Elterngeld

Arbeitslos? Nein, Vater in Elternzeit!

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Papa daheim, Stefan Frey mit seiner Tochter Antonia (Foto: privat)

Sie haben ein Jahr lang Elternzeit genommen - die meisten Väter belassen es bei zwei Monaten. Im Rückblick betrachtet: Würden Sie eher ein Jahr empfehlen?
Ja. Für zwei Monate lohnt sich doch der ganze Aufwand nicht. Ich sehe diese zwei bezahlten Vätermonate eher als einen Anreiz, sich als Vater überhaupt mit dem Thema Elternzeit auseinanderzusetzen. Wenn man wirklich die komplette Verantwortung für sein Kind übernehmen will, dann muss man schon länger daheim bleiben.

Viele Männer haben Angst, dass ihnen das beruflich Nachteile einbringt. Und Sie sind bei Ihrem damaligen Arbeitgeber doch auch auf Gegenwehr gestoßen.
Dass es so schwierig und teilweise so unter die Gürtellinie gehen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Mein Chef konnte mit meinem Vorhaben überhaupt nicht umgehen. Als ich ihn darüber informierte, sagte er mir: "Ich habe drei Frauen in meiner Abteilung sitzen, und von allen hätte ich das erwartet, aber doch nicht von Ihnen." Meinen Plan, in Teilzeit zu arbeiten, hat er erst einmal abgeblockt. Das hat mich schnell zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Auch von meinem Vater und meinem Schwiegervater kam Kritik und die Frage "Was soll das denn jetzt? Du hast doch beruflich Erfolg, warum wirfst du das denn jetzt einfach hin?"

Und wie haben die Kollegen reagiert?
Von den Vorgesetzten kamen in der Folge immer wieder spöttische Kommentare wie "Dann hast du doch schon den Rock an" oder "Dann bist du doch schon beim Häkeln". Von meinen engeren Kollegen kamen eher neugierige Nachfragen, manchmal auch Bemerkungen, die sicher nicht böse gemeint waren, die ich wegen den unfairen Bemerkungen meiner Vorgesetzten dann auch negativ aufnahm. Ein Beispiel war die Frage, wann ich denn in Mutterschutz gehen würde. Gerade von Kolleginnen bekam ich jedoch Zuspruch.

Ist die Elternzeit für Väter also wirklich ein Karriereknick?
Nein, das würde ich nicht sagen. Ich arbeite mittlerweile in einer anderen Firma, weil meine Aufstiegschancen bei meinem alten Arbeitgeber eh' limitiert waren. Wenn man so wie ich während der Elternzeit Teilzeit arbeitet, sollte man darauf achten, dass man mit einem Aufgabengebiet betraut ist, dessen Erfolg und Fortschritt sich gut messen lassen. Viele Frauen, die in Teilzeit arbeiten, kennen die Situation bestimmt: Wenn man nicht immer da ist, entsteht beim Vorgesetzen häufig der Eindruck, dass man weniger produktiv ist. Teilzeitkräften wird genauer auf die Finger geschaut. Da ist es hilfreich, wenn man leicht Ergebnisse vorweisen kann.

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