Kleine Fussballfans

Wenn die Lieblingsmannschaft verliert ...

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Kleine Fussballfans: Wenn die Lieblingsmannschaft verliert ...

Foto: Danone Nations Cup 2008

Warum trifft eine Niederlage kleine Fans so hart?

"Die Weltmeisterschaft bietet Gesprächsstoff und verbindet so Große und Kleine miteinander", sagt Kristin Langer von der medienpädagogischen Initiative "Schau hin!" Sie ermuntert Familien, diese besondere Zeit ganz bewusst zu erleben und zu genießen. Doch: Egal, ob es der Verein ist, in dessen Jugendmannschaft der Junior selbst kickt, die Bundesliga oder die Fußball-WM - verliert die Lieblings-Fußballmannschaft ein Spiel, können Kinder das als persönliche Niederlage auffassen.

Dann ist elterlicher Trost gefragt, erklärt Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. Im Grundschulalter entdeckten Kinder die Fähigkeit, sich mit einer Mannschaft zu identifizieren - sie werden Fans. Damit haben sie teil an der Stärke und Überlegenheit, den Siegen und dem Hochgefühl der Idole. Zugleich empfinden sie sich zugehörig zur großen Fan-Gemeinde, das so geborgte Selbstbewusstsein tut gut. Verliert allerdings die Lieblingsmannschaft, scheidet sie gar bei einem Turnier aus, bekommen die Größenfantasien eine kräftigen Dämpfer. Das Aufwachen in der Realität des Verlierers wird wie eine persönliche Niederlage empfunden.

Wie können Eltern helfen?

"Fußball ist sehr emotional", betont Langer. Es sei wichtig, dass Fan-Gefühle innerhalb der Familie auch ausgelebt werden könnten. Erwachsene dürften darüber aber trotzdem nicht ihre Vorbildfunktion vergessen: "Wenn man seine Wut zum Ausdruck bringt, sollte man auf seine Wortwahl achten", mahnt Langer. Auch bei Missgeschicken auf dem Platz ist es ratsam, nicht zu hart mit den Spielern ins Gericht zu gehen. "Wenn etwas schief läuft, gilt es, genau zu schauen, ob der Fußballer überhaupt was dafürkann", sagt Langer. Außerdem sollte klar sein, dass auch ein schlechtes Spiel denjenigen nicht zum schlechten Menschen mache.

Im Falle einer Niederlage können Eltern ihren Kindern durchaushelfen, für diese Gefühle der Enttäuschung Worte zu finden. Allerdings brauchen kleine Fans - wie Erwachsene - Zeit, die Niederlage zu verarbeiten, den vergebenen Möglichkeiten nachzutrauern und Schuldige wie Schiedsrichter oder unfaire Gegner zu benennen. Es sei wichtig, dass Eltern ihren Kindern den Raum böten, um solche Negativ-Erlebnisse zu verarbeiten, weiß die "Schau hin!"-Expertin.

Der nächste Schritt bei der Verarbeitung ist die Anerkennung der Leistung des Gegners. Schließlich können Eltern mit dem Kind das Spiel noch einmal besprechen, um Stärken und gute Ansätze herauszufinden. Zudem hilft es, den Blick auf künftige Herausforderungen der Mannschaft zu lenken: Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel.

Hocken die Kinder während der WM nicht viel zu lange vor dem Fernseher?

Auch wenn dieses Mal viele WM-Spiele nachmittags laufen, bleiben doch einige übrig, die nach der eigentlichen Zubettgeh-Zeit jüngerer Kinder gezeigt werden. "bends fernzusehen sollte die Ausnahme sein" betont Kristin Langer. Bei der Entscheidung, ob das Kind die späte Übertragung anschauen darf, sollte man in Betracht ziehen, was am nächsten Tag ansteht und ob das Kind diese Aufgaben auch mit weniger Schlaf verkraften kann. "ichtig ist, dass man hier gemeinsam mit den Kindern Regelungen findet und dass auch ihre Wünsche berücksichtigt werden" sagt Langer. So könne man beispielsweise vereinbaren, dass Abend-Spiele nur dann gekuckt werden dürfen, wenn die deutsche Mannschaft mitspielt.

Generell sollten Eltern ihre kleinen Fans während dieser intensiven Fußball-Zeit im Blick behalten. Es gilt, zu prüfen, ob ein Kind die Situation verkraftet oder ob es beispielsweise sein Verhalten stark ändert. Hat man den Eindruck, der ganze WM-Trubel wird für das Kind zu viel und es verliert sich, sollte man klare Grenzen setzen. "Man kann auch während der WM mal eine Fernsehpause einlegen. Während dieser Zeit sollte sich das Kind dann auch nicht mit anderen Medien beschäftigen", sagt Kristin Langer. Stattdessen könnten die Kleinen beim Basteln, Malen oder Geschichten hören zur Ruhe finden. "Oft entsteht durch das viele Fernsehen auch ein starker Bewegungsdrang. Fahrradfahren oder selber kicken sind hier der richtige Ausgleich", sagt Langer.

Die Experten der Initiative "Schau hin!" stehen Ihnen auch in unserem Experten-Forum für alle Fragen zum Umgang von Kindern mit Medien zur Verfügung - natürlich nicht nur während der Fußball-WM!

Autoren

Deutsche Presse-Agentur (dpa)

ddp (Deutscher Depeschendienst GmbH)


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Kommentare zu diesem Artikel
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  • von Hallo? am 21. Dezember 2011, 21:05 Uhr

    Ich habe gerade den Artikel nach der vielversprechenden Einleitung mit anfänglicher Begeisterung meiner Freundin vorgelesen.

    Leider mussten wir am Ende des Artikels feststellen, dass nirgendwo auch nur ein Tipp steht, wie sie mich jetzt und zukünftig trösten kann, wenn meine Mannschaft mal wieder verliert.

    Schämt euch für dieses falsche Versprechen.


    (1 Kommentar)

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