KOMPAKT-THEMA:

Gütertrennung
Ehepaare sollten Geldfragen klären

Zugewinngemeinschaft oder doch lieber Gütertrennung? Geht es ums gemeinsame Vermögen, sind Eheleute oft unsicher.

Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung?

Treffen die Ehegatten keine Vereinbarung über den Güterstand, bilden sie ab der Hochzeit automatisch eine Zugewinngemeinschaft - das gilt übrigens auch für Patchwork-Familien, wenn sie keine anderen Regelungen getroffen haben. Was zum Vermögen dazugehört? Kurz gesagt: Alles. Mit Ausnahme des Hausrates und der Rentenversicherungsansprüche. Wichtig zu wissen: Auch in der Zugewinngemeinschaft begründen die Eheleute kein gemeinsames Vermögen - selbst wenn der Begriff der "Zugewinngemeinschaft" dies nahelegt.

Wer eine Gütertrennung will, muss dafür zum Notar, um darüber einen Vertrag abzuschließen. Übrigens sind Gütertrennungsverträge prinzipiell sogar noch während eines laufenden Scheidungsverfahrens möglich!

Der Zugewinnausgleich

Die Bundesregierung plant die Reform des Güterrechts

Wer sich nicht trennt, für den ist es ganz egal, ob er mit seinem Partner in Gütertrennung lebt oder nicht. Aber wenn die Ehe schief geht oder der Partner stirbt, wird das auf einmal eine wichtige Frage.

Denn beim Zugewinnausgleich wird für jeden Ehegatten gesondert festgestellt, ob und um wie viel sich sein Vermögen während der Ehe erhöht hat. Anschließend werden die Mehrwerte (Zugewinne) miteinander verglichen. Der Partner mit dem höheren Zugewinn muss dem anderen einen Ausgleich in Höhe der Hälfte des Wertunterschiedes zahlen. Hat also der Ehemann einen Zugewinn in Höhe von 20.000 Euro und die Ehefrau in Höhe von 10.000 Euro erzielt, muss der Ehemann der Ehefrau einen Zugewinnausgleich in Höhe von 5.000 Euro zahlen - übrigens in bar und nicht in Form von Sachwerten.

Im Klartext: Beim Zugewinnausgleich teilt man also nicht die Vermögenswerte (Haus, Wertpapiere, Lebensversicherung, Bausparvertrag etc.) untereinander auf (Motto: "Ich nehme das Haus und du die Wertpapiere")! Und natürlich hat auch kein Partner einen Anspruch auf die Hälfte des Vermögens des anderen. Und schließlich wird durch die Zugewinngemeinschaft keine Mithaftung für Schulden des anderen begründet, sondern nur für die gemeinsam während der Ehe angehäuften.

Ein häufiger Streitpunkt waren jedoch bislang Schulden, die ein Partner mit in die Ehe brachte, und die von beiden dann gemeinsam abgestottert wurden. Die Bundesregierung plant daher eine Güterrechtsreform, bei der ein gemeinsam abgearbeitetes Minus auf dem Konto ebenfalls als wirtschaftlicher Erfolg gewertet werden soll. Entsprechend erhielte dann im Falle einer Scheidung die Ex-Frau, die mitgeholfen hat, die Schulden des Mannes abzubauen, auch hierfür einen Ausgleich.