Umzug
So gewöhnen sich Kinder schnell ein

Wenn eine Familie umzieht, haben meist alle Mitglieder trotz der Vorfreude aufs neue Heim einen Kloß im Hals: Werden wir uns wohl fühlen? Geht der Abschiedsschmerz bald vobei? Keine Angst: Mit unseren Tipps werden alle schnell heimisch!

Auch Kleinkinder vermissen ihre gewohnte Umgebung

Umzug : So gewöhnen sich Kinder schnell ein

Kinder fühlen sich immer dort wohl, wo sich ihre Familie aufhält? Das mag zwar stimmen. Aber ein Umzug bedeutet auch immer große Veränderungen, den Verlust der vertrauten Umgebung und Abschied von Freunden. Als Erwachsener kann man sich auf diese Veränderungen vorbereiten, Kinder sind dabei auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen.

Kinder bis zu fünf Jahren - das haben Untersuchungen gezeigt - gelingt eine solche Umstellung relativ gut, weil sie noch keine engen Freundschaften haben. Aber auch Babys und Kleinkinder vermissen ihre gewohnte Umgebung oder die Nachbarskinder, die jeden Tag zu Besuch kamen. Oft schlafen sie die ersten Nächte schlecht oder weinen tagsüber mehr.

Grundsätzlich sind Kinder jedoch neugierig. Wenn Sie beim den Umzug ein paar Dinge berücksichtigen, wird sich Ihr Kind schnell im neuen Heim wohl fühlen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Umzug

Nichts ist schlimmer, als vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden - da geht es Kindern nicht anders als Erwachsenen. Sprechen Sie deswegen mit Ihrem Kind vorher über den Umzug, damit es sich an den Gedanken gewöhnen kann. Erklären Sie Ihm auch die Gründe für den Umzug, zum Beispiel. dass sie mehr Platz brauchen oder Papa eine neue Arbeit hat. Reden Sie auch darüber, wie der Umzug ablaufen wird. Für ein kleineres Kind ist ein Umzug ziemlich abstrakt und es wird deswegen viele Fragen stellen. Ein Buch kann da helfen: zum Beispiel für Kinder ab drei Jahre "Conni zieht um" von Liane Schneider und Eva Wenzel-Bürger.

Erkunden Sie die neue Umgebung

Bereiten Sie Ihr Kind auf die neue Umgebung vor und besuchen Sie die neue Wohnung oder das neue Haus. Zeigen Sie ihm sein neues Kinderzimmer und beziehen Sie Ihr Kind in die Gestaltung seines Zimmers mit ein. Schon kleine Kinder haben Spaß mit einem Pinsel eine Wand in quietschgelb anzumalen. Neben der Wohnung können sie auch die neue Gegend erkunden: Wo ist der nächste Spiel- oder Bolzplatz, wo gibt es ein Schwimmbad und wo ist der neue Kindergarten oder die neue Schule? Ist eine Erkundung vor Ort nicht möglich, weil Sie zum Beispiel ins Ausland ziehen, zeigen Sie Ihrem Kind Bilder und sprechen Sie über Tiere und Pflanzen, die es dort gibt.

Geben Sie eine Abschiedsparty

Abschied nehmen ist traurig, aber Feste machen immer Spaß. Laden Sie alle Freunde Ihres Kindes zu einer Abschiedsparty ein und machen Sie auf dieser Party viele Bilder, die Sie sich dann im neuen Heim ansehen können. Trotzdem wird Ihr Kind traurig sein. Nehmen Sie seine Gefühle ernst und spielen Sie sie nicht herunter. Sie gehören zum Abschied dazu und sind ein Teil der Ablösung.

Bleiben Sie in Kontakt mit alten Freunden

Versuchen Sie nach dem Umzug weiter Kontakt mit den alten Freunden zu halten. Ihr Kind kann etwa den besten Freund in den Ferien besuchen, im Briefe malen oder schreiben und ab und zu telefonieren. Besonders kleinere Kinder haben oft Verlustängste. Sie können abgebaut werden, wenn Bezugspersonen nicht komplett aus ihrem Leben verschwinden. Ein Abschied fällt auch nicht so schwer, wenn man weiß, dass man den besten Freund bald wieder sieht.

Teenager brauchen mehr Zeit

Für Teenager ist ein Umzug oft sehr belastend. Manchmal ist es da empfehlenswert, größere Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen. Zum Beispiel: Vielleicht kann Ihr Kind zumindest das Schuljahr in der alten Heimat beenden? Haben Sie nahe Verwandte oder Freunde mit Kindern im gleichen Alter, die bereit wären, Ihren Teenager bei sich aufzunehmen?

Keine falschen Versprechungen! Ist der Umzug unvermeidbar: Versuchen Sie nicht, Ihrem Kind den Umzug schmackhaft zu machen, indem Sie versprechen, dass die Schule in der neuen Stadt einfacher sei oder es bessere Freizeitmöglichkeiten gebe. Locken Sie auch nicht mit mehr Taschengeld oder materiellen Vergünstigungen. Das macht alles nur schlimmer. Seien Sie gutes Vorbild: Halten Sie selbst Kontakt zu alten Freunden über Telefon, Mails, Briefe oder regelmäßige Besuche. Das zeigt Kindern, wie man Freundschaften bewahrt.

Spielsachen packen

Erklären Sie Ihrem Kind, dass sie ihm seine Spielsachen nicht wegnehmen, wenn Sie sie in einen Karton packen. Ab anderthalb Jahren können Kinder auch beim Spielsachenpacken helfen. Nehmen Sie sich die Zeit, auch wenn es länger dauert. Die Lieblingsspielsachen und vor allem das Schlafkuscheltier sollten in einen extra Karton gepackt werden, den Sie beim Einzug als erstes auspacken. Ein Umzug ist immer auch eine gute Gelegenheit zum Entrümpeln. Größere Kinder können vielleicht dazu motiviert werden, sich von einigen Spielsachen und Kleidung zu trennen und an Hilfsorganisationen zu spenden.