Familie

Müttersorgen und Väterfrust - alles "Kinderkacke"?

Weiterleiten Drucken
Familie: Müttersorgen und Väterfrust - alles "Kinderkacke"?

Autorenfoto: Gerrit Sievert

Warum Julia Heilmann und Thomas Lindemann mit "Kinderkacke" ein ehrliches Elternbuch schreiben wollten

"Väter wie Mütter schreiben zurzeit dutzendweise Erfahrungsbücher und haben damit zwei Genres geschaffen, die es vorher nicht gab", stellten der Journalist Thomas Lindemann und seine Frau Julia Heilmann, eine Kunsthistorikerin, irgendwann fest. Doch ihr Fazit nach einigem Blättern lautet: "Fast alles davon ist verlogen."

Das Paar, selbst Eltern zweier kleiner Jungen, wollte es anders machen. Ein "ehrliches Elternbuch" sollte es werden - eines, das weder das Leben mit Kindern in rosaroten Farben malt, noch eines, in dem Kinder nur als Problemfälle vorkommen. Herausgekommen ist "Kinderkacke", das sofort die Bestsellerlisten eroberte. Kein Wunder, denn Heilmann und Lindemann beschreiben ihr Leben als Eltern, wie es sicher viele Väter und Mütter sehen: voller Widersprüche zwischen den eigenen Ansprüchen beziehungsweise denen der Gesellschaft und der Realität, mit gelegentlichem Zorn auf die Umstände in diesem Land und auch mit einem gewissen sentimentalen Blick zurück auf die Zeit, bevor die Kinder kamen. Dass vor allem der Vater dabei oft nicht um eine gewisse Nabelschau herumkommt, ist wahrscheinlich ganz normal - auch wenn er damit in die gleiche Falle tappt wie den die von ihm kritisierten Väter, die ihre zwei Partnermonate in der Art von "Kriegserinnerungen" romantisieren würden.

Stopp! Eigentlich wollen wir Ihnen hier gar keine Buchrezension mit anschließender Kaufempfehlung bieten - sondern Sie selber bitten, sich als Buchkritiker auszuprobieren! Hier präsentieren wir Ihnen einige Auszüge aus "Kinderkacke - das ehrliche Elternbuch" (entnommen aus:"Kinderkacke - das ehrliche Elternbuch" von Julia Heilmann & Thomas Lindemann, Hoffman und Campe 2010, 15 Euro) - betätigen Sie sich als Buchkritiker und schreiben Sie in Ihrem Kommentar unten, was Sie von den Ansichten halten. Wir sind sehr gespannt!

Einige Leseproben - klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link:

Weiterleiten Drucken

 
 
Kommentare zu diesem Artikel
> Kommentar schreiben
  • von Thorfinn am 10. Dezember 2010, 14:04 Uhr

    ein super buch! ich entnehme den beiden autoren nicht, das sie kinder doof finden, sondern sie stellen fest, das genau diese verlogene gesellschaft keine kindergärten haben möchte, spielplätze verbietet und dergleichen mehr. warum werden die kosten im geburtshaus durch die krankenkasse nicht voll übernommen? warum werden männer die ihre elternzeit nehmmen in betrieben belächelt? das man neben diesen problemen auch plötzlich eine völlig andere situation in der partnerschaft hat, mag stellenweise egoistisch sein. aber jeder der behauptet das man das doch vorher weis, lügt! wer mit so viel ehrlichkeit nicht umgehen kann ist mit dem buch sicher überfordert, ich kann nur feststellen, das viel wahrheit enthalten ist...


  • von Anja am 24. November 2010, 21:38 Uhr

    Es ist einfach ein ziemlich schlauer Marketinggag, dass der Verlag dieses Buch als "das erste ehrliche Elternbuch" beworben hat. Denn es gibt schon Dutzende Bücher, die den exakt selben Inhalt haben: Kinder zu haben ist anstrengend. Die beiden Autoren sind nicht die ersten, die das festgestellt haben. Ich habe das Buch gekauft und war extrem enttäuscht. Es ist weder lustig noch enthält es irgendwelche neuen Gedanken. Ich erfahre lediglich, dass diese beiden ach so hippen Berlin Mitte-Bewohner sich Randgruppen-Gedanken machen, die sich kaum einem normalen Elternpaar stellen: Was bloß tun, wenn meine coolen, kinderlosen Freunde mich jetzt nicht mehr mögen, weil ich Kinder habe(*heul*)? Und wie kriege ich die Kleinen bloß dazu, mich nach einer durchzechten Nacht ausschlafen zu lassen? Lächerlich!


  • von Mumpitz am 20. Juli 2010, 19:06 Uhr

    Gefällt mir gar nicht. Immer wieder dieses Gejammer über die Zeit vorher, dass man nicht mehr in die Disco gehen kann, nur noch auf die Mutterrolle abbonniert ist, die tausend Probleme- das Gerede kenne ich von anderen Müttern zur Genüge. Ich persönlich bin schon früher nicht in die Disco gegangen, lese noch genauso viel wie früher und trauere "den alten Zeiten" nicht hinterher. Ob da Mutter-Kind- oder Eltern-Kind-Abteil steht, ist mir sowas von egal, ich spreche seltenst mit anderen Müttern über Kinderthemen, aber wenn, dann macht mir das genausoviel Spaß wie "intelligente Themen".


  • von Kerik am 8. Juli 2010, 10:32 Uhr

    Die Frage ist doch, wer definiert eigentlich was "cool" ist? In einer Mütterclique ist es wohl "cooler" über Babymilch zu philosophieren als über den neuesten asiatischen Film! Zu alledem kann man wohl getrost das Mütter-Mantra aufsagen: ES IST NUR EINE PHASE! Die Kunst besteht wohl darin, den Wechsel mitzumachen und nicht in der vorigen Phase hängenzubleiben, das wirkt nämlich ganz schnell ziemlich überholt! Und klar, wer glaubt, dass das eigene Leben mit Babys und Kindern leichter wird, der glaubt auch, dass das von der Werbeindustrie propagierte Leben glücklich macht.....


  • von Britta am 7. Juli 2010, 13:43 Uhr

    Hmm... also ich weiß offen gestanden nicht so ganz, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite ist es sicher richtig, dass auch heute noch gerade viele Frauen dazu neigen, sich eine vermeintlich bessere Zukunft mit Baby vorzustellen. Nicht selten liest man ja leider, dass ein Kind eine Beziehung "retten" sollte, an der nichts mehr zu retten war und durch den Nachwuchs alles sogar nur noch schlimmer wurde.


(23 Kommentare)

Kommentar schreiben

Name
E-Mail

Kommentar (max. 1000 Zeichen)

Bild hochladen (optional)


* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.




Community
> zur Forenübersicht
  • Forum Login:

> alle Tools







ELTERN Heft & Abo
Jetzt online ins aktuelle ELTERN-Heft reinblättern.
Abo, Probeabo, Geschenkabo oder Empfehlung: immer mit Prämie!