Kinderlärm
Ist Lachen und Toben künftig erlaubt?

Buggy im Treppenhaus, Spielen im Hof - die Gerichte zeigen oft Verständnis für das Leben mit Kindern. Doch mit Nachbarn und Vermietern gibt es immer wieder mal Ärger. Deshalb haben wir Ihnen hier einige Urteile zusammen gestellt - nicht nur zum Thema Kinderlärm.

Nachbarschaftsstreit wegen Kinderlärm - leider gar nicht so selten ....

Kinderlärm: Ist Lachen und Toben künftig erlaubt?
Nachbarschaftsstreit wegen Kinderlärm - leider gar nicht so selten ....

"Die Kirche sagt, du sollst deinen Nachbarn lieben. Ich bin überzeugt, dass sie meinen Nachbarn nicht kennt", hat der Schauspieler Peter Ustinov einmal gesagt - und dürfte damit so mancher Familie aus der Seele gesprochen haben. Denn häufig fühlen sich Nachbarn von dem Kinderlärm gestört.

So manche Familie gibt dann früher oder später genervt auf und sucht sich ein neues Zuhause. So gelingt es Nörglern, sich durchzusetzen, obwohl das Recht meistens auf Seiten der Familien ist. Selbst die Vereinten Nationen haben in Artikel 31 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes festgelegt: "Kinder haben das Recht zu spielen."

Höchst unterschiedliche Urteile zum Thema Kinderlärm

Höchst unterschiedliche Urteile zum Thema Kinderlärm

Kam ein Fall bislang vor Gericht, führte dies teilweise zu erstaunlichen Ergebnissen. "Richter innerhalb ein und desselben Gerichts können unterschiedlich urteilen", hat Karen Söffge, stellvertretende Geschäftsführerin des Mietervereins München, beobachtet. Wobei die Tendenz jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zu immer kinderfreundlicheren Urteilen ging. "Der natürliche Spiel- und Bewegungsdrang wird in der Regel höher bewertet als andere Interessen", bestätigt Jana Frädrich, Kinderbeauftragte der Stadt München.

Doch auch für Kinder gibt es Grenzen - obwohl der Bundesgerichtshof urteilte, im "Interesse der Allgemeinheit an einer kinder- und jugendfreundlichen Umgebung" müsse der Kinderlärm des Nachwuchses hingenommen werden (Az. V ZR 62/91). In manchen Fällen beschweren sich die Nachbarn zu Recht. "Bei allem Verständnis für den kindlichen Entdeckerdrang: Treppenhäuser, Keller, Speicher, Aufzüge und Tiefgaragen sind als Spielplätze fast überall tabu", sagt Frädrich. Denn diese Räume benutzen alle Bewohner außerhalb ihrer eigenen Wohnung. Hier heißt es für Eltern, den Söhnen und Töchtern Grenzen aufzuzeigen. Auch das gehört zu einem friedlichen Miteinander mit den Nachbarn.

Umso wichtiger ist es für Eltern, ihre Rechte als Mieter zu kennen. Deshalb haben wir Ihnen hier einige Urteile zusammen gestellt - nicht nur zum Thema Kinderlärm: