Wann hast du begonnen, World of WarCraft zu spielen?
Vor zweieinhalb Jahren, mit 14, ich hatte es bei Freunden gesehen.
Worum geht es denn dabei?
Man bewegt sich in einer Art mittelalterlicher Fantasy-Welt, und es geht darum, stark und mächtig zu werden. Man will zum Beispiel eine besondere Waffe haben. Dafür muss man eine bestimmte Anzahl von Kreaturen töten, mit Waffen oder Schadenszauber. Das ist ziemlich stupide und dauert Stunden, manchmal Tage oder sogar Wochen.
Wieso hast du das auf dich genommen?
Weil das eigentlich Reizvolle die "Raids" sind, für die man die Waffe braucht. Da trifft man sich mit bis zu 40 Leuten online, um bestimmte "Bosse" zu erledigen, das sind besonders mächtige Kreaturen.
Wieso braucht man da gleich 40 Leute?
Weil der Boss so stark ist. Da braucht man dann zum Beispiel mehrere Heiler mit Schutzzauber, besonders starke Krieger und so weiter. Jeder muss auf dem richtigen Fleck stehen und höllisch aufpassen, sonst kann es sein, dass die ganze Gruppe stirbt. In der Zeit darf niemand auch nur aufs Klo gehen oder sich was zu trinken holen!
Wie viel Zeit hast du darauf verwendet?
Am Ende dieses einen Jahres hatte ich 130 ganze Online-Tage gesammelt.
Gab es keinen Ärger mit deinen Eltern?
Doch, ständig! Manchmal bin ich nachts heimlich wieder an den Rechner gegangen, bis meine Eltern das irgendwann gemerkt haben und mir nachts das Netzkabel weggenommen haben. Aber da es in unserer Familie feste Regeln gibt und ich zum Beispiel zu allen Mahlzeiten da sein musste, war mein Verhalten verglichen mit anderen noch fast gemäßigt.
Hatte das Spielen noch mehr Auswirkungen auf deinen Alltag?
Ja, ich habe die Schule ziemlich schleifen lassen und auch nicht mehr so viel Sport gemacht.
Wie bist du da wieder rausgekommen?
Das ging von einem Tag auf den anderen: Ich habe mich verliebt - und Prioritäten gesetzt. Und als ich erst mal draußen war, war ich nur noch froh. Heute denke ich, WoW hat mich letztlich ein Jahr meines Lebens gekostet.









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