Mutterschaft

Ist die Kinderbetreuung durch die Mutter out?

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Mutterschaft: Ist die Kinderbetreuung durch die Mutter out?

Macht es eine Frau glücklich, Mutter zu sein?

Ein Kind wird geboren. Zwischen ihm und seiner Mutter entsteht die engste Beziehung, die man sich vorstellen kann. Das erfüllt die Mutter bis in die tiefsten Schichten ihres Wesens mit Glücksgefühlen. Noch nie fühlte sie sich so gebraucht! Nur: Darf eine Frau heute noch so empfinden? Ist ein Kind nicht eine enorme Belastung? Schlafentzug, Stress, der schlaffe Bauch nach der Geburt, die Kosten, die Pause im Beruf, die entgangenen Urlaube?

Immer weniger Menschen können sich heute noch vorstellen, dass man als junge Mutter wirklich glücklich sein kann. Dass ein Paar die mit dem Kind verbundenen Einschränkungen freiwillig in Kauf nimmt. Eine junge Mutter macht sich heut schon fast lächerlich, wenn sie behauptet, sie könne sich in der Erziehung ihres Kleinkindes besser verwirklichen als in ihrem Beruf.

Ist die Fremdbetreuung tatsächlich das Beste fürs Kind?

Kurz: Mutterschaft als Teil der Weiblichkeit ist out. Na gut, vielleicht nicht ganz: Ein, zwei Jahre mit Baby zu verbringen ist sehr schön - selbst Film- und Popstars genießen das ja. Aber: Spätestens nach drei Jahren sollte frau zurück an ihren Arbeitsplatz! Und die Sprösslinge in den Kindergarten - dort werden sie schließlich von Fachkräften erzogen und gebildet. Da kann keine Mutter mithalten. Oder?

Tatsächlich haben wir es hier mit zwei Mythen zu tun. Der erste: Junge, nicht erwerbstätige Mütter können zu Hause nicht glücklich sein. Der zweite: Fremdbetreuung ist generell besser als Familienerziehung.

Für Mythos 1 kennt jeder von uns Gegenbeispiele. Und Mythos 2? Der ist wissenschaftlich längst widerlegt, denn:

  • Die Qualität der Kinderbetreuung in Deutschland ist zumeist mittelmäßig. Genauso, wie es "schlechte" Familien gibt, gibt es auch "schlechte" Kindergärten.
  • Der Einfluss von Kindertagesstätten und Schulen auf die Kinder ist groß. Aber der Einfluss der Familie ist größer - etwa doppelt so hoch, wie Studien zeigen.

Wieso glauben wir eigentlich, Kleinkinder könnten in einer Gruppe mit rund 25 Kindern durch eine Erzieherin mit mittlerem Bildungsabschluss sowie zweijährigem Fachschulbesuch und eine zumeist noch schlechter qualifizierte Zweitkraft intensiver gefördert werden als durch ihre Eltern?

Das soll die Kindertagesbetreuung keineswegs abqualifizieren: Für jedes Kind ist der Kindergartenbesuch empfehlenswert, weil es hier neue (Lern-)Erfahrungen machen kann, weil es gruppenfähig wird. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen und Migrantenkinder profitieren besonders von der sprachlichen Förderung.

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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Aurinel am 7. Februar 2010, 20:45 Uhr

    Es sind nicht alle Mütter glücklich mit einem kleinen Kind - das war sicher noch nie so. Hausfrau sein können, dürfen, geht nur, wenn das Geld stimmt - auch das war schon früher so. Auch im 19. und 20. Jahrhundert waren viele Mütter schnell wieder im Beruf, weil sonst zu wenig Geld da gewesen wäre. Die Hasufrauen- und Mutterrolle war ein Ideal des Bürgertums, das bei Schiller seinen Ausgang nimmt.
    Es ist auch etwas sachlich falsch im Artikel: Wenn tatsächlich ein Kleinkind (d.h. unter drei Jahre alt) in einer Kindergartengruppe mit 25 Kindern ist, ist bei der Heimaufsicht etwas gewaltig schiefgelaufen. Zumindest in Schleswig-Holstein ist es so, daß ein Kleinkind mit einem Platzbedarf von zwei Plätzen in sog. Familiengruppen veranschlagt wird. Krippengruppen haben max. 11 Kinder, bei Tagesmüttern sind max. 5 Kinder (plus ggf. deren eigenes Kind).
    Allerdings müssen die Anforderungen an ErzieherInnen, die Kleinkinder betreuen, steigen.


