Unterhaltsrechner 2017
 
Wie viel Unterhalt bekommen Kinder, was die/der Ex?

Schlimm genug, wenn eine Beziehung in die Brüche geht - noch schlimmer, wenn es danach Streit ums Geld gibt. Beim Unterhaltsrecht gilt jedoch: Die Kinder stehen stets an erster Stelle. Was Du sonst noch wissen musst, erfährst Du hier.

Wir trennen uns
iStock, stevecoleimages
Inhalt: 
Wer bekommt Unterhalt?Was kann ich abziehen?Wie wird der Unterhalt bei einer Scheidung berechnet?Was ist die Düsseldorfer Tabelle?Was ist der Unterhaltsvorschuss?Wie lange bekomme ich Unterhalt?Wer zahlt beim Tod des Ex-Partners?

Unterhaltsrechner 2017: Wie viel Unterhalt muss ich zahlen?

Du stehst vor der Situation, Unterhalt für Dein Kind zahlen zu müssen? Unser Unterhaltsrechner hilft Dir dabei, zu berechnen, welche Kosten auf Dich zukommen. Der Unterhaltsrechner baisert auf der Düsseldorfer Tabelle 2017. Aber bitte daran denken: Der Unterhaltsrechner liefert keine bindende Vorschrift, sondern eine Empfehlung an der sich auch Familiengerichte orientieren. In Einzelfällen kann es durchaus erhebliche Abweichungen geben. So sind je nach Anzahl der Kinder Zu- oder Abschläge beim Kindesunterhalt möglich. Auch der Mindestbedarf wird berücksichtigt.

 

Wer bekommt Unterhalt?

  • Kinder, egal ob ehelich oder unehelich, haben Anspruch auf Alimente, wenn sich die Eltern trennen. (Kindesunterhalt)
  • Alle Eltern, denen die Betreuung gemeinsamer Kinder keine Arbeit oder nur Teilzeit erlaubt haben Anspruch auf Unterhalt. (Betreuungsunterhalt)
  • Oder Eltern, die wegen ihres Alters oder Gesundheitsproblemen nicht arbeiten können. (Elternunterhalt)

Kommt es zu einer Trennung (es muss noch keine Scheidung vorliegen) hat das Familienrecht die Kinder an erste Stelle bei den Unterhaltszahlungen gesetzt. Danach folgen alle Elternteile, die den Nachwuchs betreuen - und zwar unabhängig davon, ob sie verheiratet sind beziehungsweise waren. Erst an dritter Stelle kommen Ex-Ehepartner, die nach einer verhältnismäßig kurzen Ehe niemanden betreuen oder deren Kinder schon groß sind. Ausnahme: Nach der Scheidung einer langjährigen Ehe, bei der beispielsweise die Frau nach Absprache daheim geblieben ist und sich um die Kinder gekümmert hat, steht sie in Sachen Unterhalt an gleicher Stelle wie die neue Partnerin ihres Ex-Mannes, die ebenfalls den Nachwuchs betreut. Ab etwa sieben Jahren wird eine Ehe als "langjährig" gelten - allerdings haben die Gerichte hier deutlichen Spielraum. Deshalb empfiehlt es sich, eine solche Absprache in einem Ehevertrag festzuhalten. Ein Beispiel: Eine Ehe wird nach 20 Jahren geschieden. Die Ehefrau hatte zugunsten der Betreuung von Sohn und Tochter die mittlerweile kurz vor dem Abitur stehen, ihre Berufstätigkeit aufgegeben. Der Ex-Mann hat erneut geheiratet, aus dieser Ehe sind zwei weitere Söhne hervorgegangen, die derzeit von der zweiten Frau betreut werden. Gerechnet wird nun so: Nach Abzug des Selbstbehalts des Mannes sind zunächst die vier Kinder unterhaltsberechtigt. Falls dann noch Einkommen zur Verfügung steht, müssen sich die beiden Frauen dieses Geld gleichberechtigt teilen. Hätte die erste Ehe des Mannes jedoch nur vier Jahre gedauert und wäre kinderlos geblieben, stünde sie in der Rangfolge hinter den Nachwuchs aus der zweiten Ehe sowie der zweiten Ehefrau.

Was kann ich abziehen?

