Mieter

Spielende Kinder sind kein Kündigungsgrund

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Wohnung gekündigt, weil die Kinder auf dem Garagenhof spielen?


© Sven Hoffmann - Fotolia.com

Ein familienfreundliches Urteil: Wenn Kinder auf dem Garagenhof spielen, kann der Vermieter ihren Eltern nicht unter Berufung auf den dadurch entstehenden Lärm fristlos den Mietvertrag kündigen. Das entschied jetzt das Landgericht Wuppertal. Eine Kündigung des Mietvertrags komme erst dann in Betracht, wenn die Nachbarn wegen unzumutbaren Lärms ihre Miete berechtigt mindern dürften.

Mit dem Urteil nahm die Zivilkammer in zweiter Instanz eine Entscheidung des Amtsgerichts Wuppertal zurück. Dort hatten die Richter im Januar einer Räumungsklage des Vermieters gegen ein Elternpaar stattgegeben, dessen fünfjähriger Sohn mit anderen Kindern immer wieder auf dem Garagenvorplatz gespielt hatte. Ältere Nachbarn hatten sich über den Lärm beschwert.

Zwar liegt ein kleiner Spielplatz für die Kinder des Wohnhauses direkt neben dem Garagenhof, aber er ist auch nur über diesen erreichbar. Nach Feststellung des Landgerichts lag im vorliegenden Fall keine Verletzung mietvertraglicher Pflichten vor, wenn die Kinder trotz eines Verbotsschildes auch auf dem Garagenhof und nicht nur auf dem Spielplatz herumtollten. Deshalb müssten Nachbarn einen "nicht über das übliche Maß hinausgehenden Spiellärm" hinnehmen, solange keine "unzumutbare Beeinträchtigung" der Wohnqualität vorliege.

Ein Garagenhof fordert Kinder geradezu heraus, mit Bobbycars dort zu spielen

"Ein Garagenhof fordert Kinder geradezu heraus, mit Bobbycars dort zu spielen", sagte der Vorsitzende Richter Rolf Wilden in der mündlichen Verhandlung. Im vorliegenden Fall sei der von den spielenden Kindern ausgegangene Lärm weder über die Abendstunden hinaus gegangen noch habe er die Nachtruhe der Anwohner gestört. Darüber hinaus müssten Mieter, die in eine Wohnsiedlung zögen, dort grundsätzlich auch mit Lärm von Kindern rechnen.

Das Urteil (AZ: 16 S 25/08) ist rechtskräftig. Eine Revision ließ die Kammer nicht zu.

Kennen auch Sie kinderfeindliche Nachbarn und Vermieter?

Traurig, dass immer wieder Familien vor Gericht um das eigentlich selbstverständliche Recht ihrer Kinder, unbeschwert in der Wohnung oder draußen zu spielen, kämpfen müssen. Zum Glück stoßen missliebige Nachbarn und Vermieter bei den Richtern dabei meist auf wenig Verständnis, wie weitere Urteile zeigen.

Haben Sie auch schon schlimme Erfahrungen mit zänkischen Nachbarn oder kleinlichen Vermietern gemacht? Oder fühlten Sie sich als Familie bei der Wohnungssuche schon einmal benachteiligt? Kommentieren Sie diesen Artikel und schildern Sie uns Ihre Erfahrungen!



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  • von Nina am 7. Juni 2012, 10:54 Uhr

    Tja, leider müssen wir (mit 2 kleinen Jungs) gerade auch feststellen, wie kinderunfreundlich Deutschland ist. Wir suchen gerade dringend eine Wohnung, bekommen aber bei den meisten Angeboten nicht einmal die Möglichkeit, die jeweilige Wohnung zu besichtigen. So richtig gibt's zwar keiner zu, aber ich kann mir schon vorstellen woran das liegt... traurig, traurig.


  • von Ursula Orantek am 29. Februar 2012, 18:24 Uhr

    Was sind wir Deutschen doch für Spiessbürger. Haben denn alle vergessen, dass unsere Kinder auch mal klein waren. Immer nur "Wir wollen doch unsere Ruhe haben"; in einem Plattenbau mit großen Wohnungen (4Zi) werden immer mehr junge Leute mit Kindern einziehen. Ich bin schon Urgroßmutter und freue mich ständig darüber, das ich es noch erleben darf, wie die Kleinen heranwachsen. Habe das Glück, dass meine Enkeltochter im Nebenhaus wohnt. Leider ist der Mieter unter ihr ein alter Stiesel und kann nur Lärmprotokolle schreiben. Ich kenn nur sagen traurig....


  • von Tanja Daberger am 12. Mai 2011, 09:11 Uhr

    Hallo Leute,

    wie sind im Dezember mit unseren 17 Monate alten Sohn in ein Mehrfamilienhaus eingezogen. Leider ist die Nachbarin unter uns eine richtige kinderunfreundliche Person.
    Leider wacht mein Sohn um sechs oder halb sieben in der Früh auf und das auch am Wochenende und dann will er halt auch spielen, und jedes mal kommt ein klopfen von unten, und sie hat sich schon mehrmals bei uns beschwert das wir zu laut sind und das Sie doch kerne wissen möchte was wir machen. Aber ich denke das geht sie überhaupt nichts an. Jetzt lass ich mein Kind einfach ganz normal weiterspielen und klopf dann einfach zurück wenn sie meint sie muss sich wieder aufführen.


  • von andy am 3. April 2011, 01:37 Uhr

    genau da ist mir heute passiert meine kinder haben mich besucht und klar kinder bleiben halt nicht immer ruhig sitzen mein großer ist 7 und mein kleiner ist 3. die sind in meiner wohnung gegangen und der kleine gehüpft und das um 9 uhr vorm...ittag, aufeinmal klopft es an der tür und die Mutter meines Vermieter steht da und schreit mich an was das soll. ich habe meinen vermieter angerufen ob mich meine kinder nicht besuchen können er meinte erst ja klar und er kümmert sich darum, kurz darauf ruft er zurück und schreit mich am telefon an das das nicht geht es ist ein ruhges haus und die kinder dürfen da nicht sein und auch auf dem balkon sich nicht aufhalten und das wir das mietverhältnis auflösen. bin erst seit 2 wochen hier und darf jetzt die wohnung verlassen. so das ist in bad aibling


  • von nadine am 31. März 2011, 15:35 Uhr

    hallo ich wohne seit 6 jahre in einer mietwohnung habe eine 4 j tochter mein nachbar über mir ist seit einem halben jahr erst eingezogen er beschwerdt sich andauernd das meine tochter laut ist es ist mir aber egal wegen ihm sperre ich meine tochter bestimmt nicht ein neben dran ist eine famile mit zwei kinder da gibt es auch mit ihm propleme soll er doch ausziehen wenn es ihm stört ich hasse ihn und seine blöde tussi


(12 Kommentare)

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