zu

Ab dem 1. Januar 2018:

  • für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen, die ein Kind bekommen, gilt der Mutterschutz - wenn ein verpflichtendes Praktikum ansteht oder anderweitige verpflichtende Veranstaltungen im Rahmen der schulischen und hochschulischen Ausbildung, können sie Ausnahmen beantragen ohne benachteilig zu werden
  • auch für Beamtinnen, Richterinnen und Soldatinnen gilt das gleiche Mutterschutzniveau wie für andere Beschäftigte; dieses wird allerdings weiterhin durch gesonderte Verordnungen geregelt
  • die Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz wird in das Mutterschutzgesetz integriert; dadurch wird es für den Arbeitgeber nicht mehr so leicht sein, der Schwangeren gegen ihren Willen ein Arbeitsverbot zu erteilen; sie sind dazu angehalten, den Arbeitsplatz entsprechend der Bedürfnisse der schwangeren Frau zu gestalten - ist das nicht möglich, hat er das Recht, sie nicht weiter zu beschäftigen
  • branchenunabhängig können schwangere Frauen entscheiden, ob sie sonn- und feiertags arbeiten wollen
  • das Arbeiten bis 22 Uhr ist nun möglich, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht; wird der Antrag innerhalb von sechs Wochen nicht abgelehnt und erklärt sich die schwangere Frau ausdrücklich dazu bereit, nach 20 Uhr zu arbeiten, ist er genehmigt

(Stand: 31.03.2017, weitere Informationen findest Du auf der Seite des Bundesministeriums für Familie)

Gilt das Mutteschutzgesetz für alle Schwangeren?

Schwangere im Job
Thinkstock, DragonImages

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle schwangeren, angestellten Frauen sowie Teilzeitbeschäftigte, Auszubildende mit Vertrag, Hausangestellte oder Heimarbeiterinnen. Das Mutterschutzgesetz gilt nicht für Selbstständige, Geschäftsführerinnnen oder Freiberuflerinnen. Für Beamtinnen gelten besondere Regeln. (siehe Neuregelungen oben)
 

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