Es ist wichtig das Alter des Nachwuchses in dem Rechner anzugeben, weil die Düsseldorfer Tabelle 2017, die dem Rechner zugrunde liegt, vier Altersstufen unterscheidet. Je höher die Altersgruppe, desto höher ist der Unterhalt für den Nachwuchs.
 
In das Feld „Netto-Einkommen des Unterhaltspflichtigen“ wird das eigene Einkommen eingetragen. Hier werden aber nicht lediglich die eigenen Einkünfte eingetragen, sondern das sogenannten bereinigte Netto-Einkommen. Es gibt die unterschiedlichsten Konstellationen, die der Rechner nicht alle berücksichtigen kann. Somit liefert sein Ergebnis grundsätzlich einen nur einen Richtwert. Ein Fachanwalt gibt Dir konkretere finanzielle Auskunft.
Bei dem bereinigten Netto-Einkommen sind also bereits Aufwendungen abgezogen, die bei der Berechnung des Unterhalts einberechnet werden müssen. Dazu gehören z.B. berufsbedingte Aufwendungen,  5 % Deiner Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit (mindestens 50 Euro höchstens 150 Euro monatlich). Dieser Abzug darf nicht bei selbstständiger Arbeit abgezogen werden. Zusätzlich gibt es einen Abzug berücksichtigungsfähiger Schulden. Das sind im gemeinsamen Einverständnis aufgenommene Kredite in der Ehe oder Kosten, die durch den Auszug aus der Ehewohnung entstehen.
 
Muss das Kindergeld vom Unterhalt abgezogen oder dazu gerechnet werden?
Bei den in der Düsseldorfer Tabelle angegeben Werten handelt es sich zunächst nur um den Unterhaltsanspruch eines Kindes selbst, nicht jedoch um den tatsächlich zu zahlenden Betrag. Väter oder Mütter, die den Unterhalt zahlen müssen, dürfen für ihre minderjährigen Kinder die Hälfte des Kindergelds abziehen. Um also den tatsächlich zu zahlenden Betrag zu ermitteln, muss zunächst die Hälfte des Kindergeldes vom ursprünglichen Wert der Düsseldorfer Tabelle abgezogen werden. Bei unterhaltsberechtigten Volljährigen darf der Unterhalt um das volle Kindergeld gekürzt werden.
Ein Beispiel: Ein Elternteil verdient 1600 Euro netto und soll für die Tochter, elf Jahre alt, Unterhalt zahlen. Laut Düsseldorfer Tabelle ergäbe sich eine Zahlung von 413 Euro. Nun darf die Hälfte des Kindergeldes, also 96 Euro (192 Euro: 2 = 96 Euro), abgezogen werden. Es bleiben 317 Euro Unterhalt für die Tochter.
 

Wie hoch ist mein Selbstbehalt?

Scheidung
iStock, weerapatkiatdumrong

Als Barunterhaltspflichtiger steht Dir laut Familienrecht natürlich auch ein Eigenbedarf zu. Dieser soll Deine Existenz sichern.

  • Bei Minderjährigen oder Volljährigen bis zum 21. Lebensjahr, die unverheiratet im Haushalt der Mutter oder des Vaters leben oder sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden steht dem Zahlungspflichtigen 1.080 Euro im Monat.
  • Bei Nichterwerbstätigen liegt er bei 880 Euro.
  • Bei Volljährigen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, beträgt der Selbstbehalt 1.300 Euro.

Sollte nach Abzug dem Zahlungspflichtigen weniger über bleiben als der angesetzte Selbstbehalt, greift der Bedarfskontrollbetrag, der ebenfalls in der Düsseldorfer Tabelle enthalten ist.
 

Was ist der Bedarfskontrollbetrag?

Dieser soll eine ausgewogene Verteilung des Geldes auf den Zahlungspflichtigen und die Unterhaltsberechtigten sicherstellen.
Dem Zahlungspflichtigen muss ein Existenzminimum verbleiben, welches über den Bedarfskontrollbetrag festgelegt ist. Auf der untersten Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle (Nettoeinkommen bis 1.500 Euro) ist der Bedarfskontrollbetrag mit dem notwendigen Selbstbehalt gleich. Erst ab der zweiten Einkommensstufe ist der Bedarfskontrollbetrag höher als der notwendige Selbstbehalt. Stellt sich also bei der Berechnung nach Abzügen und Kindesunterhalt heraus, dass der Bedarfskontrollbetrag unterschritten wird, ist die nächstniedrigere Einkommensgruppe für die Berechnung anzusetzen.
 

