Einzelkind

Die Wahrheit über Einzelkinder

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Einzelkind: Die Wahrheit über Einzelkinder

Ein Einzelkind ist selbstsüchtig

Laut einer großen amerikanischen Untersuchung aus den 1990er-Jahren haben Einzelkinder kein übersteigertes Selbstwertgefühl: Sie schätzen ihre Persönlichkeit nicht höher als andere ein, kritisieren ihr Äußeres sogar häufiger als Geschwisterkinder und nehmen sich eher als unsportlich und weniger beliebt wahr als Altersgenossen aus Familien mit mehreren Kindern. In Wirklichkeit sind sie zumindest in Deutschland unter Gleichaltrigen ebenso beliebt wie Kinder mit Geschwistern.

Ein Einzelkind ist überbehütet

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Es stimmt: Mütter, die von Anfang an nur ein Kind möchten, küssen, streicheln, wiegen und baden ihr Baby häufiger als Frauen, die noch weitere Kinder planen. Aber: Wäre dies überbehütend, würden die Kinder zu Unselbstständigkeit erzogen - Studien haben jedoch gezeigt, dass derart mit Zuwendung bedachte Einzelkinder als Erwachsene sogar besonders selbstständig waren. Ein möglicher Grund: Einzelkinder werden häufiger als Geschwister schon in den ersten Lebensjahren außerhalb der Familie betreut und lernen dadurch früh, sich selbstständig für ihre Belange einzusetzen.

Ein Einzelkind kann nicht mit anderen

Viele Studien haben belegt: Einzelkinder kommen gleich gut mit anderen Kindern klar wie Geschwisterkinder, sie weisen gleich hohe soziale Kompetenzen auf, haben ebenso viele Freunde. Sie besitzen genauso viel Feingefühl wie Kinder mit Geschwistern und verhalten sich in Gruppen nicht aggressiver.

Ein Einzelkind kann nicht teilen

Doch - sie müssen es nur lernen, wie alle anderen Kinder auch. Zwar konnte tatsächlich nachgewiesen werden, dass Einzelkinder beim Kindergartenstart größere Probleme mit dem Teilen haben als Geschwisterkinder - einfach, weil die schon besser im Training sind. Aber: Auch bei Treffen mit anderen Kindern lässt sich diese Fähigkeit schulen.

Ein Einzelkind ist altklug

Logisch: Erstgeborene und Einzelkinder richten sich zwangsläufig stärker auf die Eltern aus als Kinder mit Geschwistern. Aber: Haben sie von Anfang an regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern, lernen sie schnell, zwischen den verschiedenen Sprachcodes und Verhaltensweisen zu switchen: redegewandt und ruhig bei den Erwachsenen, kindlich und verspielt mit anderen Kindern.

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Autoren

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Nora Imlau


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von lilo am 15. März 2010, 21:06 Uhr

    Als Mutter eines Einzelkinds und selbst Einzelkind, kann ich sagen: Ihr habt recht. Als Kind habe ich sehr darunter gelitten, wenn ich mit diesen Vorurteilen gegenüber Einzelkindern konfrontiert wurde. Dabei kann man die allermeisten sozialen Fähigkeiten auch ohne Geschwister lernen. Und, weil man sich nicht dauernd mit anderen vergleichen muss, entwickelt man nicht so leicht Neidgefühle gegenüber anderen.


    (1 Kommentar)

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