  • von Hilla am 1. Juni 2009, 11:00 Uhr

    Eine größere Herabsetzung und Pauschalisierung von Frauen habe ich selten erlebt. In diesem Artikel verfasst der Autor, ein genormtes Bild der Frau, die keiner Selbstbestimmung bedarf sondern die einfach nur den Wunsch hat ihrer BESTIMMUNG zu folgen. Einem Leben als Hausfrau und Mutter. Dem Autor scheint entfallen zu sein, dass es sich bei Frauen genau wie bei Männern um Individuen handelt, mit individuellen Lebensvorstellungen. Durch diesen Artikel werden Frauen geradezu zu einer biologisch fremdbestimmten homogenen Masse herabgesetzt, die einzig alleine in der Mutterschaft Erfüllung finden kann. Diese Thesen werden dann von Männern aufgestellt, die sich durch starke Frauen in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen.


  • von Gerne_nur_Mama am 18. Mai 2009, 12:42 Uhr

    Leider ist es auch so, daß man als Frau oft aus finanziellen Gründen "gezwungen" ist zu arbeiten. Man möchte den Kindern ja auch was - abgesehen von der Elternliebe - bieten können. Viele Männer können/wollen ihre Familien nicht erhalten und Frauen wollen "unabhängig" sein.

    Ich war ein "Babykrippen-", "Kindergarten-", "Hort-" und "Schlüsselkind", meine Eltern voll berufstätig.
    Mir fehlte die "Mütterlichkeit", die ZEIT und AUFMERKSAMKEIT meiner Eltern...

    Die größte Farce ist aber (in Österreich), daß die reichen Familien immer mehr gefördert werden. Wer schnellstmöglich wieder nach der Geburt wieder arbeitet, bekommt monatlich am meisten Kindergeld.
    Wer länger bleibt, wird mit weniger Geld/Monat "bestraft".

    Wer wenig arbeitet und keine gratis Betreuung hat, verdient sein Geld quasi für die Fremdbetreuung...

    Wird Zeit für reale Möglichkeiten, von daheim aus Geld zu verdienen, bei freier Zeiteinteilung. Das wäre eine wahre Unterstützung... so kämen Kinder nicht zu kurz!


  • von Gerne_nur_Mama am 18. Mai 2009, 12:22 Uhr

    Endlich mal jemand, der aufzeigt, wie es tatsächlich ist!
    Heutzutage kann und darf man nicht mehr zu Hause sein, um den Haushalt zu führen und "nur" Mutter sein - selbst wenn man wollte.
    Wer "mit dem Strom schwimmen" möchte, muß heute arbeiten gehen (als wenn die Arbeit zu Hause keine wäre...). Dann ist man eine "Supermami", weil man -angeblich- Kind, Haushalt und Karriere "unter einen Hut" bringt. Da heißt es dann: "Wie schaffen sie die Mehrfachbelastung?" Welche Mehrfachbelastung, wenn das Kind ohnehin fremdbetreut und der Haushalt viell. sogar noch "fremdgeputzt" wird????
    Wer zu Hause bleibt, gilt als "konservativ", "faul",, "out" oder "asozial"... diese Meinung verstärkt sich natürlich je mehr Kinder eine Frau hat.
    Muttersein ist nicht mehr angesehen in unserer Zeit, denn Kinder gelten als "Ballast", "Spaßbremsen", die etwas kosten... andererseits ist ein Kind für manche aber auch ein "Prestigeobjekt", um sagen zu können: "Schaut her, auch ich habe ein Kind - trotz Karriere!"


  • von mela am 11. Mai 2009, 21:32 Uhr

    Herr Dr. Textor, wie Sie den Berufstand der Erzieherinnen und Erzieher abkanzeln ist, finde ich, äußerst unangemessen, um nicht zu sagen, eine Frechheit. Die Ausbildung umfaßt neben einem zweijährigen Fachschulbesuch außerdem drei Jahre praktische Arbeit in enger Vernetzung mit der theoretischen Ausbildung! Und auch die von Ihnen genannten "Zweitkräfte" sind ausgebildete Fachkräfte, die täglich ihren Einsatz geben, um die elterliche Erziehung zu ergänzen! Dieser Arbeit sollte auf jeden Fall der Respekt entgegen gebracht werden, der ihr gebührt. Denn die Entscheidung für oder gegen frühkindliche Betreuung liegt ja bei den Eltern und nicht bei uns Erziehern.
    Also bitte, Ihre Gedanken in Ehren und ein Hoch auf alle Erziehenden!!!


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