Eheähnliche Lebensgemeinschaft
Was nach der Trennung übrig bleibt

Immer mehr Eltern leben ohne Trauschein zusammen. Wie sieht die Rechtslage aus, wenn sie sich trennen? Eltern.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Zu wem kommen die Kinder?

Eheähnliche Lebensgemeinschaft: Was nach der Trennung übrig bleibt

Das hängt in erster Linie davon ab, wer das Sorgerecht für die Kinder hat: Wenn die Eltern nicht verheiratet sind, hat grundsätzlich die Mutter allein die "elterliche Sorge". Das ist gegen ihren Willen in aller Regel nicht zu ändern. Unverheiratete Eltern können aber jederzeit - schon vor der Geburt und auch noch nach einer Trennung - das Sorgerecht für gemeinsame Kinder zusammen übernehmen. Dafür muss jeder eine so genannte Sorgeerklärung abgeben, die von Notar oder Standesamt beurkundet wird. Bislang hing dies allerdings davon ab, ob die Mutter dieses gemeinsame Sorgerecht wollte - weigerte sie sich, hatte der Vater keine Chance, es dennoch einzufordern. Ein neues Gesetz soll das jetzt ändern

Bei gemeinsamem Sorgerecht entscheiden die Eltern gemeinsam. Nur wenn sie sich nicht einigen können, wird die Frage gerichtlich geregelt. Hat ein Partner das Sorgerecht allein, entscheidet er auch allein. Bei Kindern, die ein Partner in die Beziehung mitgebracht hat, steht dem anderen kein Mitspracherecht zu, selbst wenn die Kinder jahrelang von beiden betreut wurden.

Hinweis: Ein einmal beantragtes gemeinsames Sorgerecht besteht auch nach einer Trennung fort. Jeder Elternteil kann dann aber verlangen, dass ihm die Sorge allein übertragen wird. Darüber entscheidet das Vormundschaftsgericht. Das Gericht wird das gemeinsame Sorgerecht aufheben, wenn der andere Partner zustimmt oder wenn es für das Kind am besten ist - etwa wenn es in einen Dauerstreit zwischen den Eltern hineingezogen und so in Loyalitätskonflikte gebracht wird. Bei einem gerichtlichen Streit um das alleinige Sorgerecht hat meist noch immer die Mutter die besseren Chancen. Ab 14 Jahre haben Kinder jedoch das Recht, der Übertragung der Sorge auf einen Elternteil zu widersprechen.

Wie viel muss mein Ex-Partner für unsere Kinder zahlen?

Leben die gemeinsamen Kinder nach der Trennung bei einem Elternteil, muss der andere Unterhalt zahlen, regelmäßig jeden Monat. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen, bei wechselndem Einkommen wird ein Durchschnittswert ermittelt.

Meist wird der Unterhalt nach der so genannten Düsseldorfer Tabelle berechnet. Übrigens: Wer für seine Kinder Unterhalt braucht, sollte sofort aktiv werden, denn Nachforderungen sind in der Regel nicht möglich.

Sind die Kinder noch klein oder ist die Betreuungssituation an Ihrem Heimatort nicht ausreichend, haben sie bis zum dritten Geburtstag des jüngsten Kindes Anspruch auf Betreuungsunterhalt, in Ausnahmefällen sogar länger. Aber: Gründet ihr früherer Lebensgefährte eine neue Familie, so haben gemäß des neuen Unterhaltsrechts, das am 01.01. 2008 in Kraft trat, die Kinder aus beiden Beziehungen als erste Anspruch auf Unterhalt. Dabei ist es egal, ob Ihr Ex mit seiner neuen Partnerin verheiratet ist oder nicht. Sollte dann noch Geld übrig sein, müssen Sie es sich mit der anderen Frau teilen. Gibt es in dieser Beziehung noch keinen Nachwuchs, stehen Sie in der Rangfolge vor der neuen Partnerin, da Sie sich um die Kinder kümmern.