Nebenjob in der Elternzeit
Ich möchte was dazuverdienen

Nebenjob trotz Elternzeit? Das geht! Wie viel arbeiten erlaubt ist, was Steuerexperten raten, und wie man den Arbeitgeber überzeugt.

Wie viele Stunden darf ich in der Elternzeit arbeiten?

Nebenjob in der Elternzeit: Ich möchte was dazuverdienen

Wer in Elternzeit ist, kann bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Das gilt auch für das zweite und dritte Jahr der Elternzeit, in denen kein Elterngeld mehr gewährt wird. Da bei Selbstständigen der Nachweis der tatsächlichen Arbeitsstunden schwieriger ist, orientiert sich die Elterngeldstelle auch an deren Einkommen. Das heißt: Hier ist Elternzeit nur dann gegeben, wenn man nicht mehr als 75 Prozent des vorherigen Einkommens verdient.

Bis zu welcher Höhe darf ich dazuverdienen, ohne dass das Elterngeld gekürzt wird?

Leider gibt es keine Freibeträge. Jeder Zuverdienst wird auf das Elterngeld angerechnet, selbst 400-Euro-Jobs. Beispiel: Eine Frau, die vor der Geburt ein monatliches Nettoeinkommen von 1.200 Euro hatte, bekommt ein Elterngeld von 804 Euro im Monat. Arbeitet sie in Teilzeit für 500 Euro, reduziert sich ihr Elterngeld auf monatlich 469 Euro. Die Grafinger Finanzexpertin Stefanie Kühn rechnet vor:
"1.200 Euro minus 500 Euro = 700 Euro. Davon 67 Prozent ergibt 469 Euro Elterngeld. Die Frau hat mit Teilzeitjob also 969 Euro zur Verfügung statt 804 Euro Elterngeld." Bettina Gerber, Rechtsanwältin aus Köln und spezialisiert auf Elternzeit und Arbeitsrecht, gibt zu bedenken: "Eine Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezugs lohnt sich finanziell meist nicht." Zumal, wenn für die Arbeitszeit noch Kosten für die Kinderbetreuung entstehen.

Haben Selbstständige Freibeträge beim Elterngeld?

Das Ministerium kommt Selbstständigen entgegen

Nein. Ihre Situation ist aber ungleich schwieriger als die von Arbeitnehmern. Viele Selbstständige können es sich nicht leisten, ihre Kunden ein Jahr lang zu vertrösten. Sie müssen sich also entscheiden, ob sie tatsächlich ein Jahr komplett aussetzen, um das volle Elterngeld zu erhalten - und danach wieder mit Kundenakquise beginnen. Oder ob sie weiterhin wenigstens die Stammklientel betreuen, dafür weniger Elterngeld erhalten.
Das Ministerium kommt ihnen entgegen: Wenn die Höhe des Einkommens während der Elternzeit 75 Prozent des vorherigen Einkommens nicht überschreitet, hat man auch als Selbstständiger Anspruch auf 300 Euro Mindestelterngeld.