Versorgungsausgleich

Berechnung der Rente nach der Scheidung - bald ganz leicht?

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Wie ist das nach der Scheidung mit den Rentenansprüchen?


Jahr für Jahr wurden seit Beginn des neuen Jahrtausends rund 200.000 Ehen geschieden - jeder einzelne Fall natürlich für alle Beteiligten eine traurige Angelegenheit. Als wäre es nicht schon schwer genug, sich mit den verletzten Gefühlen und den zerbrochenen Lebensplanungen auseinanderzusetzen, kommt in vielen Fällen noch der Streit ums Geld hinzu: Unterhaltsansprüche, Zugewinnausgleich - darüber zu debattieren, kann äußerst zermürbend sein.

Was vielen nicht bewusst ist: Auch die Ansprüche beider Eheleute aus der gesetzlichen Lebensversicherung, der Beamtenversorgung, aus privaten Rentenversicherungen oder einer Betriebsrente kommen im Scheidungsverfahren auf den Tisch. Bislang wurden die während der Ehezeit erworbenen Ansprüche beider Partner zunächst zusammengezählt. Daraus errechnet sich dann ein fiktiver Anspruch an die gesetzliche Rentenversicherung. Der Partner, der geringere Beiträge geleistet hat, erhält so mit dem Eintritt ins Rentenalter den so genannten Versorgungsausgleich. Damit soll eigentlich verhindert werden, dass derjenige der Eheleute, der zugunsten der Kinder beruflich kürzer getreten ist, im Alter von Armut bedroht ist - in den meisten Fällen also die Ehefrau.

Oft verzichten die Frauen auf Ansprüche, um Kontakt zum Ex zu vermeiden

Nur: Nach geltendem Recht kann die Frau diese Ansprüche erst geltend machen, wenn sie das Rentenalter erreicht. Und dazu muss sie sich an ihren Ex-Mann wenden. Die Vorstellung, jemanden des Geldes wegen zu kontaktieren, mit dem man seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte oder mit dem man in bitterem Streit auseinandergegangen ist, erscheint vielen Frauen so schlimm, dass sie auf ihre Ansprüche verzichten. Hinzu kommt, dass dieser fiktive Anspruch ja bereits Jahre im Voraus auf der Basis von Prognosen zur Rentenentwicklung errechnet wurden - und die sind fehleranfällig. Aus diesen Gründen bekommen viele geschiedene Frauen letzten Endes doch eine deutlich niedrigere Alterssicherung, als ihnen eigentlich zustünde.

Was ändert sich mit der Reform des Versorgungsausgleichs?

Mit der Reform des Unterhaltsrechts hatte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zuletzt dafür gesorgt, dass geschiedene Frauen sich künftig deutlich schneller darum bemühen müssen, wieder eine eigene Existenz aufzubauen. Tritt die geplante Reform des Versorgungsausgleichs jedoch wie jetzt vom Bundestag verabschiedet am 01. September 2009 in Kraft, soll es für Ex-Ehefrauen zumindest in Sachen Altersvorsorge mehr Sicherheit geben.

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