Wie wird der Unterhalt bei einer Scheidung berechnet?

Kommt es zu einer Scheidung der Eltern, gibt die Düsseldorfer Tabelle Aufschluss darüber, wie viel Kindesunterhalt gezahlt werden muss. Grundsätzlich haben auch bei einer Trennung beide Elternteile das Sorgerecht. Werden Minderjährige betreut, bekommt das Elternteil, bei dem sie leben, den Kindesunterhalt vom anderen. Berechnungsgrundlage für den Kindesunterhalt sind jeweils das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und das Alter der Kinder. Liegt das Nettoeinkommen über 5.101 Euro, so wird nach den Umständen in jedem einzelnen vorliegenden Fall entschieden. Verdient der Unterhaltspflichtige zum Beispiel monatlich 1.600 Euro netto und hat ein vier- und ein elfjähriges Kind, so liegt der Richtwert für den Unterhaltssatz bei 360 Euro + 413 Euro = 773 Euro.
Vorsicht: Die Düsseldorfer Tabelle gibt lediglich Aufschluss über den Kindesunterhalt, nicht jedoch über den Trennungsunterhalt oder den nachehelichen Ehegattenunterhalt. Über Unterhalt für den Ehepartner entscheidet das Gericht. Fragen hierzu kann Dir am besten ein Anwalt beantworten.
Jedes Kind hat Anspruch auf monatlichen Unterhalt durch seine Eltern, bis seine Ausbildung beendet ist. Derjenige, bei dem der Nachwuchs lebt, kommt seinen Verpflichtungen durch Pflege, Betreuung und Erziehung nach. Der andere zahlt den Barunterhalt. Doch das ändert sich mit der Volljährigkeit.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Düsseldorfer Tabelle
Fotolia, kwarner
Wenn sich Eltern trennen, ist das für alle Beteiligten eine schwierige Situation. Oft kommt es zu Streit um die Finanzen, zum Beispiel, wenn es um den Kindesunterhalt geht. Seit 1962 bietet die vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegebene Düsseldorfer Tabelle eine Richtschnur für die Festsetzung des Kindesunterhalts. Familiengerichte und Jugendämter können sich an ihr jedoch lediglich orientieren, eine Gesetzeskraft besteht nicht. Die in der Tabelle festgehaltenen Werte weisen den Bedarf pro Monat für ein Kind aus.
Zum 1. Januar 2017 wurde die Düsseldorfer Tabelle geändert. Die Bedarfssätze unterhaltsberechtigter Kinder wurden dabei erhöht. Die Erhöhung beruht auf einer Entscheidung des Gesetzgebers in der "Verordnung zur Festlegung des Mindestunterhalts minderjähriger Kinder" vom 03.12.2015.

 
Düsseldorfer Tabelle ab 01.01.2017
© http://www.olg-duesseldorf.nrw.de

Welche Ansprüche haben volljährige Kinder?

Recht auf Kindesunterhalt haben auch volljährige Kinder, wenn sie

  • noch nicht 21 Jahre alt sind,
  • sich in einer allgemeinen Schulausbildung befinden,
  • im Haushalt der Mutter oder des Vaters leben,
  • unverheiratet sind.

Grund dafür: Der Jugendliche hat ein Recht darauf, eine angemessene Ausbildung zu erhalten.Die Höhe des Kindesunterhalts beträgt mindestens 527 Euro monatlich. Volljährige, die verheiratet sind, muss vorrangig der Ehegatte versorgen.
Studenten, die nicht bei ihren Eltern leben, haben einen Anspruch auf 735 Euro Kindesunterhalt im Monat. Wohnt der Student noch bei einem seiner Elternteile, wird der Betrag nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle berechnet.

Was ist der Unterhaltsvorschuss?

