Allein mit Kind
Wo bekomme ich Unterstützung?

Nach einer Trennung wird das Geld oft knapp. Und juristisch sind auch ganz schön viele Dinge zu klären. Was Ihnen zusteht und wo Sie Hilfe bekommen, erfahren Sie hier.

Alleinerziehend - Wo bekomme ich Unterstützung?
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Inhalt: 
Wie ist das mit dem Sorgerecht?Was bedeutet "Umgangsrecht" eigentlich konkret?Thema Kindesunterhalt: Wer zahlt was - und bis wann?Was ist der Betreuungsunterhalt?Wer bekommt das Kindergeld überwiesen?Wer bekommt bei Alleinerziehenden das Elterngeld?Und wer das Betreuungsgeld?Was muss ich als Alleinerziehende bei der Steuererklärung beachten?Alleinerziehend und Hartz IV - was bedeutet das?Bekomme ich als Alleinerziehende eine Hinterbliebenenrente?Was können Alleinerziehende erben?Austausch mit anderen AlleinerziehendenBeratungsstellen

Wer gilt als allein erziehend?

Zum einen alle Alleinstehenden - logisch. Dann alle Mütter oder Väter, die zwar in einer festen Beziehung zusammen leben, aber keinen Trauschein haben - zumindest vor dem Gesetz. Und das gilt auch für ein Elternteil, das zwar in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebt, aber trotzdem das alleinige Sorgerecht für ein Kind hat.

Wie ist das mit dem Sorgerecht?

Bei unverheirateten Eltern bekommt automatisch die Mutter das Sorgerecht. Mittlerweile gehen die Gerichte allerdings davon aus, dass sich die Eltern das teilen. Bisher musste die Mutter allerdings damit einverstanden sein - eine Regelung, die die durch ein neues Gesetz nun geändert werden soll.

Lebt ein Paar mit gemeinsamem Sorgerecht dauerhaft getrennt, können beide beim Familiengericht beantragen, die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge zu erhalten. Damit muss der andere Elternteil allerdings einverstanden sein. Kleine Besonderheit: Ist das Kind, um das es geht, älter als 14 Jahre, muss es ebenfalls einverstanden sein - es hat nämlich Widerspruchsrecht!

Bei dauerhaft getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht ist bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung immer das gegenseitige Einverständnis erforderlich. Der Elternteil, bei dem das Kind sich gewöhnlich aufhält, kann Entscheidungen über das tägliche Leben treffen, wenn sie keine schwerwiegenden Auswirkungen haben. Anders ist es bei Entscheidungen zur Staatsbürgerschaft, Wahl des Namens, Unterbringung in einem Internat oder Heim, schulische Ausbildung, Berufswahl, größere medizinische Eingriffe, Religionszugehörigkeit, Vermögensverwaltung oder zum Umgang mit Dritten. Hier müssen beide Eltern gemeinsam zustimmen. Können sie sich nicht einigen, entscheidet das Gericht.

Übrigens: Hat ein Elternteil die alleinige Sorgepflicht, kann es trotzdem nicht den Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil nach eigenen Vorstellungen handhaben. Im Klartext: Der andere Elternteil hat immer das Recht auf Umgang.

Was bedeutet "Umgangsrecht" eigentlich konkret?

Juristen sagen: Das Umgangsrecht gehört zum verfassungsrechtlich geschützten Elternrecht. Es kann nur eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist.

Logisch also, dass der Umgang mit beiden Elternteilen in der Regel zum Wohl des Kindes nötig ist - ebenso wie der Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen hat, also beispielsweise Großeltern, Geschwister, Stiefeltern und frühere Pflegeeltern.