Wunschkind mit 16

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: Wunschkind mit 16

Ein Baby zum Liebhaben

Mit 16 stand für mich fest, dass ich ein Kind wollte. Ich habe mir ausgemalt, wie es wäre, es zu versorgen und lieb zu haben und habe mir auch schon den Namen überlegt, falls es ein Mädchen werden sollte. Mit meinem Freund war ich damals schon einige Monate zusammen. Er ist elf Jahre älter als ich und war begeistert von der Idee Vater zu werden. Mit 17 habe ich dann Anna-Sophie bekommen. Die meisten Leute in meinem Bekanntenkreis haben sich für mich gefreut, nur eine Freundin hat mir ordentlich den Kopf gewaschen und gesagt, dass ich doch lieber erst einmal die Schule fertig machen soll.

Schule muss sein

Aber auf Schule hatte ich zu dem Zeitpunkt keine Lust. Die Hauptschule habe ich abgebrochen, doch wegen der Schulpflicht musste ich dann auf eine Berufsschule gehen. Durch die Schwangerschaft habe ich viel verpasst, aber ich habe mir fest vorgenommen, jetzt endlich meinen Schulabschluss nachzuholen. Ich möchte meiner kleinen Tochter schließlich ein Vorbild sein und ihr später sagen können: "Schau mal, ich habe das auch geschafft, sogar mit Dir". Danach würde ich gerne eine Lehre machen, vielleicht zur Hotelfachfrau.

Während der Schwangerschaft bin ich zu meiner Oma gezogen, denn ich hatte doch ein wenig Angst vor dem, was mich erwartet. Was, wenn nachts die Wehen kommen? Und komme ich allein mit dem Baby klar? Meine Mutter hatte damals kaum Zeit für mich und unsere Beziehung war zu der Zeit auch nicht die Beste. Kurz vor der Geburt habe ich dann über das Jugendamt einen Platz in einem Mutter-Kind-Heim bekommen. Hier kann ich selbst entscheiden, wie ich Anna-Sophie erziehen will, aber wenn ich Fragen habe, ist immer jemand für mich da. An drei Abenden in der Woche habe ich kinderfrei und kann etwas mit anderen Müttern aus dem Heim unternehmen. Der einzige Nachteil ist, dass ich meinen Freund nur etwa einmal die Woche sehen kann, denn er muss jedes Mal fast zweieinhalb Stunden fahren, um mich zu sehen. Männer dürfen im Mutter-Kind-Heim nicht übernachten. Mein Traum wäre es, nach dem Schulabschluss mit ihm und Anna-Sophie zusammenzuziehen. Dann wären wir endlich eine richtige Familie. Er war auch bei der Geburt dabei und durfte die Nabelschnur durchschneiden. Das war für uns beide ein tolles Erlebnis.

Ein Kind genügt vorerst

Während ich in der Schule bin, kann meine Kleine in die heimeigene Kinderkrippe gehen. Dort bringe ich sie schon jeden Tag zwei Stunden hin, damit sie sich eingewöhnen kann. Ich denke, für mich wird die Trennung schlimmer sein als für Anna-Sophie, denn sie ist ein sehr fröhliches Kind und bringt mich oft zum Lachen. Meine Mutter sagt, dass ich als kleines Kind genauso war, Anna-Sophie kommt also offensichtlich nach mir.

Für die nächste Zeit ist erstmal kein weiteres Kind geplant. Das vergangene Jahr war ganz schön stressig, und außerdem geht die Schule jetzt vor. Aber wenn, dann hätte ich am liebsten noch einen Jungen.

*Namen von der Redaktion geändert

Autoren

Aufgezeichnet von Ellen Stickel

Foto: Julia Krüger


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