So nennt man das Geld, das man als alleinerziehender Elternteil beim Jugendamt beantragen kann, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Verpflichtungen gar nicht nachkommt oder zu wenig zahlt. Ein gerichtliches Urteil gegen den säumigen Zahler wird nicht vorausgesetzt. Ist dieser durchaus leistungsfähig, verweigert aber die Zahlungen, wird der Staat von ihm den gezahlten Vorschuss zurück verlangen.
Bedingung: Das Kind muss in Deutschland einen Wohnsitz haben oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt, ist noch keine zwölf Jahre alt und lebt bei einem allein erziehenden Elternteil z.B. der Mutter. 
Dauer: Unterhaltsvorschuss wird höchstens 72 Monate lang gezahlt und endet spätestens, wenn das Kind zwölf Jahre alt wird. Dies gilt auch, wenn der Vorschuss noch nicht die vollen 72 Monate gezahlt worden ist.
Höhe: Der Betrag richtet sich nach dem Kindesalter.

  • 0-5 Jahre: 150 Euro monatlich
  • 6-11 Jahre: 201 Euro monatlich
  • voraussichtlich ab Juli 2017 12- 17 Jahren: 268 Euro

Noch mehr Informationen zum Unterhaltsvorschuss kannst Du hier beim Bundesministerum für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nachlesen.

Wie lange bekomme ich Unterhalt?

iStock, Mukhina1

Es wird zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt unterschieden. Trennungsunterhalt wird vom Zeitpunkt der Trennung bis zur Scheidung gezahlt. Nachehelicher Unterhalt beginnt mit dem Scheidungsurteil. Wie diese genau berechnet werden, kannst Du hier nachlesen. Grundsätzlich soll nach einer Scheidung jeder für sich selbst aufkommen. Unterhaltsanspruch besteht, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Du betreust Dein Kind
  • Du bist erwerbslos
  • aufgrund von Alter oder Krankheit kannst Du nicht arbeiten
  • Du befindest Dich in einer Umschulung, Ausbildung oder Fortbildung

Fällt der Unterhaltsbestand weg, endet auch der Unterhaltsanspruch.
Eine neue Heirat oder eine eingetragene Lebensgemeinschaft bringen in jedem Fall sofort das Aus für die Zahlungen (betrifft nicht den Kindesunterhalt) - unabhängig von den Finanzen des neuen Partners. Trotz Kinder muss mit einer Kürzung gerechnet werden. Das gilt auch für eine eheähnliche Beziehung, bei der der Unterhaltsberechtigte schon zwei bis drei Jahre mit seinem neuen Partner zusammen lebt. Ohne Kinder werden die Zahlungen gestrichen.

Wie lange bekomme ich Betreuungsunterhalt?

Betreust Du nach der Trennung die Minderjährigen, hast Du Anspruch auf Betreuungunterhalt, sofern es sich um Babys oder Kleinkinder handelt, genauer bis zum dritten Lebensjahr. Danach wird im Einzelfall entschieden, ob das Kleinkind auch z.B. in einer Kita betreut werden kann. Ab dem Zeitpunkt sollen auch Alleinerziehende für ihren Unterhalt wieder selber aufkommen. Allerdings wird nicht vorausgesetzt, dass Alleinerziehende gleich eine Vollzeitbeschäftigung aufnehmen müssen. Die Betreuungssituation muss angemessen sein und auch die Belastung von Arbeit, Kindesbetreuung, Einkaufen und Haushalt muss dem Alleinerziehenden zumutbar sein. Wenn gesundheitliche Probleme beim Nachwuchs vorliegen, wird die Betreuungszeit ebenfalls ausgedehnt.

Wer finanziert mir eine Umschulung?

Wer wegen der Ehe eine Schul- oder Berufsausbildung einschließlich Studium nicht aufgenommen oder abgebrochen hat, kann das nach der Scheidung nachholen, wenn es eine nachhaltige Existenzsicherung verspricht. Das gilt auch, wenn eine Umschulung beziehungsweise eine Aus- oder Fortbildung die Aussicht auf eine angemessene Tätigkeit mit sich bringt. Die Kosten muss in diesen Fällen der Ex-Partner tragen. Unverheiratete Partner haben keinen derartigen Anspruch. Darüber hinaus müssen sie jede Tätigkeit annehmen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten - Geschiedene müssen nur eine "angemessene" Tätigkeit annehmen.

