Zimmerdurchquerung geglückt!
1. Oktober 2007, 16:23 Uhr von Pinguinfans
Dresden. Hier die neueste Meldung aus dem Hause der Pinguinfans. Heute morgen gelang es Raphael Lucas D., sein Kinderzimmer eigenständig und auf zwei Beinen zu durchqueren. Zu diesem wichtigen Ereignis ein Interview mit dem Bezwinger dieser beachtlichen Strecke.
Eltern: Raphael Lucas D., können sie uns einen kurzen Eindruck von ihrer Expedition vermitteln?
R.L.D.: Nun, es war heute morgen, gleich nach dem Aufstehen, Wickeln und Anziehen. Ich stand am Sessel, in dem Papa saß und Kaffee trank. Plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis, bei Mama auf der Kuschelmatratze zu sein. So wählte ich die direkte Route quer durch mein Zimmer und lief los, um mir die Umstände des Herunterlassens und wieder Aufstehens zu sparen. Tip tap, wie Mama immer sagt. Mit einigen kühnen Schritten war ich am Ziel. Erst als meine Eltern laut applaudierten, wurde mir bewusst, dass ich wohl etwas Großes geleistet hatte.
Eltern: Warum heute? Hat dieses Datum eine besondere Bedeutung für Sie?
R.L.D.: Na ja, ich dachte einfach, der erste Tag eines Monats ist eine Art Neubeginn, da könnte ich auch einen neuen Abschnitt in meinem Leben starten. Außerdem ist es der letzte Monatsanfang innerhalb meines ersten Lebensjahrs. Abgesehen davon war die Situation einfach günstig: Papa war noch da, um mir zuzusehen, die ganze Familie in meinem Zimmer versammelt. Und ich wollte halt einfach schnell rüber zur Matratze.
Eltern: Wie haben Sie sich auf diese beachtliche Leistung vorbereitet? Können Sie interessierten Lesern einige Trainingsmethoden empfehlen?
R.L.D.: Ja, es kommt vor allem drauf an, seinen Gleichgewichtssinn zu trainieren. Am besten fängt man damit an, seine Eltern durch große Niedlichkeit zu animieren, mit einem zu spielen, dabei viel zu schaukeln und zu hüpfen. Weiter gehts mit Sitzen, dann Stehen. Besonders wirkungsvoll ist es, sich immer wieder an einem Schaukelelch hochzuziehen, der nicht fest steht. Wenn man das beherrscht, kann man damit anfangen, ohne Halt aufzustehen. Dabei sollte man hüpfen oder schwere Dinge festhalten, um seine Fähigkeiten zu vervollkommnen. Hilfreich ist es auch, immer wieder zu beobachten, wie andere es machen mit dem Laufen, und die Sache gründlich zu durchdenken. Eine weltweit übliche Trainingsmethode lehne ich allerdings kategorisch ab: das Umherlaufen an den Händen eines willigen Erwachsenen. Das schränkt die eigene Freiheit bezüglich der Streckenwahl erheblich ein und übt nur sehr begrenzt die Fähigkeit, das Gleichgewicht selbst zu halten. Und, wie man sieht, geht es auch ohne dies. Schließlich habe ich es geschafft, die Schwerkraft zu überwinden, die immer wieder den Windelpo nach unten ziehen will, wenn man ein Bein vom Boden hebt!
Eltern: Vielen Dank für das Interview!
Wie die Mama des Raphael Lucas D. berichtet, ist ihr Sohn trotz des großen Erfolges noch nicht vollkommen von den Vorteilen des aufrechten Ganges überzeugt und nutzt noch sehr gern die bewährte Krabbelmethode zur Fortbewegung. Wir wagen jedoch die Prognose, dass sich das in absehbarer Zeit dramatisch ändern wird!
Schlagworte:
- Entwicklungsschritte
1 Kommentare zu diesem Eintrag
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sehr interessantes interview! wir wünschen alles gute dem neuen läufer und wenig blessuren beim gelegentlichen auf-den-po-purzeln....!
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