Hochzeit

Welche Unterlagen für Standesamt und Kirche?

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Vor dem Standesbeamten - so will es das Gesetz


Das traditionelle "Aufgebot", das Heiratswillige noch bis 1998 beim Standesamt bestellen mussten, wurde durch eine "persönliche Anmeldung" ersetzt. Diese wird im Normalfall am Haupt- oder Nebenwohnsitz beantragt. Die Trauung kann daraufhin jedoch in einem beliebigen deutschen Standesamt durchgeführt werden.

Die offizielle Anmeldung ist erst sechs Monate vor der Trauung möglich, trotzdem kann man sich oftmals schon früher für bestimmte Termine vormerken lassen. All das gilt übrigens auch für gleichgeschlechtliche Paare, die sich in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft verbinden wollen.

Vor dem ersehnen Jawort muss jedes Paar allerdings eine Vielzahl von Dokumenten, Papieren und Bescheinigungen vorlegen, um die sogenannte "Heiratsermächtigung" zu erhalten. Bei der Anmeldung können zudem organisatorische Punkte geklärt werden und Angaben gemacht werden über die gewünschte Namensführung in der Ehe beziehungsweise der eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Sind Braut und Bräutigam volljährig, im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft und waren nie zuvor verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, benötigen sie:

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass.
  • Eine neu beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister, die nicht älter als sechs Monate sein darf. Erhältlich ist die beim Standesamt des Geburtsortes.
  • Eine Aufenthaltsbescheinigung, die zum Zweck der Eheschließung ausgestellt wird. Die gibt es beim Einwohnermeldeamt Ihres Hauptwohnsitzes. Sie muss Ihren Familienstand ausweisen, ebenso wie die Staatsangehörigkeit und den Wohnsitz. Wichtig: Sie darf nicht älter als 14 Tage sein. Die Anmeldebescheinigung zur Trauung oder zur Eintragung einer Lebenspartnerschaft reicht nicht aus!
  • Waren Sie zuvor bereits verheiratetet oder lebten sie in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, so benötigen Sie einen urkundlichen Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe/Lebenspartnerschaft. Dies ist nicht das Scheidungsurteil, sondern eine neue beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister mit einem Auflösungsvermerk. Diese ist beim Eheschließungsstandesamt erhältlich.
  • Falls Sie verwitwet sind, wird dies ebenfalls im Eheregister des Eheschließungsstandesamtes vermerkt. Dort können Sie eine neue beglaubigte Abschrift anfordern.
  • Waren Sie bereits mehrmals verheiratet oder lebten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaften, so müssen Sie alle früheren Ehen und Lebenspartnerschaften angeben. Dazu sind vorhandene Dokumente wie Familienstammbücher, Heiratsurkunden oder Scheidungsurteile mitzubringen.
  • Gibt es bereits gemeinsame Kinder, so ist für diese jeweils eine neu ausgestellte Geburtsurkunde vorzulegen. Diese Urkunde erhalten Sie beim Geburtsstandesamt der Kinder. Darin müssen beide Eltern eingetragen sein. Hierfür ist eine Anerkennung der Vaterschaft notwendig. Falls Sie schon früher das gemeinsame Sorgerecht für das Kind beantragt hatten, bringen Sie diesen Bescheid mit.
  • Haben Sie Kinder aus früheren Ehen oder Verbindungen, verlangt das Standesamt neben neuen Geburtsurkunden der Kinder zusätzlich Sorgerechtsbescheide. Darüber hinaus benötigen Sie ein Vermögens-Auseinandersetzungszeugnis vom Jugendamt beziehungsweise vom Vormundschaftsgericht: Es dokumentiert, dass durch die Eheschließung die finanziellen Rechte des Kindes unangetastet bleiben. Möglicherweise sind zusätzliche Unterlagen notwendig, fragen Sie deshalb unbedingt nochmals direkt bei ihrem Standesamt nach.

Überhaupt gilt: Da es je nach Wohnort und Standesamt Unterschiede geben kann, sollten Sie vorsichtshalber nachfragen, welche Unterlagen Sie vorlegen müssen - und das am besten frühzeitig! In folgenden Fällen sollten Sie grundsätzlich persönlich mit Ihrem Standesamt Kontakt aufnehmen und nochmals nachfragen, welche Unterlagen Sie genau benötigen:

  • Einer der Partner ist adoptiert
  • Einer der Partner hat zuvor im Ausland geheiratet beziehungsweise wurde dort geschieden
  • Einer der Partner besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit
  • Einer der Partner ist nicht im Bundesgebiet geboren
  • Was kostet eine standesamtliche Trauung?

    Die Kosten für eine standesamtliche Trauung betragen im Normalfall 40 Euro, jedoch können sie je nach Stadt abweichen. Sind beide Partner nicht deutscher Staatsangehörigkeit, fallen ebenfalls höhere Kosten an.

    Was muss ich noch zur standesamtlichen Trauung wissen?

    Gut zu wissen: Trauzeugen sind heute für eine standesamtliche Trauung nicht mehr notwendig. Viele Paare behalten diese Tradition jedoch trotzdem gerne bei. Es ist ihnen dabei frei gestellt, ob sie ein oder zwei Trauzeugen wählen.

    Und: Seit dem 1. Januar 2009 ist eine Eintragung eines akademischen Grads in die Heiratsurkunde nicht mehr möglich.

    Welche Unterlagen Sie für eine kirchliche Trauung benötigen, erfahren Sie auf der nächsten Seite

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