Neue Studie

Deutschland ist elternunfreundlich

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Neue Studie: Deutschland ist elternunfreundlich

1. Eltern haben hohe Ansprüche - vor allem an sich selbst

"Kinder bekommen die Leute immer" - der bekannte Satz des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer gilt nicht mehr. Familiengründung ist heute nur noch ein Lebensmodell unter vielen. Dennoch träumen vor allem in der jungen Generation wieder viele Menschen von einer eigenen Familie. Doch wer sich dafür entscheidet, tut dies ganz bewusst und stürzt sich mit hohen Ansprüchen in das Abenteuer Elternschaft. So orientierte sich die Mehrheit der befragten Väter und Mütter an einer "Norm der verantworteten Elternschaft": Bevor sie sich für Kinder entschieden, wollten sie sicher gehen, dass sie ihnen auch materiell alles bieten können. Das beginnt beim in der Mittelschicht geradezu obligatorischen Haus mit Garten und setzt sich fort bis in hohe Investitionen in die Bildung des Kindes.

Die Studie belegt, wie intensiv sich Frauen, aber auch Männer, heute mit ihrer Elternschaft auseinander setzen - und wie verunsichert sie dabei sind. Sie messen sich daran, wie "gelungen" ihre Erziehung ist: Schafft das Kind den Wechsel aufs Gymnasium und stellt so die Weichen für den späteren Erfolg? Zeigt es keinerlei Verhaltensauffälligkeiten? Probleme des Kindes fallen deshalb umgehend auf die Eltern zurück - doch haben die andererseits auch keinen festen Erziehungskanon mehr, an den sie sich halten können.

Das gängige Mutterbild verlangt eine permanente Aufopferung für die Kinder

Mütter fühlen sich dabei offensichtlich noch stärker unter Druck gesetzt als die Väter. Denn auch wenn viele junge Paare heute ein modernes Familienmodell leben möchten, werden speziell die Frauen in den alten Bundesländern nach wie vor mit einem Mutterbild konfrontiert, das von ihnen vor allem die permanente Aufopferung für ihre Kinder fordert. Die Folge: Gerade berufstätige Mütter müssen an ihren eigenen Ansprüchen, im Job perfekte Leistungen zu erbringen und gleichzeitig jederzeit für ihre Kinder da zu sein, fast zwangsläufig scheitern. Sicher ist dies auch ein Grund dafür, dass die Autoren der Untersuchung nach der Geburt des ersten Kindes bei den Eltern eine starke Retraditionalisierung der Rollenverteilung feststellten, die sich mit weiteren Kindern noch verstärkt - und das, obwohl sich die Mehrheit der befragten Frauen nicht mehr mit der Hausfrauen-Rolle begnügen möchte. "Die Hauperziehungsarbeit wird von Müttern geleistet - 68 Prozent. 30 Prozent der Befragten geben an, dass Vater und Mutter sich diese Aufgaben teilen. Unsere Hypothese ist jedoch, dass dies eher eine soziale Erwünschtheit ist", so der Autor der Studie, Carsten Wippermann, heute bei der Präsentation in Berlin.

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  • von Lena am 19. November 2008, 21:11 Uhr

    Ich bin kein "Fauli"!!! 'hass* Nur weil ich allein erziehend bin!!! Ich hab studiert, gelernt, gemacht & getan! Bis ich (mit 40( ein Kind bekam! Ein wunderschönes Kind! Doch ich bin alein. Ohne Partner, ohne Omas, ohne Eltern (beide tot). Was soll ich denn machen??? Ich versuche meine Kleine liebevoll zu erziehen, nach Maria Montessori und nach Suzuki (lest nach, wenn ihr die Namen nicht kennt). Es ist soviel Gewalt in der Welt, soviel DUMMHEIT, davor will ich meine Kleine nicht nur schützen (kann ich eh nicht), sondern ihr Mittel und Wege und Intelligenz mitgeben. Was ich nicht machen kann, ist sie vernünftig zu ernähren, zu kleiden, Zoobesuche, etc. Kein Geld, kein Geld, kein Geld!!! Ich hoffe nur, mein Kind verzeiht mir das irgendwann... Ich könnte heulen... Ich bin ein "Fauli"....??? Lauf mir nicht über den Weg, du F****


  • von Aria am 18. Juli 2008, 11:31 Uhr

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  • von Cornelia am 25. März 2008, 13:12 Uhr

    Was mir in der Studie fehlt, sind die Aspekte des gesellschaftlichen Lebens. Wenn ich z.B. mit Kind unterwegs bin und es mal nörgelt, quängelt oder schreit, fühle ich mich als Störenfried. Mit dem Kinderwagen habe ich Schwierigkeiten in vielen Läden, Kaufhäusern und Cafés – da fast alles eng zugestellt ist.

    Für mich war auch nur schwer erkennbar, dass Krippenplätze z.B. in München nur für sozial Schwache zu haben sind – wenn ich es geschafft habe, einen etwas besseren Job zu haben, muss ich diesen aufgeben, da eine Betreuung nur über private, teure Initiativen zu haben sind und weil ich mit einem Teilzeitjob meine Chancen im Beruf deutlich verringere (ich erlebe das gerade am eigenen Leibe!). Insofern unterstütze der Staat z.B. vor Jahren meine Weiterbildung und damit die Entwicklung im Beruf, heute werde ich dafür quasi gestraft indem ich einen Krippenplatz nicht bekomme weil ich zu viel verdiene.


  • von Leserin am 25. März 2008, 10:25 Uhr

    Ich bin der Meinung, um die Unter- und Mittelschicht zu entlasten, vorallem die berufstätigen Frauen in den unteren Verdienstklassen (z.B.: Verkäuferin, Frisörin, Krankenschwester,...) sollten diese genau die gleiche finanzielle Zuwendung vom Staat erhalten, wie es die Sozialhilfeempfänger erhalten. Denn, nur weil Frau ein Kind bekommt, steigt das Gehalt nicht an, im Gegenteil! Wie das Kindergeld, was alle erhalten, sollten auch alle berufstätigen Mütter bis zu einer gewissen Verdienstgrenze (z.B. bis Jahresfamiliengesamtnettolohn 25.000) auch die zusätzlichen Gelder erhalten, die ein Sozialhilfeempfänger erhält.

    Ich fühle mich manchmal wie ein Sklave und bin die Dumme, die arbeiten geht, damit die Faulis Zeit haben, die sie noch nicht einmal sinnvoll nutzen.
    Der Gedanke macht mich krank und deshalb verdränge ich ihn aus Selbstschutz und morgen gehe ich wieder arbeiten, in der Hoffnung, das mein Kind eine bessere Zukunft hat und bessergestellt sein wird, als die Kinder der Faulen.


(41 Kommentare)

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