Rolltreppenverbot

Rolltreppenverbot für Kinderwagen

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Die EU-Norm gibt vor, dass man ab sofort Kinderwagen nicht mehr auf einer Rolltreppe befördern darf. Hintergrund für die Änderung der "Euronorm 115 für Fahrtreppen" ist es, Unfälle künftig zu vermeiden.

Im Falle einer "Schnellbremsung" kam es in der Vergangenheit bereits zu Unfällen. Dabei stürzten Kind, Eltern und Kinderwagen in die Tiefe, als die Rolltreppe ruckartig anhielt - schwere Verletzungen waren die Folge.

"Das Verbot richtet sich in erster Linie an die Hersteller von Rolltreppen", so Heidi Atzler, Sprecherin des TÜV Südbayern. "Sie sind ab sofort verpflichtet an neuen Rolltreppen Piktogramme anzubringen, die ein Befördern von Kinderwagen untersagen." Aber auch die Betreiber von Rolltreppen, also Kaufhäuser und Bahnhöfe, können Verbote aussprechen. "Wir gehen davon aus, dass auch alte Fahrtreppen mit den Verbotsschildern nachgerüstet werden", so die TÜV-Sprecherin.

Konsequenzen für Eltern

Die Konsequenzen daraus müssen die Eltern tragen: Konkret bedeutet dies, dass Eltern nun häufiger Passanten um Hilfe bitten oder sich nach einem Lift umsehen müssen. Doch wenn weder Lift noch hilfsbereite Menschen in Sicht sind, gibt es oft keine Alternative zum Rolltreppenmanöver.

Wer dann trotzdem die Rolltreppe benutzt, dem kann es passieren, dass Mitarbeiter des Kaufhauses oder der Bahn ihn auf das Verbot aufmerksam machen - bestraft wird man deshalb aber nicht. Schließlich ist die Norm kein Gesetz.

Für Versicherungen ändert sich zunächst nichts

Aus Sicht der Versicherungen ändert sich vorerst nichts: "Die Änderung der EU-Norm hat zunächst keine versicherungstechnischen Konsequenzen", so Claudia Herrmann, Sprecherin der Allianz. "Wer eine private Unfallversicherung hat und bei einem Unfall mit Kinderwagen auf der Rolltreppe bleibende Schäden davonträgt, hat Anspruch auf Leistungen." Komplizierter wird es, wenn beispielsweise andere Passanten beteiligt sind. "Wenn die Haftpflichtversicherung einspringen soll, muss man immer den Einzelfall prüfen", so die Sprecherin der Versicherung.

Beim TÜV weist man für die Zukunft auf eine bereits bestehende, ältere EU-Norm hin, auf die ebenfalls Piktogramme aufmerksam machen: Um Unfälle zu vermeiden, sollte man sich beim Benützen der Rolltreppe immer mit einer Hand am Handlauf festhalten - ob mit oder ohne Kinderwagen.

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  • von irmi_el am 1. Juni 2011, 11:28 Uhr

    Bei allem Verständnis für Sicherheit: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich beim Tragen des Kinderwagens (allein oder mit Hilfe einer andere Person) auf der festen Treppe stolpere und die Treppe hinunterstürze, ist un ein vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit, auf einer plötzlich stoppenden Rolltreppe zu Fall zu kommen.

    Ergo: Ich benutze weiterhin die Rolltreppe.


  • von A. am 1. April 2010, 18:51 Uhr

    Liebe Angelika,

    am Frankfurter Flughafen gibt es Aufzüge in der Mitte des Bahnsteiges, natürlich mittig zwischen den beiden zulaufenden Rolltreppen, da sie ja senkrecht nach oben fahren. Sogar in die Zwischenebene (BahnComfort-Bereich) kommt man per Aufzug.

    Für das nächste Mal... ;-)


  • von Barbara am 27. März 2010, 19:04 Uhr

    Was mache ich wenn ich einen Kinderwagen mit Säugling und dazu ein Kleinkind an der Hand dabei habe? Wen lasse ich oben und dann unten alleine stehen, um das andere Kind zu holen?!


  • von Rebecca am 20. März 2010, 11:00 Uhr

    Was ist denn mit den Mutti´s die Platzangst haben und in keinen Fahrstuhl reingehen?? Sollen wir zu Hause bleiben? Ich geh weiterhin mit dem KiWa auf die Rolltreppe...


  • von siriusblack am 25. Februar 2010, 18:54 Uhr

    Die Norm an sich leuchtet mir ein, es gab und gibt wirklich zu viele Unfälle. Aber was ist, wenn es keine Alternativen zur Rolltreppe gibt? Ich denke da insbesondere an den ÖPNV. Hier in Berlin gibt es leider immer noch viele Bahnhöfe, die zwar über Rolltreppen, nicht jedoch über Lifte verfügen. Da ist man dann wirklich auf helfende Hände angewiesen. Und wenn man nicht direkt jemanden anspricht, kann man hier lange wraten ...


(39 Kommentare)

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