Altersfreigabe

Immer erst ohne Kinder ins Kino?

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Altersfreigabe: Immer erst ohne Kinder ins Kino?

Für viele Eltern, die in den vergangenen Wochen den neuen Kinofilm von Til Schweiger mit ihren Kindern besuchten, war es ein Schock. Sexszenen, derbe Sprüche, Kokainkonsum – kein Stoff, der für sechs- oder auch neunjährige Kinder geeignet ist. Bei der FSK trafen entsprechend Dutzende Beschwerden ein und die Landesjugendbehören in Kiel und Wiesbaden stellten den Antrag, das Urteil zu revidieren. In der gestern getroffenen Entscheidung, die Altersfreigabe auf zwölf Jahre hoch zu setzen, heißt es, die Erziehung von sechs- bis siebenjährigen Kindern könnte durch die wiederholten sexualisierten Aussprüche beeinträchtigt werden. Die neue Regelung gilt seit heute. Der Film läuft aber bereits seit dem 20. Dezember in den deutschen Kinos.

FSK immer wieder in der Kritik

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Eltern und Pädagogen über die Altersfreigaben der FSK ärgern. Umstritten war in der letzten Zeit vor allem die Freigabe der Triologie "Herr der Ringe" ab zwölf Jahren - trotz vieler Gewaltszenen. Dabei ist es den Ausschussmitgliedern der FSK wichtig zu betonen, dass es sich bei den FSK-Kennzeichnungen um keine pädagogischen Empfehlungen handelt. Sie orientieren sich am Jugendschutzgesetz - und achten dabei auch darauf, dass ein Film die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen nicht beeinträchtigt, sie nicht nachhaltig belastet, beeinträchtigt oder verängstigt. (Lesen Sie hierzu auch ein Interview mit Diplom Pädagogin Birgit Goehlnich von der FSK.)

Und interessiert Ihre Meinung

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Altersbeschränkungen der FSK gemacht? Vertrauen Sie den Kennzeichnungen - oder gucken Sie sich entsprechende Filme lieber erst einmal ohne Ihre Kinder an? Ihre Meinung interessiert uns.

Autor

Eva Schwartmann
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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Steffen am 11. September 2011, 21:45 Uhr

    Hallo,

    häufig kann ich die Einstufungen nicht nachvollziehen. Mal wird sehr streng eingestuft, mal wiederum sehr großzügig. Sicher ist es auch keine leichte Aufgabe.
    Was mich aber massiv stört, ist wenn (nicht nur im Kino, sondern auch im privaten Fernsehen) in der Werbung (davor bzw. mitten drin) Trailer über Filme laufen, die eben nicht für die relevante Altersgruppe geeignet sind. Meistens enthalten diese dann auch schon Szenen von Gewalt und Brutalität. Das fatale daran ist, dass in einem solchen Trailer i.d.R. nie die "Auflösung" (im Sinne, dass das Gute am Ende siegt) gezeigt wird. Hier müssten die TV-Sender und Kinobetreiber stärker in die Verantwortung genommen werden.

    Beste Grüße
    Steffen


  • von Luna am 1. Mai 2011, 20:03 Uhr

    Fortsetzung:

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Filme mit FSK 6, welche mE auch schon jüngere Kinder gucken können (ab ca. 3 Jahren) und welche wesentlich harmloser sind als andere Filme mit FSK 0 - als Beispiel: Wallace und Gromit.

    Ich finde, bei dem FSK-Verein wird massiv das Wohl der Kinder ignoriert. Schon allein die Tatsache, dass es überhaupt FSK 0 gibt, ist irrsinnig: Kinder unter 3 Jahren sollten mE keine längeren Spielfilme bzw. überhaupt Filme gucken, sie haben ja auch noch nicht das Verständnis und die Auffassungsgabe dafür. Der Verrohung der Menschen durch Medien ist somit schon von Geburt an Tür und Tor geöffnet...


  • von Luna am 1. Mai 2011, 20:02 Uhr

    Hallo,

    ich finde es ein Unding, wie viele Filme mit FSK 0 ausgezeichnet sind, die ich noch nicht mal einem 3jährigen zeigen würde, z. B. Ice Age 3, welcher mE zu viele Schreckmomente und extrem aufregende und gruselige Szenen hat, welche bei Kindern unter 5-6 sicher für Alpträume sorgen würden.

    Als Eltern sollte man sich vorher auf jeden Fall diverse Trailer angegucken, bei jüngeren Kindern auch den ganzen Film, bevor man entscheidet, ob die Lütten den sehen dürfen.

    Aber was die Fatzkes (u.a. Pädagogen!?!) bei der FSK den lieben langen Tag machen, frag ich mich ja schon. Heißt "FSK 0" vielleicht: "den haben wir uns gar nicht angeguckt" ?!? Die Liste der für Kinder unter 6 Jahren definitiv nicht geeigneten Filme mit der Kennzeichnung "FSK 0" ist mE sehr lang! Und da es genügend Eltern gibt, die sich sicher nur nach der FSK-Angabe richten und sich selber keine Gedanken machen, was ihre Knöpfe da gucken, finde ich diese Entwicklung sehr bedenklich.


  • von Matthias Schmid am 28. Juni 2009, 21:35 Uhr

    Hallo,
    ich bin stolzer Papa und ich sammle Filme auf DVD. Besonders ärgert mich aus meiner Sicht die absolute gedankenlose Einstufung sehr vieler Filme.
    "Das Parfum" z.B. ist frei ab 12 Jahren. Muss ich mein Kind schon mit 12 Jahren mit Kanibalismus und Sexorgien konfrontieren? Nur eines von vielen Beispielen absoluter Fehleinschätzung der FSK. Ebenso ist dieser Satz auf der DVD von Jackie Chans Film "City Hunter" der blanke Hohn.
    Zitat: "Länger als die alte FSK 18 Fassung! Diese ungeschnittene Originalversion wurde neu geprüft und aufgrund veränderter Zeitumstände, im Gegensatz zur kürzeren FSK 18 Version, ab 12 Jahren freigegeben." Was hatt sich in 11 Jahren an unseren Kindern so sehr verändert, das Filme die früher ab 18 waren heute ab 12 sein sollen? Das versteht nur die FSK.
    Meine Meinung, macht Euch ein eigenes Bild über das was Eure Kinder anschauen. Auch nicht jeder Disney Film, frei ab 0 Jahren, würde ich meiner 3 jährigen Tochter zeigen...
    Mit freundlichem Gruß
    M. Schmid


  • von Anita am 8. Juli 2008, 23:29 Uhr

    Ich habe mich noch nie an den FSK-Angaben orientiert, weil ich sie einfach viel zu oft völlig daneben finde. Es geht ja auch nicht nur darum, wieviel Gewalt/Sex o.ä. in einem Film gezeigt wird, sondern auch, ob die Thematik für Kinder des angegebenen Alters überhaupt interessant bzw. verständlich rübergebracht ist. Was sehr oft nicht der Fall ist. Bei Buchverfilmungen stehe ich grundsätzlich auf dem Standpunkt: wenn mein Kind (noch) nicht fähig oder genug interessiert ist, das Buch zu lesen, kommt der Film auch (noch)nicht in Betracht - z.B. HP usw.


(7 Kommentare)

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