Was passiert, wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient?

Nur da, wo ein Elternteil bedürftig ist und eins leistungsfähig besteht die Voraussetzung für Unterhaltszahlungen. Nur wer dazu in der Lage ist, muss zahlen. Den Selbstbehalt darf er für sich behalten. Aber wer unterhaltspflichtig ist, muss dafür sorgen, dass er zahlen kann. Wer sein Einkommen ohne zwingenden Grund senkt, muss deshalb nicht weniger zahlen. Die Gerichte berechnen die Unterhaltszahlungen dann so, als würde er so viel verdienen, wie er könnte ("fiktives Gehalt"). Wer jedoch wegen Krankheit nicht mehr arbeiten kann, als Selbstständiger scheitert oder unverschuldet den Job verliert, darf seinen Barunterhalt kürzen lassen. Doch er muss sich um eine neue Stelle bemühen und dies auch nachweisen. Kein Grund für eine Unterhaltszahlung ist der Wunsch, sich selbstständig zu machen, den Job zu wechseln oder Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit für eine neue Familie zu haben.
Geht z.B. der Vater, der für eine Tochter aus einer früheren Beziehung Unterhalt zahlen muss, wegen eines weiteren Kindes in Elternzeit und hat deshalb ein geringeres Einkommen, so ändert das nichts an seinen Verpflichtungen der erstgeborenen Tochter gegenüber. Reicht das Geld nicht, muss er eventuell sogar auf die Elternzeit verzichten.

Wer zahlt beim Tod des Ex-Partners?

Wurde bis zum Tod des Ex-Ehepartners Unterhalt von diesem bezahlt, sind nach dessen Tod die Erben verpflichtet, den Unterhalt weiter zu zahlen. Sie müssen jedoch nur Unterhalt bis zur Höhe des Pflichtteils zahlen, der dem geschiedenen Partner vor der Trennung zugestanden hätte.

Müssen Großeltern für ihre Enkel Unterhalt zahlen?
Ja! Laut Gesetz müssen Verwandte in gerader Linie für einander aufkommen. An erster Stelle stehen natürlich die Eltern. Wenn diese aber - sei es durch Tod, Abwesenheit oder aber, was der häufigste Fall sein dürfte, mangels eines ausreichenden Einkommens - ausfallen, können auch die Großeltern in die Pflicht genommen werden. Als Großeltern dürfen sie mehr Geld für sich behalten, als etwa ein unterhaltspflichtiges Elternteil (man spricht vom hier vom "Selbstbehalt"). Die finanzielle Grundlage beträgt bei den Eltern meist um die 1.000 Euro  und kann bei den Großeltern bis zu 1.400 Euro betragen. Außerdem kann bei Großeltern im Gegensatz zu Eltern kein "fiktives Einkommen", also ein theoretisch erzielbares Einkommen, zugrunde gelegt werden. Ist die Rente niedrig, so sind sie nicht verpflichtet, einen Job anzunehmen.
Aber auch reiche Großeltern werden nicht "zur Ader gelassen". Zugrunde gelegt wird immer nur der Betrag, den die Eltern ihren Kindern an Unterhalt zu leisten hätten. Verfügen die Eltern über kein Einkommen, so müssen die Großeltern nur den Mindestunterhalt leisten.
Und: Die Kosten für den Unterhalt des Enkelkindes müssen auf alle Großeltern verteilt werden. Selbst wenn nur ein Elternteil, beispielsweise der Vater des Kindes, nicht zahlt und die Mutter des Kindes das Kind ernährt: es haften beide Großeltern, also väterlicher- und mütterlicherseits - nicht gleichmäßig, sondern je nach dem persönlichen Einkommen.

Was ist der Unterschied zwischen Düsseldorfer Tabelle und der Berliner Tabelle?

Die Berliner Tabelle galt für die neuen deutschen Bundesländer seit 1991. Sie ist eine Vorstufe für die Düsseldorfer Tabelle, denn sie weist etwas geringere Beitragssätze aus. Ab dem 1.1.2008 gilt die Düsseldorfer Tabelle auch für die Bundesländer im Osten Deutschlands. Die Berliner Tabelle wurde somit aufgehoben.

ELTERN Abo